SZ 24.06.2026
13:38 Uhr

Abschiebeflüge nach Afghanistan: Wie Deutschland die Taliban zu Kooperationspartnern macht


Die Bundesregierung spricht mit den Taliban – weil sie mehr Afghanen abschieben will. Dürfen im Gegenzug noch mehr Vertreter des international geächteten Regimes als Diplomaten in Deutschland arbeiten?

Abschiebeflüge nach Afghanistan: Wie Deutschland die Taliban zu Kooperationspartnern macht
Auch die EU-Kommission in Brüssel spricht mit den Taliban über Abschiebungen. Das ruft Protest hervor. NICOLAS TUCAT/AFP

Bekannt werden sollte dieses Treffen nicht. Eine deutsche Delegation hatte sich für eineinhalb Tage in einem Istanbuler Hotel mit Gesprächspartnern aus Kabul verabredet. Das Ziel: auszuloten, wie man mehr Straftäter aus Deutschland abschieben könnte. Doch die Sache sprach sich herum. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes räumte kurz danach ein, dass „seit geraumer Zeit technische Gespräche mit den De-facto-Machthabern in Afghanistan“ geführt würden – also mit den Taliban. Die schwarz-rote Koalition hatte sich schließlich in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, mehr Straftäter aus Deutschland in ihre Heimatländer zurückzuführen.

Fast 15 Millionen Flüchtlinge traten 2025 die Rückreise in ihre Heimat an, eine sehr hohe Zahl im Vergleich mit früheren Jahren. Für viele Betroffene ist das keine gute Nachricht.

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