SZ 12.06.2026
14:32 Uhr

(+) TSV 1860 nach Zwangsabstieg: Giesinger Schicksalstage


Die Sechziger haben nach dem Zwangsabstieg weder Geld noch Mannschaft. Vieles steht auf der Kippe, aber vieles ist plötzlich denkbar. Über das Ismaik-Trauma und eine seltsame Gelöstheit von Fans, die ihren eigenen Verein in die Pleite treiben wollen.

(+) TSV 1860 nach Zwangsabstieg: Giesinger Schicksalstage
Ob die Fans in der Regionalliga die Freiheit wiederfinden? Noch ist unklar, wie es beim TSV 1860 München weitergeht. Sebastian Beck

Was hat der Mann hier mitgemacht in all den Jahrzehnten. Haupttribüne, Reihe 2, Platz 7, beste Sicht aufs Spielfeld und dieses zusammengestückelte Stadion, das fast noch genauso aussieht wie damals vor 60 Jahren. Auch unten die Mannschaftskabine rechts vom Eingang: Taktiktafel, Neonlicht, Garderobenständer, sonst nichts. Hier haben sie sich damals bereit gemacht fürs entscheidende Spiel gegen den Hamburger SV. 1:1 stand es am Ende, Sechzig war Deutscher Fußballmeister 1966. „Die schönste Zeit in meinem Leben“, schwärmt Fredi Heiß. Und das soll was heißen, denn der einstige Außenstürmer des TSV 1860 ist mittlerweile 85 Jahre alt und kann auf eine Karriere als erfolgreicher Unternehmer zurückblicken. Doch jedes Mal, wenn er draußen am Stadion vorbeifährt, überkommen ihn die Erinnerungen an den Moment des Triumphs. Drinnen hingegen legt sich die Tristesse der Gegenwart aufs Gemüt: „Manchmal ist es sehr schwierig, da zu sitzen.“

Der TSV 1860 will authentisch und proletarisch, aber auch groß und erfolgreich sein. So wie Giesing, wo sich alles abspielt. Einblicke in ein Viertel und seinen Verein, die stets zwischen Himmel und Hölle taumeln.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: