SZ 12.10.2026
15:06 Uhr

(+) Prozess in Arnsberg: Neun Minuten dauert es, die Grausamkeiten einzeln vorzulesen


Eine obdachlose Frau sucht Hilfe. Dann landet sie im Haus von Dennis J. in Soest. Monatelang soll sie dort von jungen Männern gequält und erniedrigt worden sein. Das volle Ausmaß des Sadismus ist noch gar nicht abzusehen.

(+) Prozess in Arnsberg: Neun Minuten dauert es, die Grausamkeiten einzeln vorzulesen
Dennis J. ist der Hauptangeklagte im Verfahren. Er soll bei so gut wie allen vorgeworfenen Taten dabei gewesen sein.
Foto: Oliver Berg/dpa

Immer wieder kam sie zurück. Sie lief dann durch die Straßen von Soest, eine Frau, die keine Wohnung hatte, die keinen Platz zum Schlafen hatte, die Hunger hatte. Sie lief zu dem einen Menschen, den sie in der Stadt kannte, zu einer Frau, der sie vertraute. In einem Wohngebiet im Süden der Stadt kam sie an ihrem Ziel an, einem weißen Reihenhaus mit schwarzen Ziegeln, Mülltonnen vor dem Haus. Sie kam hierher, weil sie auf ein warmes Bett und Essen hoffte. So verzweifelt war sie, dass sie auch noch kam, als sie schon geahnt haben dürfte, was sie sonst noch alles erwarten könnte.

Maren Becker wurde in einer Bielefelder Klinik von einem Arzt betäubt und vergewaltigt. Einen Prozess gab es nie, der Mann hat sich umgebracht. Aber eine Frage lässt Becker nicht los: Hätten Kollegen den Serientäter stoppen können?

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