Es war kurz vor vier Uhr am frühen Sonntagmorgen, als in der Chatgruppe der großen Wohnanlage »Sreda« am östlichen Rand von Moskau Panik ausbrach. Das laute Knallen der Flugabwehr hatte die Anwohner geweckt. »Fuck! Zum ersten Mal bei uns«, schrieb eine Frau. Mehr als 1000 der 3400 Mitglieder des Chats waren zu diesem Zeitpunkt online. Manche hatten vom Fenster aus Drohnen fliegen sehen. »Warum hat es keine Sirenen gegeben?«, fragte eine andere Frau. »Ich habe die Kinder zur Sicherheit ins Badezimmer gebracht«, schrieb eine Dritte. Andere Bewohner flohen bis in Tiefgaragen und Keller.
Das böse Erwachen betraf nicht nur einen Bezirk von Moskau. Es war der massivste ukrainische Angriff auf die russische Hauptstadt und ihr Umland seit mehr als einem Jahr, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete , ukrainische Quellen stellen es als den größten seit Kriegsbeginn dar. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von mehr als 120 Drohnen allein in der Region Moskau. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien. Russland soll die Ukraine in derselben Nacht mit 300 Drohnen angegriffen haben.
