SZ 30.04.2026
13:18 Uhr

Archäologie: Homers „Ilias“: Rätselhafter Fund bei einer Mumie


Archäologen haben auf der Brust eines Toten in Ägypten Verse aus der Weltliteratur gefunden. Warum ausgerechnet Homer – und warum diese Passage?

Archäologie: Homers „Ilias“: Rätselhafter Fund bei einer Mumie
Eine Mumie in einer Grabkammer in der Wüstenprovinz Minya: Noch warten viele versiegelte Papyri aus Oxyrhynchos auf Entzifferung. Ahmed Gomaa/Ahmed Gomaa/XinHua/dpa

Es ist ein Fund, der stutzig macht: Wie gelangt ein Stück Weltliteratur auf die Brust eines Toten im römerzeitlichen Ägypten? Papyri begleiteten Verstorbene im römischen Ägypten öfter ins Grab. Sprüche aus dem Totenbuch sollten Gefahren bannen, Schutzformeln durch die Unterwelt geleiten. Dass aber ein literarischer Text einem Toten beigelegt wurde, war bislang unbekannt. Bis jetzt. Ende 2025 entdeckte ein Grabungsteam der Universität Barcelona in einem römerzeitlichen Grab in Oxyrhynchos in Mittelägypten Papyrusfragmente auf dem Körper einer Mumie. Der einst mit einem Tonsiegel verschlossene Papyrus war zwischen Brust- und Bauchbereich des Verstorbenen gelegt worden. Als Forschende dann die Fragmente Anfang 2026 entzifferten, zeigte sich überraschend: auf einigen stehen Verse aus der „Ilias“ des Dichters Homer. Genauer gesagt handelt es sich um den Schiffskatalog des zweiten Buches, eine Aufzählung griechischer Streitkräfte im Trojanischen Krieg.

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