SZ 01.06.2026
14:58 Uhr

(+) Glosse: Das Streiflicht: Hamburg, Stadt des kühlen Neins


Die Hamburger haben sich wieder als eigensinnig und unbeugsam erwiesen mit ihrem Veto gegen die Olympischen Spiele. Hat das Nein an der Elbe eine kulturgeschichtliche Tradition?

(+) Glosse: Das Streiflicht: Hamburg, Stadt des kühlen Neins

(SZ) Jeder, der auch nur eine kurze Zeit in Hamburg verbracht hat, wird zu einer Fünf-Sterne-Bewertung dieser einzigartigen Stadt Ja sagen. Alles ist schön an Hamburg, denn in ihm ist von jeder deutschen Großstadt ein molekularer Anteil enthalten: die kalte Schönheit Münchens, die behagliche Langatmigkeit Stuttgarts, die augenzwinkernde Unordentlichkeit Kölns, die fröhliche Hoffnungslosigkeit des Ruhrgebiets. Dazu kommen noch ein paar genuin Hamburger Anteile, zum Beispiel die groteske Unerschwinglichkeit Altonas, die hohe Erbengenerationendichte Harvestehudes und die Sternschanzenhaftigkeit der Sternschanze. In Hamburg ist für jeden etwas dabei, und vermutlich ist das auch der Grund, warum der dortige Bürgermeister Peter Tschentscher sich für die Olympiabewerbung seiner Stadt ins Zeug gelegt hat - kräftig unterstützt vom Piz-Buin-Lächeln der Blankeneser Mode- und Versandhaus-Aristokratie.

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