SZ 12.05.2026
14:00 Uhr

Der Winter ist zurück in Bayern: Neuschnee vor dem Vatertag


Am Wochenende war Freibadwetter - jetzt könnte der Schlitten nochmal zum Einsatz kommen. Zumindest in den höheren Lagen des Freistaats.

Der Winter ist zurück in Bayern: Neuschnee vor dem Vatertag
Ungewöhnlicher Anblick Mitte Mai: Es schneit in den Hochlagen Bayerns. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Noch vor wenigen Tagen schien der Sommer schon Einzug gehalten zu haben zwischen Coburg und Mittenwald, Weiden und Oberstdorf. Sogar in den notorisch grauen Gegenden schien die Sonne von morgens bis abends, die Freibäder waren gut gefüllt und die Sonne sorgte für angenehm warme Temperaturen.

In den Bäumen und Sträuchern summte und brummte es, Kirschen, Äpfel und andere Obstbäume blühten in bunten Farben. Die ersten kleinen, grünen Erdbeeren waren im Beet zu sehen, Tulpen, Narzissen und andere Frühblüher verwelken schon langsam.

Harter Schnitt. 12. Mai.

Der Eisheilige Pankratius hat im Jahr 2026 offenbar seinen großen Auftritt – zumindest in den Höhenlagen Bayerns. In Obermaiselstein ist der Riedbergpass am Dienstag in der Früh nur mit Winterausrüstung zu befahren. Oberviechtach: zwei Grad. Nürnberg: vier Grad. Ingolstadt: fünf Grad, gefühlt minus zwei. Auf der Zugspitze: minus zwölf Grad.

Die Schneefallgrenze sank in den Alpen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auf 1000 Meter. In höheren Lagen waren den Angaben zufolge fünf bis zehn, in Staulagen in den Allgäuer Alpen sogar um 20 Zentimeter Neuschnee möglich.

In der Folge kam es zu mehreren Unfällen auf Bayerns Straßen. Auch in der Nacht auf Donnerstag könnte es in den Alpen – diesmal erst laut DWD oberhalb von 1500 Metern – wieder Neuschnee geben.

Im Allgäu kam es nach dem Schneefall zu gleich mehreren Unfällen. So verlor ein 74-Jähriger auf der Autobahn 96 auf schneebedeckter Fahrbahn im Landkreis Lindau die Kontrolle über seinen Sportwagen. Er schlitterte mit dem Auto in den Graben und stieß gegen ein Straßenschild. Laut Polizei entstand ein Schaden von 140 000 Euro. Der Fahrer blieb unverletzt.

Nach zwei weiteren Unfällen binnen weniger Minuten in unmittelbarer Nähe sperrte die Polizei die A96 in Richtung München für etwa eine Stunde. Zuerst rutschte ein 34-Jähriger mit seinem Wagen gegen die Leitplanke. Kurz darauf kam ein 38-jähriger Autofahrer ins Schlittern und überschlug sich mit seinem Wagen. Das Auto blieb auf dem Dach liegen. Der Mann habe sich aber selbst befreien können und sei leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Allen drei Fahrern droht laut Polizei ein Bußgeld, da ihre Fahrweise nicht an die Witterung angepasst gewesen sei.

Auch in den Mittelgebirgen könnten laut dem DWD „einige Schneeflocken“ fallen. Oberhalb von 800 Metern sei im Bergland zudem Vorsicht auf den Straßen geboten, denn es könnte den DWD-Angaben zufolge Glätte durch Schneematsch geben.

Noch kälter wird es nach Angaben eines DWD-Sprechers in der Nacht auf Mittwoch mit verbreitetem Bodenfrost in Süddeutschland.

Ein solcher Kälteeinbruch sei natürlich vor allem nach der Wärme des Wochenendes überraschend – aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich, sagte er. Es sei „typisch, dass es auch im Mai immer mal diesen Kaltluft-Einfluss gibt“. Polarluft komme von der Nordsee ins Land. „Das passt ja auch zu den Eisheiligen dieses Jahr.“

In der Meteorologie werden diese Eisheiligen (11. bis 15. Mai) unter dem Stichwort Singularitäten geführt. Man versteht darunter Witterungsereignisse, die im Jahreslauf regelmäßig auftreten. Trotzdem gelten die Eisheiligen heute vorwiegend als ein Relikt des Aberglaubens. Und doch geht von ihnen eine latente Gefahr aus – vor allem in der Landwirtschaft und in Gärten – und in höheren Lagen auch für Autofahrer.

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