Der Ton ist direkt gesetzt: »Die AfD tönt immer laut, aber jetzt bekommt sie Panik«, behauptet ein Sprecher der CDU auf Instagram. Mit wackeliger Handykamera wird der AfD-Politiker Bernd Baumann gezeigt, wie er auf der Straße entlanggeht. »Wutschnaubend« habe er vor der Tür der CDU-Parteizentrale gestanden, alles nur wegen einer Broschüre, sagt der Sprecher.
Schnitt. Blick auf ein schwarzes Heftchen. »Abstieg für Deutschland« steht auf dem Titel. Und: »Keine Alternative«. Der Sprecher hält es in die Kamera.
Wenn man die Russlandnähe der AfD und ihr antisemitisches Gedankengut zur Sprache bringe, sagt er weiter, »bricht Unruhe bei Baumann und seinen Kollegen aus«. Die AfD, so das Fazit des kurzen, bereits am Mittwoch veröffentlichten Videos, »ist der Abstieg für Deutschland«.
»Panik«, »Lügen«, »Niedertracht«
Einen Tag später folgt die Retour. »Was für eine Niedertracht der CDU, so was zu behaupten«, empört sich nun Bernd Baumann. Baumann ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, ein AfD-Politiker der ersten Stunde, Manager der Rechtsextremen im Bundestag. Auf YouTube hat er sein eigenes Video hochgeladen, wieder geht es um das kleine schwarze Heft. Zu sehen ist, wie Baumann entspannt in das Konrad-Adenauer-Haus spaziert, um sich das Heft im Empfangsbereich abzuholen. Dann blättert er es gleich draußen ein erstes Mal durch. Öffentlichkeitswirksam posiert er vor der Fassade der CDU-Zentrale, zeigt auf die Führungsetage, hält das Büchlein in die Kamera. Es soll souverän aussehen.
Das Heft sei ein Pamphlet voller Lügen und Falschmeldungen, sagt Baumann. Mehr noch, es sei gar ein zeithistorisches Dokument, »wenn später mal Historiker untersuchen, wie diese Zerrüttung der Demokratie überhaupt entstehen konnte«. Die CDU baue die Brandmauer »höher und höher mit solchen Lügen«, sagt er.
