Tot wäre der Buckelwal jetzt so oder so. Ob man ihn auf seiner Sandbank vor Poel liegen gelassen oder ihn, wie geschehen, in einem Lastkahn Richtung Nordsee transportiert hätte – das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Und doch spielt es eine Rolle, wie das Tier gestorben ist.
Über mehr als anderthalb Monate hat der Wal Wissenschaftler, Politiker und Bürger beschäftigt. Viele wollten es so. Und versenkten so Zeit, Nerven und viel Geld im Meer.
Umweltministerien berieten über Rettungsmaßnahmen, Anwälte prüften Zuständigkeiten und Handlungsspielräume. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) verbrachte mehrere Tage beim Wal und sogar mal eine Nacht. Gerichte erhielten Anträge gegen und für Rettungsprojekte. Forschungseinrichtungen erstellten Gutachten, bearbeiteten Anfragen, gaben Mitteilungen heraus. Bürger saßen wochenlang vor Livestreams, manche fielen auf unseriöse Spendenaufrufe herein .
Toter Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt: Man hätte wissen können, dass die Rettungsversuche für den Buckelwal vergeblich sein würden
Foto: Jonas Walzberg / dpaKein Herz für Schweinswale?
Karin Walter-Mommert, eine der Geldgeberinnen der privaten Walinitiative, schätzt allein die Kosten für deren Rettungsversuche auf ungefähr 1,5 Millionen Euro – die Schiffskosten für die Schlepper des Waltransports Richtung Nordsee noch nicht eingerechnet. Was der restliche Rummel um den Wal gekostet hat, lässt sich schwer beziffern.
Fest steht: Zeit, Nerven und Geld wären an anderen Stellen besser investiert gewesen. Zum Beispiel für den Erhalt der verbliebenen 400 bis 500 Schweinswale in der zentralen Ostsee, die als akut vom Aussterben bedroht gelten – und für die Backhaus weit weniger Mitleid aufbringt als für den Buckelwal.

