SZ 29.06.2026
15:22 Uhr

(+) Stade: Fünf Tote nach Schüssen in Jugendhilfeeinrichtung


Die Polizei hat zwei Menschen festgenommen, darunter soll auch der mutmaßliche Schütze sein. Zu den Hintergründen der Tat sind noch viele Fragen offen.

(+) Stade: Fünf Tote nach Schüssen in Jugendhilfeeinrichtung

Stade war bis Montagmittag in Deutschland vor allem als Ausflugsziel bekannt. Wegen der schönen Altstadt mit den Fachwerkhäusern, dem historischen Hafen und der Nähe Stades zum größten Obstanbaugebiet Europas, dem Alten Land. Doch nun ist die niedersächsische Stadt westlich von Hamburg landesweit in den Schlagzeilen, weil dort am Montagmittag fünf Menschen erschossen worden sind.

Weitere Menschen sollen zum Teil schwer verletzt worden sein. Bei den Toten soll es sich nach Polizeiangaben bisher um fünf Erwachsene handeln, vier Frauen und einen Mann. Das ist deshalb relevant, weil die Schüsse in einer Jugendhilfeeinrichtung fielen.

Noch ist wenig über die Tat, ihre Hintergründe und die Opfer bekannt. Eine Polizeisprecherin teilte mit, dass die Schüsse in einer Einrichtung an der Dankersstraße fielen, in der auch Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht sind. Um 12.10 Uhr war die Polizei über die Schüsse informiert worden. Einem Sprecher zufolge seien kurze Zeit später Einsatzkräfte vor Ort gewesen, „mussten aber am Tatort feststellen, dass es in einem Wohngebäude mehrere Tote gab“.

Nicht bekannt ist bisher, in welcher Beziehung der Schütze zu den Opfern stand. In welchem Zusammenhang die Einrichtung mit dem Vorfall steht, war am Montagmittag ebenfalls noch unklar. Berichten von Lokalmedien, wonach Kinder Augenzeugen der tödlichen Schüsse gewesen sein sollen, bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Zwei Verdächtige wurden von der Polizei kurz nach den tödlichen Schüssen festgenommen, darunter auch der mutmaßliche Schütze. Danach teilte die Polizei mit, es bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Zuvor war das Gebiet um die Jugendhilfeeinrichtung großräumig abgesperrt gewesen, die Polizei hatte vor einer „dynamischen Lage“ gewarnt und dazu aufgerufen, das Gebiet um die Dankersstraße in Stade zu meiden.

Auf der Homepage der betroffenen Jugendhilfeeinrichtung sind Fotos von zwei Wohnhäusern mit freundlichen Zimmern, Gemeinschaftsräumen und einem Garten mit bunten Rutschen und Klettergerüsten zu sehen. Seit 2012 hat sich der private Träger auf die Betreuung und Begleitung junger Mütter mit ihren Kindern spezialisiert, es stehen laut offiziellen Angaben elf Plätze in voll- und teilbetreuten Wohngruppen zur Verfügung. Auch Babys und Kinder zwischen null und sechs Jahren, die vom Jugendamt in Obhut genommen werden, sind dort untergebracht. „Bei uns finden werdende Mütter und junge Frauen mit Kind für eine begrenzte Zeit einen neuen Lebensort“, heißt es auf der Website.

Die Polizei war am Montag mit einem Großaufgebot in Stade im Einsatz und wurde von zahlreichen Rettungskräften und Notfallseelsorgern begleitet. Die Einsatzkräfte und der Stader Stadtrat appellierten eindringlich, keine Gerüchte in den sozialen Netzwerken über die Tat in Stade zu verbreiten.

Die Stadt Stade hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie den Opfern der Tat sowie deren Hinterbliebenen ihr Mitgefühl ausspricht und sich bei den Einsatz- und Rettungskräften bedankt. Ganz in der Nähe des Tatorts betreibt die Stadt eine Kindertagesstätte und eine Grundschule. Für die Kinder und Mitarbeitenden dort habe weder Gefahr bestanden noch seien dort laut der offiziellen Mitteilung Schüsse zu hören gewesen, heißt es in dem Schreiben.

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