SZ 25.05.2026
14:48 Uhr

(+) Theater: So eine Wut


Ein Hochrisiko-Unternehmen: Das Theater Magdeburg bringt mit Kevin Rittbergers Stück „Wunde Stadt“ die Spätfolgen des Weihnachtsmarkt-Attentats auf die Bühne.

(+) Theater: So eine Wut

Die wichtigste Aufführung dieses neuen Stücks am Theater Magdeburg war vielleicht nicht die Premiere am vergangenen Samstag, sondern die Hauptprobe, zwei Tage vorher. Sie war nicht nur ein Praxistest darauf, ob Kevin Rittberger mit „Wunde Stadt“ ein gutes Stück geschrieben hat und ob dem Regisseur Sebastian Nübling eine schlüssige Uraufführung gelungen ist. Es ging um viel mehr: um Trauer und Mitgefühl und am Ende um so etwas wie Wahrhaftigkeit. Und es ging um den Umgang mit traumatisierten Menschen und den Verletzungen, die deren Leben auf lange Zeit beschädigt haben. Bei dieser Hauptprobe am Donnerstag saßen etwa 30 der Menschen im Zuschauerraum, von denen das Stück erzählt. Ob sie es akzeptieren, was da auf der Bühne stattfindet, ob sie sich und ihre Gefühle in dem Theaterstück wiederfinden, war für den Autor und das Theater deutlich wichtiger als der Applaus bei der Premiere.

In Sachsen-Anhalt schwebt der AfD ein radikaler Umbau des Kulturbetriebs vor. Kein Wunder, in Museen und Theatern könnte sie viel schneller Fakten schaffen als in der Migration.

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