SpOn 18.05.2026
20:28 Uhr

(+) »Ich hab’ viel vom Sperrmüll geholt«


Voller Saal, junges Publikum, viele Frauen: Angela Merkels Auftritt auf der »re:publica« ist erneut ein Wohlfühltermin – mit Fragen zu Dönerpreisen und Buckelwal. Beim Thema Putin wird die Altbundeskanzlerin grundsätzlich.

(+) »Ich hab’ viel vom Sperrmüll geholt«

Nach einer guten Stunde hat Angela Merkel die wesentlichen Fragen beantwortet. Was sie mit Timmy, dem traurigen Buckelwal, gemacht hätte. Wie sie die Döner-Preisentwicklung der nächsten zehn Jahre einschätzt. Wer im Krieg zwischen Russland und der Ukraine vermitteln sollte. Ob sie im Podcast der Brüder Kaulitz auftreten wird oder vielleicht doch eher Bundespräsidentin werden könnte.

»Ich freu mich, dass Sie da sind«, begrüßt Merkel am Montagmittag das Publikum, als sie pünktlich um eins beim WDR Europaforum in Berlin in ihrem roten Sessel auf der Bühne sitzt und die Liveübertragung beginnt. Der große Saal ist bis auf den letzten Platz besetzt, vor den Türen stehen viele Menschen, die nicht mehr reingelassen werden, und so wendet sich die Bundeskanzlerin a. D. auch an all die, »die es vielleicht nicht geschafft haben und jetzt ins Fernsehen schauen müssen, also in die Röhre, wie man früher gesagt hat. Aber das ist ja nicht mehr die Röhre.«

Erstes Kichern im Publikum

Erstes Kichern im Publikum. Wie das wohl weitergehen wird? »Ist doch interessant, wie sie sich die Redewendungen so rausbilden«, sagt Merkel, nun ganz Physikerin, »das kam ja aus der Röhrentechnik damals.« Weiter kommt sie nicht, denn da kichert schon der ganze Saal. »Na, das war für die, die das nicht mehr wissen.« Noch mehr Gelächter.

Da ist Merkel gerade mal eine Minute live auf Sendung, und schon ist klar – das hier wird ein Heimspiel. Voller Saal, junges Publikum, überdurchschnittlich viele Frauen. Dass der WDR sein Europaforum vom Auswärtigen Amt auf die Digitalkonferenz »re:publica« verlegt habe, sei »ein guter Move«, bescheinigt sie trocken dem Gastgeber, und schon wieder lacht der ganze Saal.

Eine halbe Stunde lang lässt sie sich von Markus Preiß interviewen, dem Chef des ARD-Hauptstadtstudios, danach werden ihr Zuschauerfragen vorgelesen. Sie wolle sich ja nicht »wegducken vor dem öffentlichen Leben«, sagt sie. Und so geht es erst um Europa, um die Ukraine und um den Bundespräsidenten, bevor dann im zweiten Teil all die anderen Themen an der Reihe sind, von D wie Döner über S wie Sperrmüll bis hin zu T wie Timmy.

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