Die Polizisten, die im Februar zwei Wohnsitze von Andrew Mountbatten-Windsor durchsuchten, haben nicht rechtmäßig gehandelt. Ihre Behörde habe bei der Beantragung der Beschlüsse einen erheblichen Fehler begangen, urteilte ein Gericht in London.
Es reagierte damit auf rechtliche Schritte des früheren Prinzen. Dieser hatte über seine Anwälte beantragt, die Durchsuchungsbeschlüsse nachträglich aufheben zu lassen. Er selbst nahm nicht an der Anhörung teil.
»Es ist der erste Schritt von Prinz Andrew und seinen Anwälten, um zu sagen: ›Eigentlich handelt es sich hier um verunreinigte Beweise. Sie wurden auf unzulässige Weise erlangt‹«, sagte der britische Rechtsanwalt Mark Howard Stephens der Nachrichtenagentur AP. »Daher sollten sie von jedem Strafverfahren ausgeschlossen werden.« Die laufenden Ermittlungen beeinträchtige die Entscheidung dem Gericht zufolge nicht.
Mountbatten-Windsor war am 19. Februar – an seinem 66. Geburtstag – in seinem damaligen Anwesen festgenommen worden. Noch am selben Tag kam er wieder frei. Er steht unter Verdacht, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter der britischen Regierung sensible Informationen an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben. Mittlerweile prüfen die Ermittler auch Vorwürfe zu möglichem sexuellen Fehlverhalten.
Eines von Epsteins Opfern, die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre, hatte Mountbatten-Windsor vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben. Teils soll sie dabei noch minderjährig gewesen sein. Der frühere Prinz bestreitet die Vorwürfe. Eine Zivilklage Giuffres in den USA endete in einem millionenschweren Vergleich.
Epsteins System basierte auf dem Handel mit Sex, Macht und Geld. Die Reichen und Mächtigen, darunter auch der damalige Prinz, hofierten ihn trotz seiner Taten. Lesen Sie hier die SPIEGEL-Titelgeschichte zum Missbrauchskomplex .
