SZ 28.05.2026
11:14 Uhr

(+) Debatte: Ist Wim Wenders unantastbar?


Nastassja Kinski spricht über ihren Kampf, eine Szene mit ihr als entblößter 13-Jähriger aus einem Film von Wim Wenders entfernen zu lassen. Doch der Regisseur schweigt – und mit ihm die gesamte Filmbranche. Wie kann das sein?

(+) Debatte: Ist Wim Wenders unantastbar?
Die Größe des deutschen Autorenfilms: Wim Wenders, hier bei den Filmfestspielen in Cannes, bekommt am Freitag die Ehren-Lola der Deutschen Filmakademie. JACOVIDES-MOREAU/BESTIMAGE/IMAGO

Sie war ein Kind. Die Schauspielerin Nastassja Kinski ist trotzdem im Alter von 13 Jahren in Wim Wenders’ Film „Falsche Bewegung“ bis auf einen rosafarbenen Slip nackt zu sehen. Sie liegt im Bett, ein erwachsener Mann legt sich auf sie, dann macht er Licht, schlägt sie ins Gesicht und streichelt sie. Diese 1974 mehrmals gedrehte Szene in ihrem ersten Film war für Nastassja Kinski eine Erfahrung, die sie bis heute belastet. In der SZ hat sie nun zum ersten Mal ausführlich darüber gesprochen, wie unwohl sie sich fühlte, wie verunsichert sie war: „Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war.“

Papst Leo weist der künstlichen Intelligenz in seiner ersten Enzyklika theologisch ihren Platz zu: Eine Technik, die sich an die Stelle ihrer Erfinder setzen will, sei die maximale Verleugnung der Würde des Menschen.

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