SZ 10.05.2026
15:35 Uhr

2. Bundesliga: Düsseldorf knallt Elversberg die Tür zur Bundesliga vor der Nase zu


Die Fortuna besiegt die SV Elversberg und verlässt die Abstiegsränge. Die Saarländer hätten den Einzug in die Bundesliga quasi sicher machen können – und gehen nun am 34. Spieltag in ein Aufstiegsfinale mit Paderborn und Hannover.

2. Bundesliga: Düsseldorf knallt Elversberg die Tür zur Bundesliga vor der Nase zu
Düsseldorf erspielt sich eine gute Ausgangslage vor dem 34. Spieltag. Gegner dort wird die SpVgg Greuther Fürth sein. Anke Waelischmiller/dpa

Fortuna Düsseldorf beschenkt die zweite Liga mit einem aufregenden Aufstiegsfinale und sich selbst mit drei Punkten im Abstiegskampf. Mit 3:1 besiegte das Team von Trainer Alexander Ende am Sonntag die SV Elversberg und klettert vor dem finalen 34. Spieltag auf Platz 15. Am kommenden Sonntag spielt Düsseldorf im direkten Duell beim Konkurrenten Fürth (1:2 bei Hertha BSC) um den Verbleib in Liga zwei. Preußen Münster steht nach dem 1:1 in Darmstadt als erster Absteiger fest.

Die SVE wiederum verpasste die Riesenchance, mehr oder weniger sicher der 59. Klub in der Geschichte der Fußball-Bundesliga zu werden. Bei einem Sieg wären die Saarländer am 34. Spieltag mit drei Punkten und mindestens neun Toren Vorsprung nur noch in einem unwahrscheinlichen Szenario von Platz zwei zu verdrängen gewesen. Der direkte Aufstieg ist aber weiterhin möglich: Der SC Paderborn, Hannover 96 und Elversberg stehen nun alle bei 59 Punkten, wobei Elversberg trotz der Niederlage von Düsseldorf noch die beste und Paderborn die schlechteste Tordifferenz besitzt. Elversberg empfängt am 34. Spieltag den Absteiger Münster, Paderborn muss nach Darmstadt, Hannover trifft auf Nürnberg.

Ole Book gilt als Kopf hinter dem Erfolg der SV Elversberg, unter anderem die Entdeckung von Nick Woltemade machte ihn bekannt. Nun muss er beim BVB in einer anderen Fußballdimension bestehen.

Am Freitag und am Samstag hatten Paderborn und Hannover der SVE noch den Teppich ausgerollt. Beide holten gegen Karlsruhe und Bochum jeweils nur einen Punkt, was zu der erwähnten Ausgangssituation führte. SVE-Trainer Vincent Wagner nutzte die Restzweifel, um vor dem Anpfiff Druck aus dem Spiel zu nehmen. In jedem Fall würde eine „normale Trainingswoche“ anstehen, man könne „mathematisch nicht aufsteigen“, sagte er am Sky-Mikrofon. Auf die Reaktion nach einem möglichen Sieg angesprochen, wiegelte er trotzdem ab. Er habe im Fußball schon alles erlebt und „schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen – auch wenn es dann drei Pferde bräuchte“.

Die erste gefährliche Aktion gelang Lukas Petkov, seit Wochen in herausragender Form. Er sah, dass Fortuna-Torhüter Florian Kastenmeier auf eine Flanke spekulierte, und zielte aufs kurze Eck. Kastenmeier, seit Wochen wiederum bei Düsseldorf einer der wenigen Sicherheitsanker, ließ sich aber nicht überlisten. Und die Fortuna trat in ihrer Abstiegsnot ihrerseits schnell couragierter auf als vor einer Woche beim 0:1 auf Schalke. Emmanuel Iyoha zielte nach einer Viertelstunde noch zu ungenau.

Die Fortuna bekam das Spiel aber mehr und mehr in den Griff, kontrollierte es über Ballbesitz und verzichtete auf gefährliche Ballverluste. Das Führungstor fiel dann trotzdem so, wie es sich für die offensivschwächste Mannschaft der zweiten Liga (30 Tore vor dem Spiel) geziemt: Der Gegner schoss es. Dejan Ljubicic dribbelte sich auf der linken Seite durch, passte scharf in die Mitte, wo Elversbergs Florian Le Joncour mit seinem rechten Bein den eigenen Torhüter überwand. Es war in der laufenden Saison Le Joncours dritter (!) Treffer ins eigene Netz, damit verweist er seinen Innenverteidigerkollegen Maximilian Rohr in der internen Eigentorschützenliste auf Rang zwei. Rohr erzielte zwei Eigentore. Eine Paranoia bei SVE-Torhüter Nikolas Kristof wäre mittlerweile mehr als verständlich.

Düsseldorf nutzte den Schwung der Führung, war weiter die bessere Mannschaft und zeigte je nach Sichtweise zum richtigen Zeitpunkt oder noch gerade rechtzeitig einen seiner stärksten Auftritte dieses Jahres. Kurz vor der Pause kombinierte Tim Breithaupt Shinta Appelkamp auf der linken Seite frei, dessen Flanke hätten sowohl Ljubicic als auch Cedric Itten einköpfeln können, beide standen völlig frei. Itten erledigte die Arbeit, das 2:0 zur Pause entsprach den Kräfteverhältnissen. Petkov vergab noch eine Chance, weil er, wie so viele Spieler, auf dem offensichtlich rutschigen Rasen den Halt verlor.

Stichwort Glättegefahr: Kurz nach Wiederanpfiff war es dann Torwart Kristof, dem das Gleichgewicht verloren ging. Er schlitterte beim Rauslaufen wie ein Eisläufer, Itten erkannte das Missgeschick schnell und überlupfte den auf dem Hosenboden sitzenden Torhüter. So langsam konnte man von einem Elversberger Ausrutscher im doppelten Wortsinne sprechen. Die SVE hätte drei Tore schießen müssen, es reichte nur noch für eins. Düsseldorfs Tim Oberdorf überwand den eigenen Torhüter Kastenmeier nach einer Ecke in der Nachspielzeit.

Elversberg hat den direkten Bundesligaaufstieg weiterhin in der eigenen Hand. Auch eine erneute Relegationsteilnahme ist denkbar, vergangenes Jahr unterlag man dort dem 1. FC Heidenheim. Auch in Düsseldorf scheint die Sonne wieder ein bisschen heller. Allerdings muss die Fortuna kommende Woche im großen Finale in Fürth auf den Doppeltorschützen verzichten: Itten sah eine gelbe Karte, die ihm, wie auch Routinier Matthias Zimmermann, eine Sperre einbrachte.

Frank Holzer steht kurz davor, seinen Klub aus dem Amateursport direkt in die Bundesliga zu führen. Der Verein muss nun noch die beiden Relegationsspiele überstehen, dann ist das Kunststück perfekt.

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