SpOn 03.05.2026
20:09 Uhr

ARD: Friedrich Merz verteidigt bei Caren Miosga seine Position zu Trumps Iran-Politik


Die USA bleiben für ihn wichtigster Partner in der Nato. Trotzdem wiederholt Friedrich Merz bei Caren Miosga seine Kritik an Trumps Iranstrategie – und versucht, auch bei anderen Streitthemen die Diskussionshoheit zu erlangen.

ARD: Friedrich Merz verteidigt bei Caren Miosga seine Position zu Trumps Iran-Politik

Wie ein Regierungssprecher am Sonntag mitteilte, soll Friedrich Merz am Montag nicht dabei sein, wenn andere Staatschefs zum Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) nach Armenien anreisen. Zunächst war unklar, welche wichtigen Termine die Absage nötig machten. Nun stellte sich heraus, was in dem Terminkalender des Bundeskanzlers stand: ein Auftritt in der Talkshow von Caren Miosga.

Die Sendung wurde am Sonntagnachmittag aufgezeichnet. Bereits vor der Ausstrahlung verbreitete die ARD wichtige Zitate daraus. Offenbar ging es Merz darum, gleich bei einer ganzen Reihe schwelender Regierungsprobleme die Deutungshoheit zurückzuerlangen.

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So rief er den Koalitionspartner SPD zur Mäßigung in der Steuerdebatte auf: »Kompromisse sind keine Einbahnstraße«, sagte Merz an die Adresse von SPD-Chef Lars Klingbeil gerichtet, der höhere Einkommen stärker besteuern will. »Er muss wissen«, so der Kanzler, »dass das mit der CDU/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht.« Zum Koalitionsklima räumte Merz wachsende Kritik in den eigenen Reihen ein. Es gebe in der Union »einen größer werdenden Unmut über Kompromisse«.

Er stellte Miosga gegenüber aber auch klar, dass er keine andere Mehrheit suche – auch nicht mit Duldung durch die AfD: »Das kommt mit mir nicht infrage. Das sollte die SPD jetzt aber nicht zu dem Gedanken verleiten, sie könnte mit uns machen, was sie will.«

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Ein weiterer wichtiger Punkt in der Sendung war Merz’ Verhältnis zu Trump. Der Kanzler war beim US-Präsidenten in Ungnade gefallen , nachdem er dessen Vorgehen im Krieg mit Iran kritisiert hatte. Dabei, so Merz nun bei Miosga, habe er seine Position gegenüber Trump schon früh deutlich gemacht. So habe er diesem mitgeteilt: »Wenn du willst, dass wir dir bei einem solchen Konflikt helfen, dann ruf uns vorher an und frag uns.«

Die gegenwärtige schlechte Stimmung bei Trump ändere aber nichts an der Erkenntnis, »dass die Amerikaner für uns die wichtigsten Partner im Nordatlantischen Bündnis sind.« Trotzdem bekräftigte Merz aber noch mal seine Kritik an Trumps Iranstrategie und verteidigte den Satz, wonach Iran die USA »gedemütigt« habe.

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Auf die Frage, ob er angesichts der in Umfragen aktuell geringen Zustimmungswerte für seine Politik demnächst die Vertrauensfrage stellen würde, sagte Merz: »Das ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht beschäftigen muss. Das ist für jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, über die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.« Er nehme den Missmut »natürlich ernst«, sagte Merz. »Aber es ist ein Phänomen, das auch anderen Regierungen widerfahren ist.« Nach einer gewissen Zeit gebe es Enttäuschung, Kritik und in einer Koalition auch einmal Unwuchten.

cbu