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18.06.2026
15:45 Uhr
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Was soll dieses gigantische Vernetzungs-Projekt im Freistaat bewirken, das sämtliche Sparten übergreift und von Soloselbstständigen bis zum Staatstheater alle verbindet?

Fünf bekannte Netzwerker haben den Kulturatlas aus der Taufe gehoben: Rebecca Zimmermann, Franz Herzog von Bayern, Markus Michalke, Anna Kleeblatt, Max Wagner, hier angetreten zum offiziellen Launch. Stiftung Kulturzukunft Bayern
Von der Blasmusik bis zum Staatstheater, vom Performance-Kollektiv bis zu den Pinakotheken – im Kulturatlas Bayern sind all die vielen großen und kleinen Akteure des kulturellen Lebens in Bayern nun nicht nur verzeichnet – sie sind darin auch miteinander vernetzt. Das Ziel: Der auf diesem Wege mögliche Austausch etwa darüber, wo es Fördergeld gibt oder veränderte juristische Auflagen für Veranstaltungen, soll für alle hilfreich sein.
Das Angebot ist dank der Stiftung „Kulturzukunft Bayern“ zustande gekommen. Der Freistaat unterstützte seinen Aufbau. Es ist für alle Kulturakteurinnen und Akteure kostenlos. Es vereint die staatliche, die kommunale und die private Szene. Die Resonanz ist bereits enorm. Schon für den seit Mai 2026 laufenden Pilotbetrieb hatten sich mehr als 1000 Einzelkämpfer und Institutionen für den Atlas akkreditiert. Nun sind die damit verbundene Homepage und App offiziell an den Start gegangen. Viele weitere Kulturschaffende werden sich wohl in der nächsten Zeit eintragen.
„Bei der Verknüpfung der Mitglieder haben wir uns am Prinzip des beruflichen Netzwerks LinkedIn orientiert“, sagt Rebecca Zimmermann, die Geschäftsführerin der Stiftung Kulturzukunft Bayern beim Kick-off-Event in München. Für jenen Bereich, der vermutlich auf Homepage und App bald schon am meisten frequentiert werden wird, hat man mit hohem Aufwand einen „Atlas im Atlas“ geschaffen: Der „Förderatlas“ dient der Suche nach bereits existierenden Förderprogrammen. 700 geprüfte Programme sind dort derzeit enthalten. Und die Zeiten sind bekanntlich hart für die Kultur, weil überall gespart werden muss. Davon sind öffentlich getragene Häuser ebenso betroffen wie alle, die als Privatveranstalter arbeiten oder sich als Freischaffende oder Ehrenamtliche durchschlagen.
Die Idee, durch Vernetzung den kreativen Austausch zu fördern, Stadt und Land enger zusammenzubringen und sich nicht mutterseelenallein mit Fragen der Bürokratie herumzuschlagen, reifte unterdessen schon vor der Pandemie heran. Die schwere Krise, die mit den Shutdowns einherging, die den Kulturbetrieb im Freistaat besonders hart trafen, befeuerte ihre Umsetzung. Die weiterhin angespannte Weltlage tut ihr übriges, um selbst die überzeugtesten Einzelkämpfer nach Mitstreiterinnen und Mitstreitern Ausschau halten zu lassen.
Der Kulturatlas richtet sich dezidiert nicht an das Publikum als Veranstaltungskalender. Er ist als Arbeitsinstrument für Kulturschaffende konzipiert. Deswegen hat die nun online verfügbare Basisversion auch Themen-Communitys, einen „Event-Radar“ für Weiterbildungen und Tagungen, einen „Know-how-Pool“ mit Leitfäden etwa für Gema-Abgaben, Klimabilanzen und Marketing sowie einen Pressespiegel zu bieten. Die Plattform ist als lernendes System gedacht und soll weiter ausgebaut werden. Erst Ende 2027 soll es komplett fertig sein.
Von 2028 an muss die Stiftung den Betrieb aus eigenen Mitteln bestreiten. Bis dahin bleibt der Freistaat Bayern als Förderer mit an Bord. Kunstminister Markus Blume spricht von „einem echten Pionierprojekt“. Markus Michalke, der die Stiftung Kulturzukunft 2024 gemeinsam mit Herzog Franz von Bayern und Kulturmanagerin Anna Kleeblatt gegründet hat, betont, wie stark die „Sichtbarkeit für die Vielfalt der Kultur in Bayern“ durch den Kulturatlas wachse. Und Max Wagner, der 2024 einer der Vorstände der Beisheim Stiftung gewesen ist, die wesentlich für das Startkapital sorgte und die den Kulturatlas weiterhin unterstützt, verweist auf zusätzliche Möglichkeiten: „Man kann den Atlas durchaus über Bayern hinaus denken. Kultur ist Ländersache, deswegen ließe sich das, was wir hier erarbeitet haben, auch auf Hessen oder Baden-Württemberg übertragen.“
Doch erst einmal wird der bayerische Kulturatlas nun auf die Probe gestellt. Zugriffszahlen und Nutzerkommentare werden ein Teil der Währung sein, die über seinen Erfolg entscheidet. Die Registrierung ist möglich unter www.kulturatlas-bayern.de. Dort finden sich auch alle Details zu den Bedingungen dafür.
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