SZ 13.03.2026
07:05 Uhr

(+) Podcast „Ist das gerecht?“: „Ich habe tatsächlich Angst, vom Verfassungsschutz überwacht zu werden“


İlker Çatak über die Frage, wie man als Filmemacher unabhängig bleiben kann – trotz einer besorgniserregenden Tendenz.

(+) Podcast „Ist das gerecht?“: „Ich habe tatsächlich Angst, vom Verfassungsschutz überwacht zu werden“

Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat drei linke Buchhandlungen wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ vom inzwischen abgesagten Deutschen Buchhandlungspreis 2026 ausgeschlossen – und damit weite Teile des Kulturbetriebs in Deutschland erschüttert. Auch in der Filmbranche herrscht Verunsicherung. Schließlich ist sie auf staatliche Institutionen wie die Filmförderungsanstalt FFA und auf die Unterstützung durch den Kulturstaatsminister angewiesen.

„Ich habe tatsächlich Angst, vom Verfassungsschutz überwacht zu werden“, sagt der Filmemacher İlker Çatak im Gespräch mit SZ-Redakteur Ronen Steinke im Podcast „Ist das gerecht?“. Das Vorgehen des Kulturstaatsministers Weimer erwecke den Eindruck, dass erst die politische Gesinnung geprüft werde, bevor staatliche Fördergelder vergeben werden. „Und das ist eine Tendenz, die keiner von uns gutheißen kann, die unsere Demokratie schädigt.“ Spätestens jetzt komme es in der Kulturbranche an, dass das politische Bewusstsein wieder geweckt werden müsse.

İlker Çatak ist der derzeit vielleicht interessanteste und erfolgreichste Filmemacher Deutschlands. Auf der Berlinale ist er gerade mit dem Goldenen Bären für den Film „Gelbe Briefe“ ausgezeichnet worden. Zuvor hatte Çatak für „Das Lehrerzimmer“ den Deutschen Filmpreis in fünf Kategorien erhalten und sogar eine Oscar-Nominierung für den besten internationalen Film. In der neuen Folge des Podcasts spricht er mit Jurist und SZ-Redakteur Ronen Steinke über die Freiheit der Kunst.

Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Folge von „Ist das gerecht?“. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören auf SZ.de oder auf Spotify.

Moderation: Ronen Steinke

Redaktion: Justin Patchett

Produktion: Imanuel Pedersen

Bildrechte Cover: Jeremy Knowles / Bearbeitung SZ

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