SZ 17.05.2026
14:42 Uhr

(+) Theater: Rodeln im Eisbärkostüm


Ein Team um Regisseur Jan-Christoph Gockel reiste auf den Spuren einer Messerattacke in die Antarktis. Minus 80 Grad, absolute Grenzerfahrung. Warum ist „Polaris“ trotzdem so klamaukig?

(+) Theater: Rodeln im Eisbärkostüm
Oder strampeln auf dem Trimm-dich-Rad: „Polaris“ bei der Uraufführung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Thomas Aurin/Thomas Aurin

Weiß, weiß, weiß, weiß. Schier endlos ist das Weiß des antarktischen Eisschilds, und für den Menschen muss es eine mit nichts zu vergleichende Grenzerfahrung darstellen, ihm ausgeliefert zu sein. Die Uraufführung von „Polaris“ stieß bei den Ruhrfestspielen im Theater Marl wohl auch deshalb auf so großes Interesse. Theaterregisseur Jan-Christoph Gockel, Dokumentarfilmer Lion Bischof und die Schauspieler Julia Gräfner und Wolfram Koch waren für ihr Stück auf die deutsche Polarstation Neumayer III in die Antarktis gereist. Recherche. Die Grenzerfahrung am eigenen Leib und Verstand erleben. Was sie mitbrachten, waren Bezüge zu großer Weltliteratur wie „Solaris“ (schon durch die Titelwahl) oder „Moby Dick“, die in die Inszenierung gewebt sind. Allerdings provozierte die farblose Kälte bei den Theatermachern offenbar vor allem den Willen zur Komik.

Was macht es mit dem menschlichen Geist, wenn draußen minus 80 Grad herrschen? Der Theaterregisseur Jan-Christoph Gockel wollte es am eigenen Leib erfahren: Tagebuch einer Expedition ans Ende der Welt für das Stück „Polaris“.

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