SPIEGEL: Herr Lübbert, ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Amerikaner ist zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Er hat sich bei dem Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt. Neben der Charité gehört auch Ihre Klinik in Leipzig zu den sieben in Deutschland, die solche Fälle behandeln könnte – warum?
Lübbert: Wir sind Teil des bundesweiten Netzwerkes STAKOB , des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger. Wir verfügen über eine eigene Sonderisolierstation, die notwendige Schutztechnik und ein eingespieltes, speziell geschultes Team.
SPIEGEL: Wie muss man sich solch eine Station vorstellen?
Lübbert: Die Zentren sind nicht identisch, aber alle müssen dieselben, in den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250 /252 ) festgelegten Grundregeln einhalten.
SPIEGEL: Das heißt?
Lübbert: Jede Sonderisolierstation muss ein baulich klar abgetrennter Bereich mit eigenen Zugangswegen sein, mit Schleusen und druckgestufter Raumlufttechnik. Im Behandlungszimmer herrscht Unterdruck, die Zu- und Abluft wird über HEPA-Filter gereinigt. Das sind sehr feinporige Luftfilter, die Schwebstoffe wie Schimmelsporen, Bakterien und teilweise Viren aus der Luft entfernen. Abwässer und infektiöse Abfälle – inklusive Schutzanzüge – werden dekontaminiert, bevor wir sie entsorgen. Dazu kommen strenge organisatorische Vorgaben: Zugang nur für geschultes Personal, eine Gefährdungsbeurteilung, klare Arbeits- und Notfallanweisungen sowie definierte persönliche Schutzausrüstung.
SPIEGEL: Wie sieht das bei Ihnen aus?
Lübbert: Bei uns betreten Sie zunächst eine normale Infektionsstation. Dahinter kann ein Bereich abgeriegelt werden – das ist die Sonderisolierstation mit sechs Bettplätzen. Von einem Stationskorridor gelangt man über Schleusen in die Isolierzimmer. Ein Teil des Teams sitzt in einem zentralen Raum, in dem auf Monitoren alle Daten zu Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und mehr einlaufen.

