Bereits vor dem Spiel am Samstag pfiffen die Frankfurter Fans, als der Name des Trainers verlesen wurde. Am Ende, vor dem 2:2-Ausgleich gegen den VfB Stuttgart, entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift »Nada de Gracias, Alberto« – »Danke für nichts, Alberto«.
Und als sie die Mannschaft weggeschickt hatten, feierten sie spöttisch »Sommerpause, Sommerpause, hey, hey«.
Etwas mehr als hundert Tage nach seinem Amtsantritt ist die Zeit Albert Rieras als Eintracht-Trainer schon wieder vorbei. Der Spanier wurde am Sonntag freigestellt – und das nicht überraschend. Die sportliche Bilanz war ernüchternd bis deprimierend, die Außendarstellung teils so verheerend wie wohl das Binnenklima.
Seine Zeit am Main erinnerte an die des römischen Kaisers Nero, Riera wurde erst gefeiert, hinterließ aber eine unübersichtliche Zahl an Bränden. Zum kollektiven Erinnerungsfundus in Frankfurt kommt nun zu den Zigarillos von »Stepi« Stepanovic, dem Gartenstuhl von Horst Ehrmantraut oder dem Container von Willy Reimann vielleicht eine Balkontür hinzu, in Anlehnung an Rieras Spruch bei der Vorstellung, die Spieler würden bald für ihn »vom Balkon springen«.
