Nach den schweren Angriffen auf den Flughafen von Riad kann Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nicht wie geplant aus der saudi-arabischen Hauptstadt nach Berlin zurückreisen. Das teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Die für die Rückreise notwendige Logistik werde derzeit zwischen den beteiligten Ministerien und Behörden abgestimmt, alternative Rückreisemöglichkeiten würden geprüft. »Die Bundesministerin und ihre Mitarbeiter werden sicher und wohlbehalten zurückkehren«, sagte die Sprecherin. Sollte sich die Lage vor Ort verändern, werde man unmittelbar darauf reagieren.
Bei Angriffen auf den internationalen Flughafen von Riad waren am Samstag mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium befand sich Reiche schon vor den Angriffen auf Konferenzen in Riad.
Reiche verhandelt über Versorgungssicherheit bei Öl und Gas
Reiche nimmt an Energiekonferenzen teil, die laut Saudi-Arabien seit Langem geplant waren. »Nach aktuellem Stand finden die Konferenz und die Termine der Bundesministerin weiter wie geplant statt«, sagte Reiches Sprecherin. Reiche hatte am gestrigen Samstag die Bedeutung ihrer Reise betont: »Deutschland muss dort präsent sein, wo über Energieflüsse, neue Infrastruktur und Investitionen entschieden wird.« Bei Öl und Gas sei Deutschland schließlich weitgehend auf Importe angewiesen.
Mit der Sperrung der Straße von Hormus sei eine zentrale Route der Lieferungen weitgehend ausgefallen. »Deshalb vertiefe ich in Riad unsere Beziehungen zu unseren Partnerländern und werbe für alternative Transportrouten und verlässliche Lieferbeziehungen«, sagte Reiche. »Je mehr Wege nach Europa führen, desto besser können wir Ausfälle auffangen.«
Die Wirtschaftsministerin verteidigte sich gegen den Vorwurf, sich vor allem um fossile Energieträger zu kümmern. »In Riad geht es für Deutschland um weit mehr als um Öl und Gas. Beim Clean Energy Ministerial wird daran gearbeitet, wie wir genügend Kapital für moderne Stromnetze und Speicher mobilisieren, damit mehr erneuerbarer Strom zuverlässig genutzt werden kann«, betonte sie. Aber schon jetzt wachse der Anteil der erneuerbaren Energien ständig, die man selbst erzeugen könne. »So wird Deutschland Schritt für Schritt unabhängiger von fossilen Importen.« Derzeit brauche man aber noch Öl und Gas.
