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29.06.2026
18:16 Uhr
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Die Polizei hat den mutmaßlichen Schützen festgenommen. Zwei weitere Personen werden derzeit vernommen. Zu den Hintergründen der Tat sind noch viele Fragen offen.

Stade war bis Montagmittag in Deutschland vor allem als Ausflugsziel bekannt. Wegen der schönen Altstadt mit den Fachwerkhäusern, des historischen Hafens und der Nähe Stades zum größten Obstanbaugebiet Europas, dem Alten Land. Doch nun ist die niedersächsische Stadt westlich von Hamburg landesweit in den Schlagzeilen, weil dort am Montagmittag sechs Menschen erschossen worden sind. Weitere Schwerverletzte gibt es entgegen erster Meldungen nach derzeitigem Stand nicht.
Die Schüsse fielen in einer Einrichtung an der Dankersstraße, in der auch Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht sind. Um 12.10 Uhr war die Polizei über die Schüsse informiert worden. Einer Polizeisprecherin zufolge waren kurze Zeit später Einsatzkräfte vor Ort, „mussten aber am Tatort feststellen, dass es in einem Wohngebäude mehrere Tote gab“.
Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um vier Frauen und zwei Männer. Auf einer Pressekonferenz am Abend teilte die Polizei mit, dass es sich bei den Todesopfern ausschließlich um Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung handelt.
Der mutmaßliche Täter ist den Ermittlungen zufolge ein 45-jähriger in Deutschland geborener Mann mit türkischen Wurzeln. Den ersten Erkenntnissen der Polizei nach kommt als Motiv wohl ein Sorgerechtsstreit um ein drei Monate altes Mädchen in Betracht, die in der Jugendhilfeeinrichtung untergebracht waren. Das Kind und die Mutter sind nicht unter den Todesopfern. Berichte von Lokalmedien, wonach Kinder Augenzeugen der tödlichen Schüsse gewesen sein sollen, bestätigte die Polizei zunächst nicht.
Der mutmaßliche Schütze wurde kurz nach den tödlichen Schüssen von der Polizei festgenommen. Zwei weitere Personen befänden sich in polizeilichen Maßnahmen, seien aber nicht festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Sie würden vernommen und gegebenenfalls einer Spurensicherung unterzogen. Einen Haftbefehl gegen den Mann gibt es derzeit noch nicht. Es sei noch offen, ob und wann am Dienstag ein solcher Befehl beantragt werde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das hänge nun von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Polizei ab.
Nah der Festnahme teilte die Polizei mit, es bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Zuvor war das Gebiet um die Jugendhilfeeinrichtung großräumig abgesperrt gewesen, die Polizei hatte vor einer „dynamischen Lage“ gewarnt und dazu aufgerufen, das Gebiet um die Dankersstraße in Stade zu meiden.
Auf der Homepage der betroffenen Jugendhilfeeinrichtung sind Fotos von zwei Wohnhäusern mit freundlichen Zimmern, Gemeinschaftsräumen und einem Garten mit bunten Rutschen und Klettergerüsten zu sehen. Seit 2012 hat sich der private Träger auf die Betreuung und Begleitung junger Mütter mit ihren Kindern spezialisiert, es stehen laut offiziellen Angaben elf Plätze in voll- und teilbetreuten Wohngruppen zur Verfügung. Auch Babys und Kinder zwischen null und sechs Jahren, die vom Jugendamt in Obhut genommen werden, sind dort untergebracht. „Bei uns finden werdende Mütter und junge Frauen mit Kind für eine begrenzte Zeit einen neuen Lebensort“, heißt es auf der Website.
Die Polizei war am Montag mit einem Großaufgebot in Stade im Einsatz und wurde von zahlreichen Rettungskräften und Notfallseelsorgern begleitet. Die Einsatzkräfte und der Stader Stadtrat appellierten eindringlich, keine Gerüchte in den sozialen Netzwerken über die Tat in Stade zu verbreiten.
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Die Stadt Stade hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie den Opfern der Tat sowie deren Hinterbliebenen ihr Mitgefühl ausspricht und sich bei den Einsatz- und Rettungskräften bedankt. Ganz in der Nähe des Tatorts betreibt die Stadt eine Kindertagesstätte und eine Grundschule. Für die Kinder und Mitarbeitenden dort habe weder Gefahr bestanden noch seien dort laut der offiziellen Mitteilung Schüsse zu hören gewesen, heißt es in dem Schreiben.
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