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05.05.2026
18:22 Uhr
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2025 ist noch einmal weniger Wohnraum fertig geworden als im Jahr davor - zu hoch und unberechenbar die Baukosten, zu viele Vorschriften. Und die Lage wird nicht einfacher.

So etwas wie eine gute Nachricht kann Hans Maier an diesem Dienstag verkünden: Die Genossenschaften und zumeist kommunalen Bauträger, organisiert im Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VDW Bayern), haben 2025 gemeinsam ungefähr so viele Wohnungen gebaut wie im Jahr zuvor. Darauf könnte man angesichts der Umstände „fast schon stolz“ sein, sagt Verbandsdirektor Maier. Vor allem ist es eine Ausnahme.
Denn schlechte Nachrichten kennt der Wohnungsbau zur Genüge. Der Wohnungsmarkt etwa? Es gebe kaum noch Wohnungswechsel und Fluktuation, sagt Maier. Die Baukosten? Seien so hoch, dass sich Neubau ohne Fördermittel nicht lohne. Die Demografie? Den Prognosen zufolge werde die Bevölkerung in Bayern weiter anwachsen, vor allem im Süden. „Wenn wir mehr Menschen sind“, sagt Maier, „bräuchten wir mehr Wohnungen.“
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Nur gibt es davon jetzt schon zu wenige. Und so ist das größte Problem unter all den Wohnungsproblemen vielleicht, dass die Baukrise selbst zu einer Art Baustandard geworden ist: Trotz aller Versuche der Politik hinkt auch im Freistaat das Angebot an bezahlbarem Wohnraum der Nachfrage hinterher.
Ebenfalls am Dienstag veröffentlichte das Landesamt für Statistik die Zahl der Baufertigstellungen für 2025. Demnach ist sie ein weiteres Mal gesunken, 47 359 Wohneinheiten wurden bayernweit fertiggestellt, ein Minus von 13,9 Prozent. Im bevölkerungsstarken Oberbayern brachen die Fertigstellungen gar um ein Viertel gegenüber 2024 ein.
So gesehen besteht die Jahrespressekonferenz, zu welcher der VDW in seine Münchner Zentrale geladen hat, in erster Linie aus Schwierigkeiten. Der Verband geht davon aus, dass im Freistaat rund 200 000 bezahlbare Wohnungen fehlen. Vor allem die steigenden Kosten machen Bauherren zu schaffen, eine Entwicklung, die der Irankrieg und seine Folgen zu befeuern drohen. Zieht der Ölpreis an, zieht er andere Preise mit, den auf Sprit ohnehin, aber auch die auf Baumaterialien. Auch der Bundesverband der Bauindustrie HDB warnt deshalb, dass angesichts der volatilen Lage eine seriöse Kalkulation „kaum möglich“ sei.
Dabei sei der Wohnungsmarkt bereits angespannt, heißt es von Seiten des VDW Bayern. Wie groß die Not ist, lässt sich der Präsentation zur Pressekonferenz entnehmen: Demnach wurden bei der Wohnbaugruppe Augsburg zuletzt gut 500 Wohnungen im Jahr frei. Anfragen lagen für 10 772 vor. Bei der Stadt Nürnberg trafen rund 7000 Anfragen auf 1500 Wohnungen und bei der Stadtbau Regensburg 4400 Anfragen auf knapp 400 Wohnungen. Ähnliches wurde aus Straubing, Landshut oder Ingolstadt gemeldet. Eine Folge: „Frustration und Aggressivität bei Wohnungssuchenden steigen“, zitiert der VDW Bayern eine anonyme Stimme aus einem Mitgliedsunternehmen.
Wie besonders schwierig es mit dem Bauen ist, zeigt sich auch daran, dass selbst gute Nachrichten mit einem Aber kommen. Zum Beispiel wurden 2025 in Bayern rund 54 000 neue Wohnungen genehmigt, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr – der aber nicht genügt, um die Rückgänge der Vorvorjahre zu kompensieren. Bayernweit sollen Beispielprojekte unter dem Stichwort „Gebäudetyp-e“ zeigen, wie Bauen einfacher werden kann – sind aber bislang eben nur Piloten.
3,6 Milliarden Euro hat der Freistaat im Doppelhaushalt 2026/2027 für die Wohnraumförderung vorgesehen, ein Rekordbetrag – aber offenbar nicht ausreichend, um alle Anfragen zu bedienen. Die summierten sich schon im Januar dieses Jahres auf rund vier Milliarden Euro, berichtete Bauminister Christian Bernreiter (CSU) damals dem Bauausschuss des Landtags.
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Dass Geld fehlt, obwohl es davon so viel wie nie gibt, daran hat sich auch im Mai nichts geändert. „Wir könnten mehr bauen, wenn wir die Mittel hätten“, sagt VDW-Bayern-Chef Maier. Trotzdem sei es „illusorisch“, noch mehr zu fordern. Stattdessen müsse wieder mehr privates Kapital fließen; mit Fördermitteln alleine werde man das Wohnbauproblem nicht lösen. Der VDW Bayern fordert daher unter anderem eine „konsequente Reduzierung von Bauvorschriften und Standards“ und vom Freistaat eine klare und transparente Förderung.
Für die Statistiken der nahen Zukunft erwartet der Verband dagegen schon in der Gegenwart schlechte Nachrichten. Wenn heute weniger investiert werde, werde sich das für die Jahre 2026 und 2027 in geringeren Fertigstellungszahlen niederschlagen. „Der Wohnungsmarkt“, sagt Maier, „funktioniert nicht mehr.“
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