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30.07.2026
18:50 Uhr
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Auf der griechischen Ferieninsel brachte die Küstenwache 50 Menschen in Sicherheit. In Spanien und Frankreich können viele Menschen zurück in ihre Häuser. Doch neue Feuer werden gemeldet.

Während sich die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste sowie in der Region rund um Spaniens Hauptstadt Madrid entspannt, kämpfen Einsatzkräfte in anderen Teilen Südeuropas weiter gegen neue Feuer. Hohe Temperaturen, Trockenheit und teils stürmische Winde erschweren die Löscharbeiten. Auf der bei deutschen Urlaubern beliebten Mittelmeerinsel Kreta starben Feuerwehrleute bei Löscharbeiten.
Die Waldbrände im Süden Kretas wüten weiter. Am Donnerstag brach nahe der Ortschaft Preveli ein neuer Brand aus. Wegen der starken Rauchentwicklung brachte die Küstenwache rund 50 Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit, wie der griechische Rundfunk ERT berichtete.
Starke Winde erschweren den Feuerwehren bereits den zweiten Tag in Folge die Löscharbeiten. „Die Leute (der Feuerwehr) sind erschöpft, sie kämpfen aber weiter gegen die Flammen“, sagte Giorgos Marinakis, der Bürgermeister der Regionalhauptstadt Rethymno, griechischen Medien.
Vor allem Löschflugzeuge und Hubschrauber können nur eingeschränkt eingesetzt werden. Zudem brachen auch auf den Ägäis-Inseln Andros, Kalymnos und Paros kleinere Brände aus, teilte ein Offizier der Feuerwehr mit.
Auf Kreta kamen bislang zwei Feuerwehrleute ums Leben, ein weiterer starb auf der Halbinsel Peloponnes. Aus der Region des beliebten Ferienortes Agia Galini an der Südküste Kretas wurden mehr als 8000 Menschen in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag konnten Urlauber nach Angaben von vor Ort arbeitenden Reportern zurückkehren.
Im Vergleich zu Spanien und Frankreich war Griechenland in diesem Sommer bislang von großflächigen Waldbränden weitgehend verschont geblieben. Behörden führen das unter anderem darauf zurück, dass lang anhaltende Hitzewellen bislang ausgeblieben waren und der Brandschutz nach den verheerenden Feuern der vergangenen Jahre deutlich ausgebaut wurde. Dafür stehen aktuell 85 Löschflugzeuge und -hubschrauber bereit. Zudem sollen mehr als 100 Drohnenbasen Brände frühzeitig erkennen, vier eigens für die Brandbekämpfung entwickelte Satelliten überwachen besonders trockene Wald- und Buschgebiete.
Den höchsten vorläufigen Wert meldet der Deutsche Wetterdienst mit 40,5 Grad aus Bernburg an der Saale. An der Donau müssen wegen Wassermangels Atomkraftwerke abgeschaltet werden.
An der französischen Atlantikküste können weitere 84 000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause. Insgesamt 224 000 Menschen waren in der Region in Sicherheit gebracht worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60 000 Menschen in drei Gemeinden zurückkehren. Auch in Südfrankreich und im Burgund kämpfen die französischen Einsatzkräfte weiter gegen Naturbrände.
Unter den Menschen, die wegen der Brände aus ihren Häusern fliehen mussten, sind nach Medienberichten auch der Hollywood-Star George Clooney („Syriana“) und seine Familie. Sie hätten ihr Anwesen in der südfranzösischen Gemeinde Brignoles verlassen, berichteten unter anderem die US-Magazine „People“ und „Us Weekly“.
Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet, wo es vor zwei Wochen bereits gebrannt hatte.
Hunderttausende Menschen mussten bislang in Südeuropa ihr Zuhause verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Nicht alle haben die Notwendigkeit eingesehen. Jetzt kehren die Ersten zurück – und sind entsetzt von den Narben, die das Feuer hinterlassen hat.
Nach der Entspannung bei den verheerenden Waldbränden rund um Madrid hat Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben. Die Brände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben.
Erleichterung gab es auch aus der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Auch dort hatten Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen. Insgesamt erfassten die Flammen dort 9300 Hektar.
Damit scheint die schlimmste Waldbrandlage seit Jahrzehnten vorerst unter Kontrolle. Allein in der Provinz Ávila zerstörten die Flammen rund 50 000 Hektar Wald- und Buschland – nach Behördenangaben war es der größte Waldbrand seit Beginn der amtlichen Erfassung 1968.
Angesichts einer neuen Hitzewelle mit extremen Temperaturen rief Sánchez die Bevölkerung dennoch zu besonderer Vorsicht auf. Mehrere der schwersten Brände seien durch Unachtsamkeit verursacht worden.
Trotz der Entspannung an den größten Brandherden lodern in Spanien weiter Waldbrände. Nach Angaben des staatlichen Senders RTVE brachen neue Feuer im Nordwesten des Landes in der Provinz León sowie in einem Naturpark der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal aus. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner seien dort bis Donnerstagmorgen zwölf Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt worden, meldete der Rundfunk. Rund 1000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer allerdings die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit.
Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Muğla und Balıkesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Muğla hinzugekommen.
Auf Kreta sterben zwei Feuerwehrleute, in Frankreich schlagen Freiwillige Schneisen in den Wald und in Bayern steht ein Berggipfel in Flammen. Ein Blick von oben zeigt, wie sich die Brände entwickelt haben.
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