SZ 30.03.2026
12:49 Uhr

(+) Zum Tod von Karsten Wettberg: Ein unsterblicher Löwe


Er gab dem TSV 1860 die Selbstachtung zurück: Karsten Wettberg war sein Leben lang Sechzig-Fan. Als Trainer weckte er in kurzer Zeit große Emotionen in Giesing – und beeindruckte auch ohne Klamotten.

(+) Zum Tod von Karsten Wettberg: Ein unsterblicher Löwe
Ein Interview nur in Unterhose? Für Karsten Wettberg war das kein Problem, zumal nach dem Aufstieg mit den Löwen in die zweite Liga.  Imago

Bekannte Menschen erzeugen Bilder, die man vor dem geistigen Auge abruft, sobald ihr Name fällt. Kanzler Willy Brandt? Der Kniefall von Warschau. Quizmaster Hans Rosenthal? Der Luftsprung, wenn er „Das war spitze!“ rief. Karsten Wettberg, den Löwen-Fans ganz sicher in eine Reihe mit Willy Brandt stellen, hat sich mit einem Bild vom 16. Juni 1991 unsterblich gemacht. Der TSV 1860 München hatte gerade sein Aufstiegsspiel gegen Borussia Neunkirchen 2:1 gewonnen, als Wettberg bloß mit einer Unterhose bekleidet dem BR-Reporter Edgar Endres ein Interview gab. Die Fans hatten dem Trainer die Kleider vom Leib gerissen, nachdem er den Klub aus neun Jahren Bayernliga-Verbannung befreit und ihm die Selbstachtung zurückgegeben hatte.

Werner Lorant war der letzte Trainer, der den TSV 1860 München zu Erfolgen führte. Er war berühmt für seine Härte und seine Schimpftiraden, aber für seine Spieler immer mehr als das. Nachruf auf eine Ikone der Bundesliga der Neunzigerjahre.

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