SZ 24.04.2026
16:43 Uhr

(+) Waffenruhe in Libanon: Der Krieg macht eine Pause


Israels Angriffe in Südlibanon haben Hunderttausende Zivilisten vertrieben. Nun kehren viele in eine zerstörte Heimat zurück.

(+) Waffenruhe in Libanon: Der Krieg macht eine Pause
„Wir haben so viel verloren“: Die Witwe Hoda Fawaz kann nicht in ihr Dorf zurück, weil es direkt an der Grenze zu Israel liegt. Sie harrt seit Kriegsbeginn in Nabatieh aus. Bernd Dörries

Es gibt noch Apfel-Mango-Aprikose auf Grieß. Oder, etwas bodenständiger, Karotten mit Kartoffeln. Das Regal mit der Hipp-Babynahrung ist stehen geblieben, die Gläschen sind heil. Aber der Boden der Apotheke von Mazen Husseini ist voller Scherben, die er mit einem Besen zusammenkehrt. Die Frontscheibe seiner Apotheke ist durch die Druckwelle einer Explosion im Nachbargebäude herausgeflogen. Husseini ist an diesem Mittwoch zum ersten Mal in den Süden zurückgekehrt, er nutzt den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah, um den Schaden an seinem Gebäude in der Stadt Nabatieh zu inspizieren. Und um mit dem Wiederaufbau zu beginnen. So weit das überhaupt geht, Glas ist derzeit schwer zu bekommen, er muss den Eingang erst einmal mit Holz verrammeln. Viel Hoffnung hat er ohnehin nicht. „Wenn ich Zuversicht in diesen Waffenstillstand hätte, wäre meine Familie auch wieder da“, sagt Husseini.

Beim EU-Treffen in Zypern ist die Freude groß, Viktor Orbán los zu sein. Doch auch ohne den Ungarn gehen Europa in dieser Krisenzeit die Streitpunkte nicht aus.

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