SZ 14.05.2026
13:56 Uhr

(+) Bosnien-Herzegowina: „Ich hatte gehofft, dass viele Dinge leichter zu lösen wären“


Christian Schmidt, der seit 2021 über die Nachkriegsordnung in Bosnien-Herzegowina wacht, gibt „schweren Herzens“ sein Amt ab – wohl auf Druck der Trump-Regierung. Das politische Klima im Land hält er für zunehmend gefährlich.

(+) Bosnien-Herzegowina: „Ich hatte gehofft, dass viele Dinge leichter zu lösen wären“
Christian Schmidt, der Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, hat überraschend seinen Rückzug angekündigt. Antonio Bronic/REUTERS

Er leitet eine Behörde, die es längst nicht mehr geben sollte: Das Büro des Hohen Repräsentanten, kurz OHR, war als Provisorium gedacht. Seine Aufgabe ist es, über die Nachkriegsordnung gemäß dem Dayton-Abkommen zu wachen, das 1995 den Bosnien-Krieg beendete. Dafür hat der Hohe Repräsentant außergewöhnliche Vollmachten, er kann Gesetze erlassen und sogar gewählte Politiker absetzen. Der CSU-Politiker Christian Schmidt führt das Amt seit August 2021, begleitet von Kritik und Angriffen aus verschiedensten Richtungen. Anfang dieser Woche kündigte Schmidt überraschend seinen Rückzug an – offenbar auf Druck der Trump-Regierung. Im UN-Sicherheitsrat warnt er vor einer „fortschreitenden Demontage staatlicher Institutionen“ und einem Wiederaufflammen hetzerischer Rhetorik.

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