Shinrin-yoku nennen die Japaner seit Jahrzehnten, was in Deutschland erst viel später in Mode kam: Waldbaden. Es fußt auf der Überzeugung, dass der direkte und bewusst erlebte Kontakt mit dem Wald nicht nur ein sinnliches Erlebnis ist. Die Berührung und der Geruch von Bäumen soll eine entschleunigende, wenn nicht sogar heilende Wirkung auf gestresste Menschen haben. Solche, die im Gefängnis sitzen, haben im Alltag kaum eine Chance zum Waldbaden, denn in Justizvollzugsanstalten gibt es keine Wälder. Wohl aber wird manchmal Holz verarbeitet, dieser Hand, Hirn und Gemüt fordernde Werkstoff. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ein nachweislich gestresster Untersuchungshäftling namens René Benko nun als Tischler arbeiten will.
