SZ 08.07.2026
11:18 Uhr

(+) Münchner Osten: Frau darf wegen ihres Aussehens nicht ins Strandbad


Weil sie eine durch einen Gendefekt ausgelöste Hautveränderung hat, bleibt Anja Gründel der Eintritt am Kastensee verwehrt. Sie fordert eine Entschuldigung, der Betreiber sieht bei sich keine Schuld.

(+) Münchner Osten: Frau darf wegen ihres Aussehens nicht ins Strandbad
Das Freibad Kastensee bei Glonn im Landkreis Ebersberg ist eine willkommene Oase an heißen Tagen. Nur eben nicht für jeden. Peter Hinz-Rosin

„Ich kann mich leider nicht unter die Dusche stellen und das wegwaschen“, sagt Anja Gründel. Seit ihrer Kindheit leidet die heute 59-Jährige an Morbus Recklinghausen, einem Gendefekt, der mit zahlreichen sichtbaren Hautveränderungen einhergeht. Dass sie neugierig angeschaut wird, ist sie inzwischen gewohnt. Doch das, was ihr Ende Juni im Strandbad am Kastensee östlich von München passiert ist, war eine neue, schlimme Erfahrung: Wegen ihres äußeren Erscheinungsbilds wurde ihr der Zutritt verwehrt. Manfred Lamm, der Betreiber, sagt, er habe von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht, weil sich andere Badegäste beschwert hätten. „Ich habe mich diskriminiert gefühlt“, sagt Anja Gründel. Sie fordert nun eine Entschuldigung und hat eine Anwältin eingeschaltet.

Die Steinhöringerin Anja Hüwel hat als Hebamme in fast 50 Jahren rund 3000 Geburten begleitet. Wie blickt sie auf dieses außergewöhnliche Geschehen? Auf Frauen und auch auf deren Männer?

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