SZ 10.07.2026
11:10 Uhr

Prozess nach Angriff mit Axt im ICE: Beschuldigter soll auf unbestimmte Zeit in Psychiatrie bleiben


In einem ICE attackiert während der Fahrt durch Niederbayern ein Mann mehrere Fahrgäste mit einer Axt. Der Beschuldigte befindet sich in der Psychiatrie. Jetzt sind die Plädoyers gehalten worden.

Prozess nach Angriff mit Axt im ICE: Beschuldigter soll auf unbestimmte Zeit in Psychiatrie bleiben
Der Beschuldigte geht in den Verhandlungssaal des Landgerichts. Ein Jahr nach einem Axtangriff in einem ICE in Niederbayern muss sich der 21-jährige Syrer vor Gericht verantworten. Foto: Armin Weigel/dpa

Nach dem Axtangriff auf mehrere Passagiere in einem ICE soll der Beschuldigte auf unbestimmte Zeit in der Psychiatrie bleiben. Das forderten Staatsanwalt, Verteidiger und Nebenklage-Vertreter in ihren Plädoyers vor dem Landgericht Regensburg. Dem Mann werden versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er gilt aufgrund einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig. Das Urteil soll am 20. Juli gesprochen werden.

Nach Überzeugung der Ermittler attackierte der 21 Jahre alter Syrer am 3. Juli 2025 in dem Zug Fahrgäste mit einer Axt. Der ICE kam daraufhin bei Straßkirchen (Landkreis Straubing-Bogen) zum Stehen.

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Ein Passagier, der einen Notruf tätigen wollte, erlitt eine schwere Kopfverletzung, ebenso eine Mitreisende, die zusammen mit ihren beiden Söhnen und einer Tochter unterwegs war. Die Söhne und weitere Fahrgäste überwältigten den Angreifer, der dabei ebenfalls schwer verletzt wurde.

Zu Prozessbeginn berichteten die Opfer, wie sehr sie das Geschehen bis heute psychisch und auch physisch belastet. Diese schwerwiegenden Folgen würdigten Staatsanwalt, Verteidiger und Nebenklage-Vertreter in ihren Plädoyers. Für die Geschädigten bleibe die Erfahrung, dass sie ohne jeden Anlass in ein Geschehen gezogen wurden, das sie ihr Leben hätte kosten können, sagte etwa der Anwalt der damals verletzten Mutter. Der Verteidiger unterstrich, sein Mandant bereue die Tat und sei selbst erschrocken davon, welche Auswirkungen sie auf die Geschädigten habe.

Nach dem Amoklauf am Schongauer Welfen-Gymnasium sind noch viele Fragen offen. Der 16-jährige mutmaßliche Täter befand sich offenbar in einer psychischen Ausnahmesituation. Unklar ist, woher er die Waffe hatte.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: