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23.04.2026
23:58 Uhr
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Der VfB Stuttgart besiegt den SC Freiburg in einem packenden Halbfinalduell mit 2:1 nach Verlängerung und fordert im Endspiel den FC Bayern heraus.

Der FC Bayern München trifft im Finale des DFB-Pokals am 23. Mai in Berlin auf den VfB Stuttgart. Im Heimspiel gegen den SC Freiburg setzte sich der Titelverteidiger mit 2:1 (1:1) nach Verlängerung durch. Den Siegtreffer in der 119. Minute erzielte der bis dahin ziemlich unauffällige Tiago Thomas, der mit Beginn der Verlängerung eingewechselt worden war und sich kurz vor deren Ende oberkörperfrei und mit Eckfahne in der emporgestreckten Hand von den Stuttgarter Fans sowie all seinen Mitspielern feiern ließ.
Mit der Hacke hatte er eine Hereingabe von Baredine Bouanani volley verwandelt. Auch Bouanani war bis dahin ziemlich unauffällig gewesen, was man ihm aber wirklich nicht vorwerfen konnte. Er wurde erst wenige Sekunden zuvor eingewechselt.
Dieser späte Siegtreffer war der Höhepunkt eines rasanten Fußballspiels, dessen Sieger letztlich völlig verdient der VfB Stuttgart war.
Rot leuchtete bereits beim Einlaufen der Mannschaften die Stuttgarter Fankurve, bevor der Rauch der Pyrofackeln durch den Rest der Arena zog und den Anpfiff um gut drei Minuten verzögerte. Die Szenen, die in einem Fußballstadion niemand sehen möchte, folgten aber erst noch.
In den ersten 20 Minuten kam keine der beiden Mannschaften zu einer ernst zu nehmenden Torchance, dafür traten, schubsten, monierten die Spieler auf dem Platz unentwegt. Schiedsrichter Tobias Welz, dem keinerlei Vorwürfe zu machen waren, verteilte vier gelbe Karten.
Es passte zu diesem bis dahin fußballerisch mangelhaften Spiel, dass der SC Freiburg nach einer knappen halben Stunde dank kräftiger Hilfe der Stuttgarter in Führung ging: Etwa 35 Meter vor dem eigenen Tor stehend, spielte Angelo Stiller unbedrängt einen Rückpass, der für seinen Torwart Alexander Nübel unmöglich zu erreichen war. Den folgenden Eckball schlug Vincenzo Grifo auf den Kopf von Nikolas Nartey. Der spielt, wohlgemerkt, beim VfB Stuttgart, leitete den Ball versehentlich aber dennoch auf Matthias Ginter weiter, dessen Vorlage Maximilian Eggestein zur Führung verwandelte.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor dem Spiel, angesprochen auf die offensive Standardstärke der Freiburger, noch betont, wie stark wiederum seine Mannschaft im Verteidigen der sogenannten ruhenden Bälle sei. Nun ja.
Aber Stuttgart, und damit dieses Fußballspiel, wurde besser; in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit schon ein wenig, vor allem dann aber nach der Pause. Insbesondere Rechtsverteidiger Jamie Leweling bereitete den Freiburgern immer wieder Schwierigkeiten. Doch nach dessen Sturmläufen und Hereingaben scheiterten die Mitspieler im Strafraum ein ums andere Mal an der vergleichsweise leichten Aufgabe, den Ball ins Tor zu schießen. Und als es Stiller nach 60 Minuten schließlich stattdessen aus 20 Metern doch gelang, entschied Schiri Welz zurecht auf Abseits in der Entstehung.
Der verdiente Ausgleich fiel zehn Minuten später, in der 70. Minute. Vor den Augen des Bundestrainers auf der Tribüne schloss Deniz Undav, der in der Startelf gestanden hatte, einen Konter mit der ihm eigenen Lässigkeit ab. Ohne allzu viel Kraft, dafür mit viel Präzision und Gefühl streichelte er den Ball aus zwölf Metern ins Freiburger Tor. Bitter für den SC war nicht nur, dass sie bei Führung im gegnerischen Stadion ausgekontert wurden, sondern auch, dass dem Stuttgarter Gegenangriff die mit Abstand beste Chance aufs 2:0 vorausgegangen war. Doch Nübel hatte stark pariert.
Dass das Spiel anschließend in die Verlängerung ging, war einerseits eine gute Nachricht, weil zusätzliche 30 Minuten Fußball eine angemessene Entschädigung für diese ersten 20 Minuten waren, die mit Fußball so scheußlich wenig zu tun hatten. Andererseits hätte allein Undav – mutmaßlich noch immer vor den Augen des Bundestrainers – zwischen der 80. Minute und dem Abpfiff der regulären Spielzeit drei weitere Tore schießen können. Wäre man gemein, könnte man sagen: Er vergab sie mit der ihm eigenen Lässigkeit. Ein wenig mehr Kraft hätte dem Schuss in der vierten Minute der Nachspielzeit womöglich gutgetan.
In der Verlängerung hingegen war Undav definitiv von jeder Schuld freizusprechen. Zweimal bereitete er vor seiner Auswechslung nach 118 Minuten eine Torchance so gut vor, wie man eine Torchance nur vorbereiten kann. Aber Chris Führich schoss an den Pfosten und der seit seiner Einwechslung in der 63. Minute überaus spielfreudige Bilal El Khannouss scheiterte nach Doppelpass mit Undav am grandios reagierenden Freiburger Torwart Florian Müller. Seine Vorderleute übrigens hatten allerspätestens mit dem Beginn der Verlängerung aufgehört, sich um einen Siegtreffer zu bemühen. Freiburg wollte ins Elfmeterschießen. Doch sie kamen nicht so weit.
Und die Fans des VfB Stuttgart ließen nach dem Siegtreffer von Thiago Tomas den Geräuschpegel ins Unermessliche steigen. Sogar eine Pyrofackel hatten sie noch übrig, zur Feier des zweiten DFB-Pokalfinals in Folge.
Die Münchner ziehen in Leverkusen ins Pokalfinale ein und erwecken dabei den Eindruck, dass ihnen gerade jeder Gegner recht ist. Torwart Manuel Neuer deutet seinen Verbleib an.
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