SZ 17.07.2026
16:11 Uhr

Axel Springer Award: Ist Peter Thiel jetzt die konservative Hoffnungsfigur?


Der Tech-Milliardär und politische Strippenzieher liebt den Kapitalismus, die Demokratie weniger. Nun erhält er den Axel Springer Award.

Axel Springer Award: Ist Peter Thiel jetzt die konservative Hoffnungsfigur?

Wenn jemand breit kritisiert wird, weil er oder sie zum Beispiel findet, dass die Demokratie einem radikalisierten Kapitalismus weichen müsse, dann gibt es zwei wenig ertragreiche Weisen, damit umzugehen. Die erste: Man bricht das Gespräch mit dieser Person ab, aus Furcht, das eigene Denken von deren gefährlichen Ideen vergiften zu lassen – so erging es dem Tech-Milliardär Peter Thiel, als ihn die „Wiener Festwochen“ ein- und dann wieder ausluden. Die zweite ist der Umkehrschluss der ersten, Cancel-Culture unter umgekehrten Vorzeichen, wenn man so will: Man hebt diese Person gerade deshalb auf die Bühne, weil andere ihr „keine Bühne bieten“ wollten. Man verleiht ihr, nur mal als Beispiel, den Axel Springer Award.

Deutschlands größtes Boulevard-Blatt streamt jetzt Klassik, Springer-Vorstand Mathias Döpfner erklärt das so: Oper und „Bild“ seien sich ziemlich ähnlich. Damit hat er recht – teils ungewollt.

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