SZ 20.07.2026
20:55 Uhr

(+) Bonhoeffer-Nachfahre Tobias Korenke: „Es ist ganz offensichtlich, dass die AfD zu allen Diktaturen ein Liebesverhältnis pflegt“


Beim Gedenken an den 20. Juli 1944 löst der Enkel von Rüdiger Schleicher und Großneffe der Bonhoeffer-Brüder einen Eklat aus, als er versucht, einen Kranz der AfD zu entfernen.

(+) Bonhoeffer-Nachfahre Tobias Korenke: „Es ist ganz offensichtlich, dass die AfD zu allen Diktaturen ein Liebesverhältnis pflegt“
„Eine Provokation und eine ungeheuerliche Geschmacklosigkeit, dass die ihren Kranz hier abwerfen“: Tobias Korenke (Mitte) beim Entfernen des Kranzes der AfD. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Zum Gespräch verabredet sich Tobias Korenke, 61 Jahre alt, spontan in der Lobby des JW Marriott Hotels, direkt gegenüber vom Bendlerblock in Berlin. Den Eklat vor Beginn der Gedenkveranstaltung der Bundesregierung für die Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft habe er nicht geplant, beteuert er. Am Montagvormittag hatte er versucht, den Kranz der AfD-Fraktion zu entfernen, Sicherheitsleute haben ihn daran gehindert. Der Kranz wurde dabei beschädigt, Korenke durfte an der Veranstaltung nicht mehr teilnehmen. Seine Tochter kommt während des Gesprächs kurz vorbei, um sich zu verabschieden. „Halt die Ohren steif, Papa“, sagt sie.

Wieso arbeitete der NS-Staat auf allen staatlichen Ebenen so effizient? Nun lassen sich die Akten aus Hitlers Reichskanzlei auch online recherchieren. Sie zeigen, wie sehr der Verwaltungsapparat die Diktatur stützte. Ein Gespräch mit den Herausgebern.

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