SZ 14.08.2026
13:40 Uhr

(+) Zeitungen: DuMont streicht 57 Stellen


Umbau wegen Umstellung auf „digitalen Prozess“: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schließt seine Rheinische Redaktionsgemeinschaft. So fallen erneut Stellen bei der Mediengruppe weg.

(+) Zeitungen: DuMont streicht 57 Stellen
Der Kölner Stadt-Anzeiger. Oliver Berg/dpa

Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien – eine Tochter der DuMont-Mediengruppe, in der Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Express erscheinen – stellen die Produktion ihrer Regionalteile auf einen durchgängig digitalen Prozess um; DuMont verzichtet deshalb künftig auf seinen Dienstleister Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG). Dort sind 57 Vollzeitstellen betroffen. Die Rheinische Redaktionsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Lokalredaktionen des Stadtanzeigers und der Kölnischen Rundschau, die unter einem gemeinsamen Firmendach geführt werden. Sie plant und produziert als eigenständiger Dienstleister die Regionalteile rund um Köln. „Diese Tätigkeiten werden weder verlagert noch an anderer Stelle fortgeführt. Die Tätigkeit der RRG endet zum 30. September 2026“, heißt es in einer Mitteilung der Kölner Stadt-Anzeiger Medien. Inhalte werden künftig von den digitalen Regio-Teams der Kölner Stadt-Anzeiger Medien kanalübergreifend erstellt und danach individualisiert für neue journalistische Apps und Portale sowie das E-Paper und die gedruckte Zeitung aufbereitet.

Die Geschäftsführung der RRG will Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen, um sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Beschäftigten zu finden. Die DuMont-Mediengruppe, zu der die Kölner Stadt-Anzeiger Medien gehört, hatte im Frühjahr dieses Jahres bereits die Herausgeberschaft für die Kölnische Rundschau übernommen und auch dort direkt 30 Stellen abgebaut. Der Grund sei die wirtschaftliche Lage gewesen, hieß es im April von DuMont.

In der Kölner Regionalzeitung werden 30 Stellen abgebaut. Kritik an der Entscheidung kommt von Journalistenverbänden – und dem Oberbürgermeister der Stadt.

Damit begründet der Kölner Verlag auch den aktuellen Umbau: Grund für die Neuaufstellung seien die seit Jahren sinkende Printauflage. Beim Umbau setzt man nun auf „neue Technologien wie KI“. Wiederkehrende Produktionsschritte würden stark automatisiert und redaktionelle Ressourcen gezielter für Recherche, Einordnung und Berichterstattung vor Ort eingesetzt, heißt es weiter. Man wolle „redaktionelle Angebote verbessern“. Der Wegfall der Aufgaben der RGG sei „eine Folge der Veränderungen im Medienmarkt und sagt nichts über die Qualität ihrer Arbeit aus“, sagt Oliver Eckert, CEO der Kölner Stadt-Anzeiger Medien. Chefredakteur Gerald Selch erklärt: „Wir automatisieren Produktionsschritte, nicht den Journalismus.“ Die Tageszeitungen erschienen weiterhin im bisherigen Umfang. Gleichzeitig starten die Kölner Stadt-Anzeiger Medien in den kommenden Wochen in fünf Landkreisen rund um Köln die ersten lokalen Digitalportale.

Ulrich Siegmund könnte der erste AfD-Ministerpräsident in Deutschland werden. Der MDR, der dann bedroht wäre, spricht mit ihm übers Geschirrspülen, seine Kindheit und die Kaulitz-Brüder. Über Journalismus im Smalltalk-Modus.

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