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25.07.2026
11:32 Uhr
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Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid spricht vom „schlimmsten Brand in der Geschichte der Region“. Frankreich bringt mehr als 140 000 Menschen in Sicherheit.

Ein Helikopter wirft Wasser über einem Feuer nahe Ávila, 80 Kilometer westlich von Madrid ab. CESAR MANSO/AFP
In Frankreich und Spanien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin mit einem Großaufgebot gegen mehrere Waldbrände. In Spanien spitzt sich die Lage durch die sich weiter ausbreitenden Feuer zu. Die spanische Tageszeitung El País berichtet, der Waldbrand nahe Madrid sei laut Carlos Novillo, dem regionalen Minister für Umwelt, Landwirtschaft und Inneres, nicht mehr zu löschen. Drei Brandherde in der Region hätten sich zu einem großen Feuer vereint. „Es ist nicht möglich, das Feuer in diesem Bereich direkt zu bekämpfen; daher werden Verteidigungsmaßnahmen ergriffen“, zitiert die britische BBC Novillo. Ein örtlicher Vertreter sagte der BBC, das Feuer übersteige die „Löschkapazitäten“ der Feuerwehr. Isabel Díaz Ayuso, die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, sprach auf X vom „schlimmsten Brand in der Geschichte der Region“.
Novillo zufolge bewegte sich das Feuer am Freitagabend auf die Gemeinden Robledo de Chavela und Fresnedillas de la Oliva zu. Beide Orte befinden sich rund 60 Kilometer westlich von der spanischen Hauptstadt. Bewohner beider Gemeinden seien dazu aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben des Innenministeriums sind insgesamt 63 000 Menschen von der Evakuierungsaufforderung und den Ausgangssperren betroffen, insgesamt soll das Feuer rund um Ávila schon 25 000 Hektar verbrannt haben.
In der Nacht auf Samstag ließ der Wind spanischen Medien zufolge etwas nach – wie er sich entwickelt, dürfte in den nächsten Stunden mitentscheidend sein bei der Frage, ob die Einsatzkräfte die Brände wieder unter Kontrolle bringen. Am Samstag werden die aus Italien und Griechenland kommenden Löschflugzeuge erwartet, die bei der Bekämpfung der Brände helfen sollen.
Bereits in der Nacht auf Freitag hatte die Regierung den nationalen Notstand ausgerufen. Das Innenministerium teilte am Freitag mit, die Entscheidung sei wegen des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände und widriger Wetterbedingungen getroffen worden. Umfangreiche Ressourcen im Kampf gegen die Flammen müssten jetzt mobilisiert werden. Durch die Ausrufung des Notstands untersteht der Einsatz nun direkt dem Innenminister. Den Behörden zufolge ist dies das erste Mal, dass dieser Schritt wegen eines Waldbrandes ergriffen wurde. Die Regionalregierung von Madrid hatte zuvor um Hilfe gebeten.
Auch an Frankreichs Atlantikküste wurden wegen der sich weiter unkontrolliert ausdehnenden Waldbrände inzwischen laut Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez mehr als 140 000 Menschen in Sicherheit gebracht.
Die Flammen breiteten sich nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus. Die Gebiete Le Haillan, Eysines und Merignac in der Nähe von Bordeaux würden geräumt, teilte die oberste Verwaltungsbeamtin des Departements Gironde, Sophie Brocas, am Samstag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Die Stadt Bordeaux sei derzeit nicht unmittelbar bedroht. Der beißende Rauchgeruch ist aber inzwischen bis in die Stadt vorgedrungen. Der Flughafen Bordeaux-Mérignac wurde wegen der dichten Rauchentwicklung geschlossen.
Das Feuer hat sich nach Angaben der Präfektur Gironde inzwischen auf 19 000 Hektar Fläche ausgedehnt. 100 Gebäude seien von den Flammen beschädigt, 53 Häuser und ein Campingplatz zerstört worden. Die Behörden sprechen von einem Feuer „beispiellosen Ausmaßes“. Mehr als 1200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1000 erhöht, teilte Premierminister Sébastien Lecornu mit. In die Region Gironde werden 1,5 Millionen FFP2-Masken geliefert, um die Einsatzkräfte und die Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen. 42 Feuerwehrleute wurden wohl überwiegend leicht verletzt. Die Bevölkerung kam bisher nicht zu Schaden.
Seit dem Morgen waren Urlauber und Bewohner von Cap Ferret aus auch mit Schiffen in Sicherheit gebracht und nach Arcachon gebracht worden. Von dort setzte die Bahn zum Weitertransport zusätzliche Züge nach Bordeaux ein. Um bei den Evakuierungen zu helfen, boten die Austernfischer der Region auch ihre Boote an. Die Landwirte unterstützten die Löscharbeiten auf Bitten der Feuerwehr mit der Bereitstellung von 40 Tankwagen.
Südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse hatte ein Lieferwagen auf einer durch einen Wald führenden Landstraße wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bot Frankreich unterdessen Unterstützung an. Die Waldbrände in Frankreich hätten verheerende Auswirkungen und er habe Präsident Emmanuel Macron Mitgefühl ausgesprochen, schrieb der Kanzler in einer französischsprachigen Mitteilung auf der Plattform X. „Wir sind bereit, Frankreich im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zu helfen. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und den Einsatzkräften.“
Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters.
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