SZ 07.06.2026
13:38 Uhr

(+) Wall Street: Warum die US-Börsen nachgaben


Am Freitag wurden die US-Märkte von positiven Arbeitsmarktdaten überrascht. Daraufhin sanken die Aktienkurse deutlich. Wie es dazu kommen konnte.

(+) Wall Street: Warum die US-Börsen nachgaben
Auf und ab: Händler an der Börse in New York. Brendan McDermid/REUTERS

Börsen ähneln in mancher Hinsicht Wahrsagern. Bekanntlich werden die Kurse nicht allein vom tatsächlichen Wert der Unternehmen bestimmt, deren Aktien dort gehandelt werden. Viel wichtiger sind oft die Erwartungen, die Anleger in die zukünftige Entwicklung setzen. Glauben sie zum Beispiel, dass eine Firma bald ihre Bilanz verbessern kann, dann steigen die Kurse sofort – nicht erst, wenn die Bilanz vorliegt. Probleme treten bei solchen Zukunftswetten auf, wenn es am Ende anders kommt, als alle gedacht haben. Auch positive Überraschungen können da zu Turbulenzen führen: so geschehen am Freitag an den US-Börsen. Die waren von unerwartet guten Arbeitsmarktdaten so überrumpelt, dass an der Wall Street eine regelrechte Verkaufswelle losbrach. Der Dow Jones verlor 1,4 Prozent, der breiter gefasste S&P 500 sogar 2,6 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq schloss 4,2 Prozent im Minus. Besonders Tech-Werte waren von dem Ausverkauf betroffen.

In der Euro-Zone steigt die Inflation wegen des Iran-Krieges auf 3,2 Prozent. Droht nach 2022 ein erneuter Preisschock? Die EZB wird wohl bald die Leitzinsen erhöhen – mit spürbaren Folgen.

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