SZ 07.06.2026
10:15 Uhr

(+) Geschichte der politischen Propaganda: Der schöne Schein der Manipulation


Meinungsmache mit Massenmedien – das nutzten von Anfang an vor allem die Kommunisten. Die Journalistin Ingrid Carlberg versucht, die damaligen Techniken der Beeinflussung mit dem Wirken heutiger Fake-News-Agitation zu verbinden.

(+) Geschichte der politischen Propaganda: Der schöne Schein der Manipulation
Kunst und Kommunismus: So sah der Maler Walter Womacka in den frühen 1960er-Jahren die DDR – als Idyll der Arbeiter, Soldaten und Bauern. Sean Gallup/Getty Images

Über Willi Münzenberg, den „roten Hugenberg“ und kommunistischen „Propaganda-Zaren“, ist viel geschrieben worden, ohne dass alle Aspekte dieser schillernden Persönlichkeit und ihres Wirkens verstanden wurden. Vor allem das Geheimnis seines Todes im Frühsommer 1940 in der Nähe der französischen Kleinstadt Saint-Marcellin ist bis heute ungelöst. Erst Monate später wurde der halb verweste Körper Münzenbergs gefunden, um den Hals einen Strick, dessen anderes Ende noch von einem nahen Baum hing. War es ein politischer Mord an einem Abtrünnigen im Auftrag Stalins, ein zweiter Fall Trotzki, oder vielleicht doch die Selbsttötung eines Erschöpften und Verzweifelten, der keinen Ausweg mehr sah? Die Todesursache bleibt auch im Buch der schwedischen Journalistin und Autorin Ingrid Carlberg im Unklaren, doch lässt sie keinen Zweifel daran, dass Münzenbergs politische Strategien der politischen Beeinflussung breiter Menschengruppen ihn überlebt haben und bis heute, im Zeitalter von Trollfabriken und Social Bots, eifrige Nachahmer finden.

Im „Stern“ kam der „Führer“ in den Siebzigerjahren noch mal groß raus. Und zwar, das untersucht jetzt der Zeithistoriker Felix Lieb, mit Fotos direkt aus der NS-Propaganda. Über eine unheimliche Kontinuität der Inszenierung.

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