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08.10.2026
07:26 Uhr
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Die Raubkatze soll in der Nähe des Flughafens gesichtet worden sein. Aber auch die Suche mit einer Wärmebildkamera bringt keine neuen Erkenntnisse. Das Landratsamt Erding warnt, Kinder unbeaufsichtigt spielen zu lassen.

Einsatzkräfte durchkämmen ein Gebiet südlich des Münchener Flughafens, nachdem ein Jäger in der Nacht zuvor ein verdächtiges Tier gesichtet hatte.
Foto: Felix Kirberg/dpa
Es sind skurrile Szenen, die sich am späten Mittwochnachmittag im Notzingermoos abspielen. Mindestens 20 Polizisten streifen mit Maschinenpistolen und Sturmgewehren bewaffnet durch die Prärie, durchkämmen ein Rapsfeld. Nebenan parken vier Mannschaftsbusse, an einer anderen Stelle weitere drei. Zwischenzeitlich kreist ein Helikopter über Wiesen, auf denen friedlich Rinder grasen. Kurz darauf surrt eine Drohne über den Polizisten. Diese bleiben immer wieder stehen, dann durchkämmen sie die Wiesen weiter. Was ist los im pittoresken Hinterland des Münchner Flughafens?
Der Grund ist so abstrus wie die Jagdszenen im Moor: In der Nähe des Münchner Flughafens ist möglicherweise eine frei laufende Raubkatze unterwegs. „Nach erster fachlicher Einschätzung könnte es sich um einen Puma handeln“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Erding. Laut der Kreisbehörde ist die mutmaßliche Raubkatze im Naturschutzgebiet Notzingermoos in der Gemeinde Oberding gesichtet worden. Die liegt nur wenige Kilometer vom Airport München entfernt. Woher das Tier stammen könnte, ist nach Angaben der Pressesprecherin der Behörde völlig unklar. So gebe es keine Erkenntnisse über einen Zirkus in der Region.
In der Nacht zu Donnerstag wurde mit einer Wärmebildkamera aus der Luft nach dem Tier gesucht – doch auch die brachte keine neuen Erkenntnisse. Abgesucht wurde das Gebiet im Notzingermoos in der oberbayerischen Gemeinde Oberding. Eine Polizeisprecherin erklärte am Morgen, die Kamera habe keine neue Spur gebracht.
Bereits am späten Dienstagabend hatte ein Jäger auf seinem Nachtsichtgerät eine Großkatze erkannt und die Polizei informiert. Die gefertigten Bildaufnahmen wurden noch in der Nacht einem Experten vorgelegt. Dieser ging davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen Puma handeln könnte.
Die Polizei unternahm am Mittwochnachmittag eine größere Suchaktion mit einem Hubschrauber und Drohnen. Das Gebiet solle so von oben abgesucht werden, zudem seien Streifenwagen unterwegs, sagte eine Polizeisprecherin. „Die Suchmaßnahmen sind in vollem Gange, das Tier wurde bisher nicht gesehen.“ Gesucht wird nach allen Anzeichen, die beweisen können, dass es sich tatsächlich um eine Großkatze handelt. Die eingesetzten Beamten halten daher auch nach Exkrementen und Ähnlichem Ausschau.
Am späten Mittwochnachmittag dann, meldete das Landratsamt Freising, dass es keine Erkenntnisse über einen etwaigen Halter des Tieres gebe. Das vorhandene Bildmaterial werde in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten weiter analysiert. Nach wie vor sei nicht klar, um welche Tierart es sich handelt. Die Untersuchungen zur Bestimmung des Tieres dauerten an, so die Sprecherin des Landratsamtes, das zu höchster Vorsicht rät. Wer das Tier sehe oder Erkenntnisse über den Aufenthaltsort habe, solle sich sofort bei der Polizei in Erding melden. Die Einwohner in der Region wurden aufgerufen, Hunde nicht frei laufen zu lassen. „Und lassen Sie kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen“, informierte das Landratsamt auf Facebook.
Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Thomas Schreder mahnte zur Ruhe. „Bitte nicht aktiv nach dem Tier suchen und stattdessen die Behörden ihre Arbeit machen lassen“, sagte er der Presse-Agentur dpa. „Nachts würde ich das Gebiet erst mal eher meiden. Hunde sollte man auch tagsüber nicht frei laufen lassen.“ Panik sei sicher nicht angebracht, betont Schreder. „Aber wenn es ein Puma sein sollte, ist das eben auch kein ungefährliches Tier.“
Wer seinen Hund ohne Leine in dem Gebiet bei Oberding laufen lasse, provoziere möglicherweise „das, was wir nicht wollen – einen Konflikt“. Nach Schreders Einschätzung, der die bestehenden Aufnahmen eingesehen hat, handelt es sich nicht um eine heimische Großkatze. Mehrere Jäger im Landkreis könnten mit Wärmebild-Drohnen bei der Suche unterstützen, so Schreder. Bisher seien die Behörden aber nicht auf die Jäger zugekommen.
In mehreren vergangenen Fällen in Deutschland hatten sich vermeintliche Raubkatzen-Sichtungen als harmlos herausgestellt. 2023 suchten Polizei und Jäger in Kleinmachnow bei Berlin rund 30 Stunden nach einer Löwin – am Ende war es höchstwahrscheinlich ein Wildschwein. 2025 sorgte ein vermeintlicher Puma am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt für eine große Suche; ein Experte hielt das Tier später für eine Hauskatze. Mehrfach entpuppten sich vermeintliche Raubtiere zudem als Stofftiere, etwa in Cuxhaven und Frankfurt.
Im Erdinger Hinterland verlief die Suche am Mittwochabend ohne Ergebnis. Bei Einbruch der Dunkelheit zogen die Polizisten aus dem Naturschutzgebiet ab – ohne Beuteteile oder Exkremente gefunden zu haben.
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