SZ 20.04.2026
14:59 Uhr

(+) Sparkassen: „Eine lupenreine Falschberatung“


Mehr als  60 Jahre lang war Martin W. Kunde einer Sparkasse. Bis ihm dort Zertifikate angeboten wurden – Finanzprodukte, die Verbraucherschützer schon lange kritisieren. Die Geschichte einer Entfremdung.

(+) Sparkassen: „Eine lupenreine Falschberatung“
Werkstattgebäude mit Zollingerdach in Coburg: Geld für dieses Bauprojekt hatte Martin W. auf Anraten seiner Sparkasse in Zertifikaten angelegt. Keine gute Idee, wie sich herausstellte. privat

Wenn man sich einen idealen Sparkassenkunden vorstellt, dann in etwa so: solide, bodenständig, mittleres Alter, gutes Einkommen, ein paar Vermögensanlagen, Immobilien, verwurzelt im Heimatort. Man stellt sich Menschen vor wie Gitte und Martin W., über die man im Juli 2018 in der Neuen Presse Coburg unter der Überschrift „Perlen der Altstadt“ lesen konnte: Das Ehepaar hat damals eine Medaille gewonnen, weil es ein „Werkstattgebäude mit Zollingerdach“ vor dem Verfall gerettet hat. Unter anderem mit einem Baukredit von der Sparkasse – aber da haben sie mittlerweile kein Konto mehr.

Viele Finanzprodukte sind unnötig teuer oder ungeeignet. Dennoch verkaufen Banken und Sparkassen sie weiterhin. Frage an Bafin-Chef Mark Branson: Sollte sich die Finanzaufsicht nicht stärker um den Verbraucherschutz kümmern?

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