SZ 11.06.2026
10:50 Uhr

(+) Film: Wie fremd alles ist, was man so sagt


Eine verheiratete Frau lernt einen Mann kennen, dann ist er tot. Angela Schanelecs neuer Film „Meine Frau weint“ ist rigoros, streng, komplett anders als das gewohnte Kino – aber absolut ernst gemeint.

(+) Film: Wie fremd alles ist, was man so sagt

Carla steht am Rande der Baustelle, hebt den Arm wie zu einem Gruß, ihr Blick richtet sich nach oben. Der Arm eines einsamen Krans quert den Himmel, bewegt sich vage in ihre Richtung – eine Kommunikation ganz über die Entfernung. Thomas, der Kranführer, ist ihr Mann. Zu Beginn des Films hatte er einen Anruf von ihr auf seinem Mobiltelefon nicht mitbekommen – er solle sie im Krankenhaus abholen. Um eine Verzögerung der Arbeit auf der Baustelle zu überbrücken, kommt er ins Büro der Firma und plaudert mit den beiden jungen Frauen, die dort an ihren Computern arbeiten. Er sitzt in seiner roten Sicherheitsweste auf einem Klappstuhl an der weißen Wand, eine Kaffeetasse in der Hand, mit boshafter Ironie gesagt: wie bestellt und nicht abgeholt.

Die französische Regisseurin Sophie Fillières starb, bevor sie ihre Tragikomödie „Mein Leben, mein Ding“ fertigstellen konnte. Das haben nun ihre Kinder getan. Eine Begegnung.

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