SZ 26.08.2026
13:35 Uhr

Nepal: Mehrere Tote nach Sturzflut - Hunderte Touristen vermisst


Nepal meldet mindestens neun Tote, weitere Opfer werden befürchtet. Das Unglück geschah in einer beliebten Touristenregion.  Auch im benachbarten Tibet werden nach einer Schlammlawine Opfer gemeldet.

Nepal: Mehrere Tote nach Sturzflut - Hunderte Touristen vermisst
Zerstörte Häuser nach einer Sturzflut in Nepal. PRABIN RANABHAT/AFP

Eine schwere Sturzflut hat in Nepal Häuser, Straßen, Brücken und Gewerbe zerstört und offiziellen Angaben zufolge bislang mehreren Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche Personen werden vermisst, darunter mindestens 384 Reisende.

Unter den Vermissten in der Grenzregion zu Tibet seien 291 Ausländer, darunter viele Inder, aber auch Touristen aus Deutschland, den USA und Spanien. Acht Südkoreaner, die bei einem Wasserkraftwerk in dem Gebiet arbeiteten, werden ebenfalls vermisst, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Außenministerium in Seoul meldete. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens neun Menschen bei den plötzlichen Sturzfluten ums Leben.

Auch mehrere Wasserkraftwerke zur Stromversorgung des Himalaya-Staates seien betroffen, berichteten Medien aus Nepal.

Die Sturzflut brach am Mittwochmorgen über den Fluss Bhotekoshi im Gebirgsmassiv Langthang Himal nahe der Grenze zu Tibet herein. Nach ersten Einschätzungen des Katastrophenschutzes wurde die verheerende Flut durch das plötzliche Freiwerden des Flusses auf der tibetischen Seite ausgelöst, der zuvor durch einen Erdrutsch aufgestaut worden war. Derzeit werde untersucht, ob der Ausbruch eines Gletschersees Ursache für den Erdrutsch war.

In den besonders betroffenen nepalesischen Orten Syapru Besi und Timure konnten Behördenangaben zufolge wegen der hohen Wasserstände zunächst keine Hubschrauber landen. „Es könnte zahlreiche Opfer oder schwere Sachschäden geben“, sagte Bezirksverwalter Narendra Pariyar der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber ich weiß es noch nicht genau.“

Die Regierung von Premierminister Balendra Shah hat Einheiten der Armee für Such- und Rettungseinsätze mobilisiert. Medizinische Teams, Pfadfinder und das Rote Kreuz wurden für Hilfsmaßnahmen ins Katastrophengebiet entsandt. Auch kündigte das katholische Hilfswerk Caritas Nepal auf Facebook Hilfe für die Betroffenen an. Die Behörden appellierten an die Bewohner am Fluss Trishuli, in den der Bhotekoshi mündet, sich in sicherere Gebiete zu begeben.

Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurden auch in Tibet Straßen-, Kommunikations- und Stromverbindungen durch eine Schlammlawine beschädigt oder zerstört. Es soll Opfer und Vermisste geben. Präsident Xi Jinping habe „umfassende Anstrengungen“ zur Suche und Rettung von Vermissten angeordnet. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken. Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffenen Region, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen.

Der Distrikt Rasuwa im Norden Nepals ist ein bekanntes Trekkingziel. Die Region ist berühmt für ihre spektakulären Himalaya-Landschaften, zahlreiche Bergseen und das „Tal der Gletscher“ genannte Langtang-Tal mit seinen gewaltigen Eismassen.

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