Seit Tagen stehen die Reporter vor der Downing Street und warten auf den Rücktritt von Premierminister Keir Starmer. Sie harren dort mit Mikrofonen, Kameras und tränenden Augen, denn der Pollenflug ist im Londoner Regierungsviertel in diesen Tagen gewaltig. Immer wieder niesen sie in ihre Liveschalten hinein. Und immer wieder rufen sie Ministern, die sich der schwarzen Tür von Nr. 10 nähern, Fragen entgegen.
Gesundheitsminister Wes Streeting bekam am Dienstag kurz vor der Kabinettssitzung eine besonders britische Frage ab: ob er bereits die Vorhänge ausmesse? Gemeint war: Bereitet er sich schon auf den Einzug in die Downing Street vor?
Seit Tagen galt Streeting als der Mann, der Starmer herausfordern könnte. Das halbe Königreich wartete darauf, dass er den nächsten Schritt macht, den Rückzug aus der Regierung, um dann selbst nach der Macht zu greifen. Sein Umfeld hatte angedeutet, er verfüge über genügend Unterstützer. Der Donnerstag war als Tag der Entscheidung gehandelt worden. Nicht mehr ob Streeting zurücktritt, schien die Frage zu sein, sondern wann.
Doch zunächst kam es anders.
