SZ 08.10.2026
13:24 Uhr

(+) Leute: „Plötzlich steht im Internet: Sie sind verheiratet, bla bla bla“


Olivia Rodrigo möchte ihre Dates für sich behalten, Christoph Kramer ist reich dank Pokémon, und Daniel Günther schreit in Lederhosen nach Liebe.

(+) Leute: „Plötzlich steht im Internet: Sie sind verheiratet, bla bla bla“
Olivia Rodrigo auf der Bühne in Irvine, Kalifornien, im August.
Foto: Chris Pizzello/AP

Olivia Rodrigo, 23, Sängerin, möchte entspannter daten. Sie nerve es, dass ständig Fotos von ihr und ihrem Umfeld gemacht würden, sagte sie dem Hollywood Reporter. „Da ist diese Last, dass Menschen Fotos von dir machen, dass du dein Leben und wen du datest, niemals privat halten kannst.“ Das sei hart und traurig. „Beziehungen sollten doch etwas Privates sein.“ Nach jedem ungezwungenen Date mit einem Mann lande wieder ein Foto davon im Internet. „Manchmal gehst du mit einem Typen aus, der nicht dein Freund ist, und plötzlich steht im Internet: Sie sind verheiratet, bla bla bla.“ Sie sei aber nun mal Single und habe keinen Freund. Aber eigentlich sei auch das egal.

Christoph Kramer, 36, Ex-Fußballprofi, Moderator und Literat, investiert in Pokémon. „Ich sammle seit 1999 Pokémon-Karten, habe die erste Edition auf Englisch komplett und gebe meine Sammlung für kein Geld der Welt her“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für ihn sei das eine Leidenschaft – und eine „echte Wertanlage“. „Ich bin fest davon überzeugt, dass sich unsere Generation mit 50 oder 60 Jahren keine klassischen Gemälde mehr an die Wand hängt, sondern lieber Pokémon-Karten hinter Glas einrahmt“, sagte er. Über seine Sammlung der Fantasiemonster Pikachu, Giflor und Co. aus der gleichnamigen Videospielreihe sagte er: „Ich schätze, dass sie rund 400 000 Euro wert ist.“ Tatsächlich werden die Karten für hohe Summen gehandelt. Der US-Influencer Logan Paul hatte im Februar eine Karte für 16,5 Millionen Dollar versteigert.

Travis Barker, 50, Schlagzeuger bei Blink 182 und Ehemann von Kourtney Kardashian, musste wegen tauber Arme operiert werden. „Mein Arm, meine Hand und Finger waren taub seit einer Show, die ich vergangenen Monat gespielt habe“, schrieb er auf Instagram. Nach dem Konzert habe er sich durchchecken lassen und sofort einen OP-Termin ausgemacht: „Ich wollte das hinter mich bringen, damit ich noch eine lange Zeit so spielen kann, wie ich spiele.“ In ein paar Wochen sei er wieder fit, hätten ihm seine Ärzte gesagt. Er könnte sich auch noch etwas mehr Zeit lassen. Als nächsten Auftritt weist die Seite der Band erst im Juni 2027 ein Festival in Hradec Králové in Tschechien auf.

Horst Lichter, 64, Moderator und passionierter Bartträger, war bereit, für einen Gag seine Gesichtsbehaarung zu opfern. In der neuesten Folge der Reinlege-Show „Verstehen Sie Spaß?“, die am Samstag ausgestrahlt wird, sollte er das Moderatorenteam des Sat1-„Frühstücksfernsehen“  hinters Licht führen. Er behauptete frühmorgens in der Sendung, dass er sich „neu erfinden“ und Reality-Star werden wolle. Darum sollte auch sein Markenzeichen weg. „Ich will diesen Schnurrbart weghaben!“, rief er in der Sendung. Der sei für ihn „wie Staub und Dreck“. Lichter trägt ihn seit seinem 19. Lebensjahr. Die überraschten Moderatoren setzten zitternd die Schere an und schnibbelten los – bis Barbara Schöneberger, die Moderatorin der ARD-Sendung  „Verstehen Sie Spaß?“, ins Studio stürmte, die Aktion beendete und klar war: alles nur ein Streich. Lichter sagte später, dass Fans von ihm sogar die Chefetage des Senders während der Live-Sendung kontaktiert hätten, um seinen Bart zu retten.

Daniel Günther, 53, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, hat sich bei Tiktok angemeldet. „Geht los!“, ruft er in dem ersten Video, das er gerade bei  @mp.schleswig-holstein postete. „Die letzten Wahlen haben mir gezeigt, dass dieses Medium viel verändern kann“, spielte er in den Lübecker Nachrichten auf den Erfolg der AfD bei den jüngsten Landtagswahlen an. Die Partei ist auf Tiktok sehr präsent. „Ich habe zunächst gefremdelt“, sagte er. „Aber wir dürfen den Kampf auf diesem Feld nicht den Extremen überlassen.“ Günther nutzt dafür auch andere Bühnen. Auf dem Eckernförder Oktoberfest sang er den Kieler Nachrichten zufolge gerade in Lederhosen und kariertem Hemd auf der Bühne „Schrei nach Liebe“. Der Song der Ärzte ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Songs gegen Neonazis.

In Kinderzimmern werden absonderliche Dinge gehortet. Stöcke, Bonbonpapier, und wegen Pokémon-Karten spielen sich kleine Dramen ab. Eltern schütteln den Kopf, doch der Erziehungswissenschaftler Ludwig Duncker sagt: Beim Sammeln und Tauschen können Kinder einiges lernen.

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