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06.05.2026
20:00 Uhr
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Mini-PCs sind kompakt, sparsam und leistungsstark – ideal für Office bis Gaming. Wir zeigen die besten Modelle aus über 80 Tests über alle Preisbereiche hinweg.

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Mini-PCs sind kompakt, sparsam und leistungsstark – ideal für Office bis Gaming. Wir zeigen die besten Modelle aus über 80 Tests über alle Preisbereiche hinweg.
Wenn Laptops zu sperrig sind und klassische Desktop-PCs zu viel Strom verbrauchen, schlägt die Stunde der Mini-PCs. Im meist rechteckigen Design finden sich in den kompakten Gehäusen inzwischen leistungsstarke Laptop-Prozessoren und ordentlich Arbeitsspeicher (RAM). Dieser ist in der Regel nicht fest verlötet und lässt sich austauschen und erweitern – meist bis 96 GB. Zudem kann man die kompakten Computer aufgrund ihrer Größe leicht verstecken, etwa hinter einem Monitor mit Vesa-Halterung.
Für diese Bestenliste haben wir zehn besonders empfehlenswerte Modelle über alle Preisbereiche hinweg aus unseren über 80 Einzeltests herausgesucht und vergleichen sie miteinander. Das Spektrum reicht dabei von Einsteiger- bis Gaming-Mini-PC, die beste Lösung für den eigenen Bedarf sollte dementsprechend dabei sein. Die kompakten PCs setzen hier auf AMD- oder Intel-Prozessoren der Reihen Ryzen oder Core. Zudem beschränken wir uns auf Mini-PCs mit Windows 11. Computer von Apple oder Google zeigen wir weiter unten.
Wem es besonders um die günstigen Mini-PCs geht, dem empfehlen wir unsere Bestenliste Top 10: Der beste günstige Mini-PC im Test. Was man an Gadgets und Helferlein zum Mini-PC noch bekommen kann, zeigen wir im Ratgeber: Das beste Zubehör für den Mini-PC – Maus, Tastatur, Monitor, RAM, USB-Hub & Co.
Unser Testsieger Minisforum UM890 Pro ist besonders leise und dennoch sehr leistungsstark. Selbst unter Volllast bleibt der Mini-PC mit Ryzen 9 8945HS bürotauglich. Zudem bietet er ein gutes Anschlussangebot sowie gute Aufrüstbarkeit. Aktuell kostet er knapp 939 Euro.
Unser Technologiesieger Khaddas Mind 2s sprengt als Workstation im Mini-Format alle Grenzen. Das System besteht aus einem ultradünnen Mini-PC mit integriertem Akku sowie einem optionalen Dock mit einer dedizierten Grafikkarte – in unserem Falle der Nvidia Geforce RTX 4060 Ti. Der Computer selbst bietet mit dem Intel Core Ultra 7 255H und 64 GB RAM viel Rechenleistung. Diese extreme Performance hat jedoch auch einen hohen Preis von rund 1799 Euro.
Unser Preis-Leistungs-Sieger ist die GMKtec Nucbox K12 mit einem leistungsstarken Ryzen 7 255 H, die für ihren Preispunkt eine geradezu unverschämt gute Ausstattung liefert. Das im Betrieb angenehm leise System bietet neben starker Gaming-Performance nämlich Features wie Oculink, Platz für drei SSDs und einen USB4-Port mit direkter Stromversorgung, die in dieser Preisklasse absolut untypisch sind. Damit ist der Preis von rund 660 Euro (Code: clearance20) für die Vollausstattung mit 32 GB RAM und 1 TB Speicher eine echte Kampfansage.
Die Platzierungen der Top 10 im Überblick setzen sich wie folgt zusammen:
Die hier benannten Preise beziehen sich auf den Zeitpunkt des letzten Artikel-Updates. Leider können sich Gutschein-Codes und Klick-Coupons innerhalb kurzer Zeit ändern, die Gültigkeit ist mitunter zeitlich begrenzt, weshalb die Preise sich minütlich verändern können.
Der Minisforum UM890 Pro richtet sich an alle, die einen hochwertigen, leistungsstarken und selbst unter Volllast leisen Mini-PC suchen. Zudem bietet er dank seiner bemerkenswerten Aufrüstbarkeit auf 96 GB RAM und bis 8 TB Speicher eine gute Zukunftsfähigkeit; in Verbindung mit dem Ryzen 9 dürfte er so noch viele Jahre Freude bereiten. Preislich ist der Mini-PC mit 939 Euro zwar deutlich angestiegen, aber nach wie vor eine hervorragende Wahl. Ohne Speicher kostet er 469 Euro.
Der Khadas Mind 2s präsentiert ein faszinierendes Workstation-Konzept, das einen ultraflachen Mini-PC mit einem magnetisch ankoppelbaren eGPU-Dock vereint. Während im daumendicken Premium-Aluminiumgehäuse ein starker Intel Core Ultra 7 mit 64 GB RAM arbeitet, liefert das Dock eine vollwertige Desktop-RTX 4060 Ti für extreme Grafik- und KI-Leistung. Ein integrierter Notfall-Akku sichert die laufende Sitzung bei plötzlichem Stromverlust ab. Diese einmalige Modularität hat jedoch ihren Preis: Mit 1799 Euro für den versiegelten PC und weiteren 999 Euro für das Dock ist das System extrem kostspielig.
Die GMKtec Nucbox K12 ist ein leistungsstarker Mini-PC, der mit seinem Ryzen 7 255 H selbst leichtes 1080p-Gaming meistert. Für einen fairen Preis ab 270 Euro (Barebone) oder 660 Euro (Basisausstattung; Code: clearance20) bietet das System eine bemerkenswerte Ausstattung: Neben Platz für gleich drei SSDs trumpft der Rechner mit OcuLink für externe GPUs und einem USB4-Port inklusive Stromeingang (PD-in) auf. Die Kühlung arbeitet im Betrieb angenehm leise.
Um die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Mini-PCs besser einordnen zu können, haben wir die Ergebnisse relevanter Benchmarks in der nachfolgenden Tabelle zusammengetragen. Diese Werte ermöglichen einen direkten Vergleich der Rechenleistung und Grafikeignung der getesteten Geräte, sodass man auf einen Blick erkennen kann, welches Modell in puncto Performance überzeugt.
Die Leistung von Mini-PCs für Gaming kann objektiv über Benchmarks wie 3DMark bewertet werden, die speziell die Grafikleistung messen. Mini-PCs mit leistungsfähigen AMD Ryzen und integrierten Radeon Grafikeinheiten oder neueren Intel Core Ultra Prozessoren erreichen in Benchmarks wie 3DMark deutlich höhere Werte als klassische Office-Systeme und sind für 1080p Gaming mit 60+ FPS geeignet.
Noch sind Mini-PCs zu attraktiven Preisen erhältlich. Allerdings haben einige Hersteller wie Minisforum aufgrund der durch den KI-Boom ausgelösten Kostenexplosion bei DDR5-Speicher Preiserhöhungen vorgenommen. So kostete zum Beispiel der Minisforum UM870 Anfang 2025 knapp 520 Euro, jetzt sind es 729 Euro – eine Preissteigerung um 40 Prozent. Steigt der DRAM-Preis weiter, könnten sich Mini-PCs im Jahresverlauf insgesamt noch einmal deutlich verteuern. Eine Preisreduktion ist kaum absehbar.
Die Preisspanne für Mini-PCs variiert stark. Einfache Modelle sind bereits ab 300 bis 400 Euro erhältlich, während leistungsstärkere Systeme oft über 800 Euro kosten. Im Sweetspot zwischen 500 und 700 Euro bekommt man bereits Geräte mit aktuellem AMD Ryzen 7 oder Intel Core i7, 32 GB Arbeitsspeicher und 1 TB M.2 SSD. Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, kann auch einen gebrauchten Mini-PC in Betracht ziehen – diese sind mitunter erheblich günstiger als Neugeräte.
Im Shop des jeweiligen Herstellers oder im Sortiment großer Händler findet man häufig die besten Konditionen. Beim Versand sollte man auf Versandkosten und Lieferzeiten achten, ebenso wie auf die mitgelieferte Garantie – meist ein bis zwei Jahre.
Besonders günstige Modelle zeigen wir in unserer Top 10: Der beste günstige Mini-PC im Test.
Mini-PCs zeichnen sich vorwiegend durch den Formfaktor aus – ein kompaktes Design mit handlichen Maßen. Damit kommen sie dort infrage, wo klassische Computer oder Laptops zu viel Platz einnehmen. Der Schreibtisch wirkt so ordentlicher und auch in Empfangsbereichen macht ein freier Tisch mehr her.
Mini-PCs eignen sich hervorragend für platzsparende Homeoffice-Lösungen und als energieeffiziente Heimserver. Sie sind ideal für alltägliche Anwendungen wie Web-Browsing, E-Mails, Textverarbeitung und Videokonferenzen. Mini-PCs können unauffällig hinter Monitoren montiert werden und nehmen kaum Schreibtischplatz ein.
Neben diesen rein optischen Vorteilen sind die kompakten PCs aber auch deutlich sparsamer. Mini-PCs verbrauchen im Vergleich zu klassischen Desktop-PCs deutlich weniger Energie, was sie langfristig kosteneffizienter macht. Nimmt ein Gaming-PC (Ratgeber) mitunter über 200 W auf, sind es beim Mini-PC häufig nur 20 W. Dadurch entsteht auch weniger Hitze beim Betrieb, was die Lautstärke reduziert und gerade im Sommer das Aufheizen des Raumes vermindert. Ein passiv gekühlter Mini-PC kann sogar vollständig lautlos arbeiten, was ihn besonders attraktiv für ruhige Arbeitsumgebungen macht.
Klassische Desktop-PCs punkten dagegen mit maximaler Erweiterbarkeit und Top-Leistung. Für viele Büro-, Business- und Multimedia-Anwendungen reicht ein Mini-PC heute aber mehr als aus.
Mit einem Mini-PC kann man alle Dinge tun, die auch mit einem Laptop möglich sind. Von Homeoffice bis Full-HD-Gaming ist inzwischen echt viel drin. Für klassische Office-Arbeiten mit Word und Browsern genügen selbst die günstigen Mini-PC-Modelle. Mini-PCs haben sich von reinen Office-Lösungen zu vielseitigen Desktop-Alternativen entwickelt, die für verschiedene Anwendungen wie Büroarbeit, Multimedia und sogar Gaming geeignet sind. Neben diesen recht gewöhnlichen Aufgaben eignen sich die Systeme je nach Ausstattung auch als Smart-Home-Zentrale, Homeserver oder für den Einsatz als Firewall-Appliance.
So vielseitig wie ihre Anwendungsbereiche ist auch das Preisspektrum der Mini-PCs. So reicht die Ausstattung vom Einsteiger-Modell für rund 84 Euro hin zur gehobenen Konfiguration weit über 700 Euro. Die Leistung ist dabei hoch genug, um Desktop-PCs bei Office-Arbeiten vollkommen ersetzen zu können. Ist man Hardcore-Gamer, kommt man an einem echten Gaming-PC aber nach wie vor nicht vorbei.
Wer einen gebrauchten Business-Mini-PC ins Auge fasst, trifft häufig auf ältere Intel-Prozessoren der T-Serie. Modelle mit Intel Core i7 8700T oder Intel Core i7 9700T bieten auch heute noch genug Leistung für Office und Multimedia. Ein Intel Core i5 8500T, Intel Core i5 10500T oder Intel Core i5 11500T reicht für klassische Büroaufgaben aus. Beim Intel Core i3 9100T sollte die Erwartung an parallele Anwendungen geringer sein – für E-Mail, Browser und Textverarbeitung genügt der Vier-Kerner aber. Im Vergleich dazu ist ein Celeron-System der älteren Generation nur noch eingeschränkt empfehlenswert; mit modernem Celeron N5105 oder N97 ist hingegen flüssiges Arbeiten in Windows 11 Pro möglich.
Mini-PCs sind häufig eine günstigere Alternative für Homeoffice und Büro. Denn verglichen mit einem ähnlich ausgestatteten Laptop sind Modelle wie der U58 oder der Minisforum UM760 Slim teils knapp 500 Euro günstiger. Und auch unter 200 Euro gibt es noch gute Konfigurationen – bei Laptops mit Windows 11 ist in der Regel schon unter 400 Euro Schluss mit sinnvollen Lösungen.
Was die Hardware angeht, setzen Mini-PC und Laptop auf die gleichen Mobile-Chips, die sich durch Sparsamkeit und geringere Wärmeentwicklung auszeichnen. Die Leistung ist also vergleichbar. Der wesentliche Unterschied besteht im Fehlen von Tastatur, Trackpad und Monitor, den sich der Mini-PC spart. Damit steht bei den kleinen Würfelrechnern mehr finanzieller Spielraum für die Prozessor- und Grafik-Hardware bereit, wodurch man fürs gleiche Geld mehr beim Mini-PC bekommt. Zudem benötigt jemand, der bereits einen externen Monitor sowie Tastatur und Maus besitzt, ohnehin keinen Bildschirm am Laptop, womit man getrost darauf verzichten kann. Weiterhin ist ein Mini-PC deutlich weniger sperrig als ein Laptop oder ein klassischer Computer mit Tower und lässt sich so platzsparend auf dem Schreibtisch unterbringen.
Ob ein Mini-PC nun besser ist als ein Laptop, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt aber Fälle, in denen man keinen Laptop benötigt, bisher jedoch nur diese auf dem Schirm hatte. Für solche Situationen kann man jetzt besser zum kompakten & leisen Mini-Rechner greifen.
Bei Mini-PCs ist, wie bei allen Computern, wichtig, ein gewisses Mindestmaß an Ausstattung vorauszusetzen. So finden sich im Preisvergleich zahlreiche Modelle unter 300 Euro. Die wenigsten davon setzen mehr als 4 GB RAM ein. Diese kommen mitunter von namhaften Herstellern, wie Asus, Lenovo oder HP. Mit Windows sind aber inzwischen selbst 8 GB RAM das absolut unterste Minimum. Für einen flüssigen Betrieb sind mindestens 16 GB Arbeitsspeicher empfehlenswert, insbesondere bei Multitasking oder professionellen Anwendungen. Auch SSD-Speicher mit weniger als 256 GB sollte man meiden, da Windows 11 Pro dann bereits mehr als die Hälfte des Speichers belegt. Zudem sollte man darauf achten, dass ein halbwegs aktueller Prozessor mit mindestens vier Kernen zum Einsatz kommt.
Bei AMD genügt die 5000er-Serie der Ryzen-CPUs für Homeoffice, wobei entsprechende Mini-PCs im Preissegment zwischen 240 und 450 Euro liegen. Bei Intel gibt es auch darunter CPUs für noch günstigere Konfigurationen, wie Intel N100, Celeron N4000/N5000 oder Intel N95/N97 – diese sind dann aber deutlich schwächer. Für Full-HD-Gaming sollte es dann schon eher die AMD Ryzen 7000er-Serie oder 8000er-Serie sein, wobei letztere einfach ein Refresh der siebten Generation ist – technisch sind die CPUs teils nur 50 MHz schneller und haben eine neue NPU für KI-Anwendungen.
Bei Intel gehören die 12. und 13. Generation bereits zum alten Eisen, denn sie setzen im Vergleich zur integrierten AMD-Grafik „Radeon 780M“ auf die nicht annähernd so starke Iris Xe Graphics, der Nachfolger der Intel UHD Graphics. Die neueste Generation setzt hier auf die Intel Arc Graphics, die in unseren Tests AMD deutlich unterliegt. Intel nennt seine Chips seitdem nicht mehr Core-i, sondern Core Ultra und verwendet eine neue, dreistellige Nomenklatur. Die Mini-PCs mit AMD-Chips der siebten Generation liegen preislich deutlich unter solchen mit Core-Ultra zwischen 400 und 650 Euro (Ausreißer mit 800 bis 900 Euro), Intel hingegen ab 750 Euro.
Hat man einen aktuellen Chip, genügend RAM oder rüstet diesen nach, kommt man mit einem Mini-PC über viele Jahre gut aus. Ein moderner Mini-PC mit aktuellem Intel Core i5, Intel Core i7 oder AMD Ryzen 5 hält bei normalem Office-Einsatz problemlos sechs bis zehn Jahre. Die Hardware selbst altert kaum – meist setzen Software-Anforderungen das Ende. Viele Mini-PCs lassen sich flexibel konfigurieren und später aufrüsten, sodass sie langfristig an neue Anforderungen angepasst werden können. Wer den RAM oder die SSD durch eine Konfiguration mit mehr Speicher austauscht, verlängert die Nutzungsdauer deutlich. Geräte mit verlöteten Komponenten haben dagegen eine kürzere Lebensdauer.
Wichtig ist, sich vor dem Kauf im Klaren darüber zu sein, was man damit absehbar machen möchte und wie hoch das Budget ist.
Ganz grundsätzlich, ob Intel oder AMD, ist ebendiese NPU im Moment eher eine Wette auf die Zukunft, konkrete Anwendungsfelder sind extrem rar. So nutzen selbst lokale KI-Modelle per LM-Studio nicht die NPU, sondern nach wie vor die GPU. Zudem ist die Leistung dieser integrierten NPUs, angegeben in TOPS (Terra Operations per Second) im Vergleich zu großen AI-PCs, etwa von Nvidia, eher gering. Während klassische Mini-PC-CPUs etwa 40 TOPS und im gesamten System bis zu 100 TOPS aufbieten können, erreichen solche speziellen AI-Systeme teils über 1000 TOPS.
Eine Klasse für sich sind Mini-PCs mit dedizierter Grafikkarte, wie der Minisforum Atomman G7 Pt. Die Mischlinge aus Mini-PC und Gaming-PC vereinen die Vorteile von sparsamen Mobilprozessoren und der geballten Leistung von dedizierten Grafikkarten. Sie sind die perfekte Symbiose aus klobigem, selbst im Büroalltag stromhungrigem Gaming-PC und einem leistungsschwächeren, dafür kompakten und stromsparendem Mini-PC.
Für flüssiges Gaming sind dedizierte GPUs wie die Geforce RTX 4060 oder Geforce RTX 4070 von Nvidia. Auch eine Geforce RTX 4060 Ti findet sich – etwa im optionalen Dock des Khadas Mind 2s. Wer die volle Leistung will, greift zur Geforce RTX 4070 oder höher. Gute integrierte Grafiken reichen für E-Sports-Titel in 1080p aus.
Mehr zum Thema und welcher Mini-Gaming-PC am besten abgeschnitten hat, zeigt unsere Top 5: Der beste Mini-Gaming-PC im Test – mit Grafikkarte von Nvidia oder AMD.
Moderne Mini-PCs bieten oft genug Leistung für viele Spiele, besonders im E-Sports-Bereich. Ein Mini-PC eignet sich für Casual Games, E-Sports-Titel und ältere Spiele. Für anspruchsvolles AAA-Gaming ist hingegen leistungsstarke integrierte Grafik wie die AMD Radeon 890M oder eine dedizierte GPU erforderlich. Mini-PCs sind dabei im Alltag sogar oft leiser als klassische Tower-PCs, können jedoch bei Volllast laut werden.
Mini-PCs sind weniger für High-End-Gaming oder extrem rechenintensive Aufgaben geeignet, bieten jedoch für 90 Prozent der täglichen Anwendungen eine kompakte und effiziente Alternative. Mit Mini-PCs auf Basis von AMD Ryzen 7 oder höher inklusive Radeon-Grafik lassen sich zudem viele Multimedia-Aufgaben wie 4K-Streaming flüssig meistern. Auch bei der Aufrüstbarkeit der Grafikkarte sind Mini-PCs jedoch eingeschränkt.
Ein moderner Mini-PC sollte mindestens vier USB-Ports bieten. Für Peripherie benötigt man in den meisten Fällen den klassischen USB-A-Port. Hier bieten die meisten Mini-PCs wenigstens zwei Stück, oft aber auch mehr. idealerweise mit USB4 oder Thunderbolt 4. Ebenso praktisch ist USB-C, der Tausendsassa unter den Anschlüssen – der idealerweise als USB4 oder Thunderbolt-4-Port vorhanden ist. Dieser Anschluss ermöglicht nicht nur schnelle Datenübertragung, sondern auch die Bildübertragung an Monitore oder Beamer. So kann man mit nur einem Anschluss alle Geräte, einschließlich Bildschirm, zeitgleich verbinden. USB-Typ-C bietet gegenüber dem klassischen USB-A-Stecker den Vorteil, dass er verdrehsicher ist und Daten, Bild sowie Strom über eine einzige Leitung übertragen kann.
Für Audio-Peripherie, ob Lautsprecher, Kopfhörer oder Mikrofone, gibt es häufig einen 3,5-mm-Klinkenanschluss. Für den Anschluss von Bildschirmen ist HDMI weitverbreitet. Die meisten Laptops und Mini-PCs verwenden allerdings den schon in die Jahre gekommenen HDMI-2.0-Standard (aus 2013). Gegenüber dem konkurrierenden Anschlusstyp Displayport ist HDMI 2.0 deutlich unterlegen, sobald es um hohe Auflösungen und Bildwiederholraten geht. Maximal sind hier 4K bei 60 Hz möglich. Displayport ist insbesondere in Version 1.4 verbreitet, die mit 4K bei 120 Hz schon deutlich leistungsfähiger ist. Für Gamer ist dieser Anschluss also vorzuziehen.
Umso besser ist es, wenn Mini-PCs auf die neuen Displayport- oder HDMI-Schnittstellen setzen. HDMI 2.1 schafft ebenso 4K bei 120 Hz oder 8K bei 60 Hz, findet aber nur schleppend Verbreitung, obwohl er bereits seit 2017 auf dem Markt ist. Displayport 2.0 erreicht allerdings schon 16K bei 60 Hz oder 4K mit 144 Hz.
Auch beim Stromanschluss gibt es Unterschiede: Während viele Mini-PCs noch auf proprietäre, also herstellereigene Netzteile mit einem Rundstecker setzen, stellen mehr und mehr Hersteller auf USB-C um. Das schafft Flexibilität, denn dank Power Delivery kann man nicht nur beliebige 100-W-Ladegeräte anschließen, sondern auch starke Powerbanks verwenden. So lässt sich der Mini-PC fernab der Steckdose betreiben.
Bei den Drahtlosstandards sollte ein moderner Mini-PC mindestens Bluetooth 5.2, besser Bluetooth 5.3 oder Bluetooth 5.4 mitbringen. Bluetooth 5.2 ermöglicht stabile Verbindungen zu Mäusen, Tastaturen und Kopfhörern und reicht für die meisten Büro-Szenarien völlig aus. Wer Multipoint-Headsets nutzt, profitiert von Bluetooth 5.3 oder höher. Für eine WLAN-Verbindung sollte es mindestens Wi-Fi 6, besser Wi-Fi 6E oder gar Wi-Fi 7 sein.
Gerade in Büro-Umgebungen ist auch die physische Sicherheit eines Mini-PCs wichtig. Viele Modelle bieten daher ein Kensington Schloss als Diebstahlsicherung. Über das Kensington Schloss lässt sich der Mini-PC mit einem Stahlseil am Schreibtisch befestigen. Das ist besonders praktisch, da Mini-PCs durch ihre kompakten Maße deutlich leichter zu entwenden sind als ein klassischer Tower PC. Wer den Mini-PC zudem geschäftlich einsetzt, sollte auf TPM-Modul und Fingerabdrucksensor achten – diese erhöhen die Datensicherheit deutlich.
Die Herstellerlandschaft im Bereich der Mini-PCs ist heutzutage breiter aufgestellt als je zuvor. Neben den traditionell dominierenden Akteuren wie HP, Lenovo und Asus treten vermehrt spezialisierte Anbieter in Erscheinung, darunter Minisforum, Geekom, Nipogi, Acemagic, Ninkear und GMKtec. Auffallend ist hierbei insbesondere, dass eine Vielzahl dieser chinesischen Hersteller ein signifikant besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Während man bei etablierten Marken für rund 300 Euro oft lediglich ein System mit einem Intel N100 Prozessor und 4 GB Arbeitsspeicher erhält, bieten chinesische Produzenten in derselben Preisklasse häufig bereits einen Ryzen 7 mit 32 GB RAM. Dieser beachtliche preisliche Vorteil ist zwar attraktiv, geht jedoch mit potenziellen Nachteilen einher, insbesondere im Hinblick auf den Kundenservice und die Verbraucherrechte – mehr dazu unten.
Die bekannten Hersteller punkten mit einem verlässlichen Support, regelmäßigen BIOS-Aktualisierungen und einer langjährigen Expertise. Bei den chinesischen Anbietern können hingegen Herausforderungen oder Einschränkungen bei der Produktpflege auftreten: BIOS-Updates sind oftmals schwer zu finden oder gar nicht vorhanden, Produktspezifikationen erweisen sich mitunter als ungenau, und die Produktlebenszyklen sind sehr kurz. Das kann dazu führen, dass Produkte, die erst kürzlich von uns getestet wurden, bereits nicht mehr auf dem Markt sind und die bereitgestellten Angebotslinks auf völlig andere Geräte verweisen.
Im Business-Segment dominieren HP, Lenovo und Dell. HP bietet mit den Reihen HP ProDesk Mini, HP EliteDesk Mini und HP Z2 Mini eine breite Palette für Büro und Workstation-Einsatz. HP ProDesk-Modelle mit Intel Core i5 oder Intel Core i7 sind häufig auch gebraucht zu finden – ein HP ProDesk 600 G4 mit Intel Core i5 8500T kostet refurbished oft unter 200 Euro. HP-Geräte punkten mit drei Jahren Garantie, regelmäßigen BIOS-Updates und Kensington Schloss als Standard. Im direkten Vergleich zu chinesischen Anbietern bietet HP weniger Leistung für den gleichen Preis, dafür aber eine deutlich höhere Service-Qualität. Wer einen Mini-PC für den professionellen Dauerbetrieb sucht, ist bei HP gut aufgehoben.
In unserem Praxistest stellen wir jeden Mini-PC in den Benchmarks PCmark 10, 3DMark Time Spy, Cinebench und Geekbench auf den Prüfstand. Diese Ergebnisse sind ein grundlegender Anhaltspunkt, um die Leistung unter den Modellen vergleichen zu können. Bei Modellen mit starker Grafik testen wir zudem Spiele – üblicherweise Anno 1800 und das anspruchsvollere Cities Skylines 2. Zudem bewerten wir die Performance im Alltag mit Windows 11 und einigen Programmen sowie die Gehäuseverarbeitung und das Anschlussangebot.
Ebenfalls testen wir die integrierte SSD mittels Crystaldiskmark auf ihre Geschwindigkeit hin und geben die Ergebnisse in jedem Test an. Wie gut das System mit Last zurechtkommt und wie die Kühlung arbeitet, prüfen wir über den Volllast-Workflow von Aida64. Mit diesem Tool lesen wir auch Komponenten, wie den WLAN-Chipsatz, aus.
Die Lautstärke ist ein wesentlicher Punkt, auf den wir in unseren Mini-PC-Tests achten und per Smartphone-App einmal am Gehäuse und mit einem Meter Abstand messen. In jeglicher Situation leise sind aber nur passiv gekühlte Modelle, wie der Asus Expertcenter PN42 (Testbericht), der Minix Z100 (Testbericht) oder die CSL Narrow Box (Testbericht). Leise luftgekühlte Modelle sind etwa der Minisforum UM890 Pro (Testbericht) und der Blackview MP80 (Testbericht).
Wesentlich in unsere Einstufung fließt das Preis-Leistungs-Verhältnis ein, denn diese Top 10 dient dazu, das Bestmögliche zum jeweiligen Preis zu empfehlen. Folglich landen Modelle, die eine gute Ausstattung haben, aber verglichen mit anderen Modellen zu teuer sind, auf den hinteren Plätzen. Da wir inzwischen mehr als 80 Mini-PCs getestet haben, finden sich weitere Modelle unter dieser Bestenliste. Bemerkenswert ist, dass die zehn Plätze mehrheitlich von AMD-Mini-PCs besetzt werden – die bessere integrierte Grafik ist hier häufig ein wesentlicher Unterscheidungspunkt zur Intel-Konkurrenz. Die Modelle mit Minisforum M1 Pro, Intel Geekom GT1 Mega und Geekom Mini IT15 setzen nicht etwa auf einen i5 oder i7, sondern auf einen neueren Core-Ultra-Chip.
Trotz vieler Stärken haben Mini-PCs auch klare Schwächen. Der größte Nachteil: Mini-PCs sind in der Aufrüstbarkeit der Grafikkarte eingeschränkt. Eine echte Grafikkarte wie die Geforce RTX 4070 lässt sich nicht einfach nachrüsten – auch wenn die Verwendung einer externen Grafikkarte (eGPU) mittels schnellem Oculink-Anschluss bei immer mehr Geräten möglich ist. Wer hier flexibel bleiben möchte, ist mit einem klassischen Tower-PC besser bedient.
Ein weiterer Punkt ist die thermische Belastung: Im engen Gehäuse wird die Abwärme von CPU und Chip auf engstem Raum produziert, was die Kühlung herausfordert. Unter Volllast können Mini-PCs daher hörbar werden. Auch das Anschluss-Angebot ist gegenüber einem Desktop Computer manchmal begrenzt – nicht jedes Modell bietet ausreichend USB-Typ-C Ports oder zwei LAN-Buchsen.
Abseits der kompakten Würfelrechner gibt es mit den Chromebooks günstige Laptop-Alternativen. Was man dafür erwarten kann, erklären wir im Ratgeber: Laptop in günstig – Chromebooks als flotte Windows-Alternative ab 169 Euro. Einen allgemeinen Überblick, welche günstigen und dennoch guten Arbeitsgeräte es unter 500 Euro gibt, verschafft unser Ratgeber: Laptop für Studium und Schule – günstig und dennoch gut schon ab 199 Euro. Zudem kann man sich nach gebrauchten Mini-PCs umsehen, Testgeräte bekommen wir dazu aber aufgrund mangelnder Verfügbarkeit bisher nicht. Weiterhin kann man sich auch nach einem All-in-One-Computer umsehen, der einen Micro-PC im Bildschirm integriert.
Die Einplatinenrechner Raspberry Pi sind vielfältige, handliche und günstige Lösungen, gerade als Server für ein Smart-Home mit Iobroker und ETS oder als ein einfacher Server zur Steuerung mehrerer Ubiquiti-Access-Points. Wer tatsächlich nur eine einzige Aufgabe lösen will, der ist mit einem Raspberry Pi meist gut bedient. Die Leistung könnte auch als Desktop-Ersatz ausreichend sein, der Prozess zur Einrichtung als Office-System ist aber eher was für Menschen mit Vorkenntnissen, denn für Laien. Eine Plug-and-play-Lösung darf man hier nicht erwarten, hier sind fertige Mini-PCs deutlich besser.
Die Mini-PCs in dieser Bestenliste bringen allesamt Windows 11 mit. Windows 11 Pro ist das mit Abstand verbreitetste Betriebssystem auf Mini-PCs. Für die meisten Anwender ist das optimal, weil gewohnt. Im Vergleich zu Windows 11 Home bietet Windows 11 Pro Funktionen wie Bitlocker-Festplattenverschlüsselung, Hyper-V-Virtualisierung und Remotedesktop. Für den Heimanwender reicht Windows 11 Home aus, im Büro ist Windows 11 Pro erste Wahl. Eine Windows 11 Pro Lizenz ist bei den meisten Mini-PCs bereits enthalten und im UEFI hinterlegt – ein verlorener Lizenzaufkleber ist somit kein Problem.
Gerade bei den preiswerten Geräten erreicht man damit aber schnell die Grenzen des Geräts. Eine Alternative ist die Installation einer schlanken Linux-Distribution auf den Geräten. Wer den PC als Router oder Smart-Home-Zentrale nutzen möchte, kommt damit im Zweifel ohnehin weiter als mit Windows.
Es gibt aber auch fertige Mini-PCs mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS, das sich gerade für den einfachen Office-Einsatz hervorragend eignet und vor allem sehr flüssig läuft auf günstiger Hardware, wie sie in solchen Mini-PCs oft verbaut ist. Sie werden unter anderem von HP, Acer oder Lenovo angeboten. Unter Chrome OS laufen dann sowohl Webseiten über den Chrome-Browser als auch Android-Apps und Linux-Programme. Das erweitert die Programmauswahl deutlich, wer aber spezifische Software benötigt, sollte bei Windows bleiben. Das System unterstützt Prozessoren mit ARM-Technologie gleichermaßen wie x86-CPUs von Intel oder AMD. Eine weitere Alternative sind Mac Minis mit macOS, die aber – wie bei Apple gewohnt – deutlich teurer sind. Früher kamen diese noch mit Chips von Intel, inzwischen entwickelt Apple aber eigene Prozessoren. Wir haben etwa den Mac Mini mit M4-Chip von Apple getestet und waren von der rohen Leistung und dennoch starken Effizienz des Systems beeindruckt. Während die Hardware unbestritten Maßstäbe setzt, ist die Vorliebe fürs Betriebssystem noch einmal deutlich individueller. Den ganzen Test gibt es hier: Apple Mac Mini M4 im Test: Mini-PC mit viel Power, Top-Qualität & fairem Preis.
Mehr Informationen zu Mini-PCs ohne Windows finden sich im folgenden Ratgeber: Mini-PCs als Desktop-Ersatz ab 119 Euro: Windows, Linux oder Chrome OS.
Mini-PCs haben sich inzwischen als echte Alternative zu Laptop und Desktop-PC gemausert. Dabei sind sie leistungsstärker, günstiger und sparsamer – letzteres sowohl was den Verbrauch angeht als auch den benötigten Platz. Der klassische Computer hat vor allem für Gelegenheitsnutzer ausgedient.
Unser Mini-PC-Vergleich zeigt die Vielfalt an Modellen, die allesamt klassische Desktop-Computer ersetzen können. Besonders empfehlenswert sind unser Testsieger Minisforum UM890 Pro, die GMKtec Nucbox K12 und der Khadas Mind 2s. Minisforum und GMKtec setzen hier durch die starken AMD-Prozessoren in ihren Preisbereichen ein Ausrufezeichen. Der Ryzen hat den Core von Intel im mobilen Einsatzbereich überholt, aber Intel kämpft sich langsam wieder heran. Inzwischen sind selbst auf integrierten Grafikkarten Spiele-Sessions in aufwendigen Spielen möglich, die Lautstärke muss (siehe Minisforum UM870 Slim) dabei aber nicht hoch sein.
Praktisch und schick, wie der Minisforum UM760 Slim oder dessen großer Bruder UM870 Slim, sind die Mini-Computer ebenfalls – immer öfter finden wir einen USB-C-Anschluss, der mitunter sogar für die Stromversorgung Verwendung findet. Bei USB-Anschlüssen sind die kleinen PCs eigentlich immer gut ausgestattet.
Daneben zeigt unsere Bestenliste, dass 4 GB beim RAM in keinem Preisbereich zu rechtfertigen sind. Stattdessen sollte jeder moderne Computer mit Windows eher auf 16 GB RAM setzen, 8 GB sind inzwischen das unterste Minimum. Die etablierten Hersteller um Asus, Acer und Lenovo sollten sich warm anziehen, denn Fernost-PCs sind nicht nur günstig, sondern auch verdammt gut. Dabei gar nicht nur was die Leistung angeht, sondern tatsächlich auch bei neuen, unüblichen Features.
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Minisforum hat es wieder getan: Der Hersteller aus Hongkong hat uns schon mit dem Minisforum UM780 XTX überzeugt; bot der Mini-PC doch eine ausgesprochen gute Leistung bei erstaunlich geringer Lautstärke. Mit dem UM890 Pro haben wir nun den quasi-Nachfolger bekommen. Das Datenblatt um AMD Ryzen 9 8945HS sowie 32 oder 64 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 1 TB SSD liest sich schon einmal gut. Ob der Minisforum UM890 Pro in die großen Fußstapfen passt, haben wir getestet.
Den Mini-PC hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt. Aktuell kostet der Minisforum UM890 Pro 939 Euro.
Update (06. Mai 2025): Infolge der Kostenexplosion bei DDR5-Speicher ist auch der Minisforum UM890 Pro teurer geworden. Der Hersteller schlägt in der Basisversion nun 200 Euro zum vorherigen Preis auf. Ohne Speicher kostet der PC 469 Euro.
Im Minisforum UM890 Pro arbeitet AMDs aktuelle Speerspitze in Form des Ryzen 9 8945HS. Der Achtkerner kann dank SMT (Simultanes Multi Threading) auf 16 Threads zurückgreifen, sein Boost-Takt liegt bei bis zu 5,2 GHz, die TDP bei bis zu 70 Watt.
Zur Seite stehen in unserem Fall 32 GB an DDR5-5600-RAM, aufgeteilt über zwei SO-DIMM-Module von Crucial. Besonders an diesem System ist die Möglichkeit, den RAM auf bis zu 96 GB nachzurüsten, indem man die vorhandenen Module austauscht. Viele andere Mini-PCs lassen – wenn überhaupt – maximal 64 GB zu. Auch bei der 1 TB großen M.2-2280-SSD von Kingston ist eine gewaltige Nachrüstbarkeit gegeben; statt der üblichen 2 TB (wenn überhaupt) sind hier bis zu 8 TB möglich. Die vorhandene SSD ist von der Geschwindigkeit vollkommen solide, sie erreicht ausweislich des Speicher-Benchmarks Crystaldiskmark 3921 MB/s im Schreiben und 4807 MB/s beim Lesen. Das ist kein Spitzenwert, aber auch nicht langsam – im Alltag sind höhere Werte ohnehin fast nicht zu bemerken.
Die Auswahl an Anschlüssen deckt alles Notwendige und Moderne ab: 1x HDMI steht in Version 2.1 bereit, Displayport ist in Version 1.4 nicht ganz auf dem neuesten Stand. Weiterhin gibt es zweimal USB-C 4.0 sowie zwei 2,5-G-Ethernet-Ports. Es lassen sich folglich bis zu vier Monitore anschließen. Schade ist, dass ein proprietäres Netzteil mit Rundstecker zum Einsatz kommt anstelle von USB-C, so wie beim Aoostar God 78 – der damit zeigt, dass USB-C zur Stromversorgung auch in der hohen Leistungsklasse möglich ist.
Drahtlos spricht der Mini-PC mit Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 über einigermaßen neue, wenn auch nicht taufrische Standards. Im Gehäuse finden sich außerdem ein Button zum BIOS-Reset sowie eine Kopfhörerbuchse. Für Gamer und Grafiker spannend ist darüber hinaus der Oculink-Port – ein schneller Anschluss für externe Grafikkarten, womit man also die Grafikleistung des Rechners nachträglich erhöht. Die Platine des Anschlusses muss man aber selbst einsetzen – die Buchse ist gewissermaßen nur im Gehäuse ausgeschnitten.
In Anbetracht des Datenblatts überrascht es kaum mehr, dass der Ryzen 9 wirklich abliefert. Der Benchmark PCmark 10 attestiert dem UM890 Pro ein Ergebnis zwischen 7495 und 7630 Punkten. Neben diesem vorrangig für Office-Aufgaben interessanten Testlauf ist vor allem 3Dmark Time Spy spannend, das neben der Systemleistung von 3437 Punkten auch die Grafikperformance mit 3063 Punkten bebildert: Die iGPU Radeon 780M weiß auch hier wieder zu überzeugen. Die CPU-Punkte liegen mit 11218 Punkten sogar weit über dem Ergebnis unserer Desktop-CPU im Gaming-PC; der dort eingesetzte Ryzen 7 5800X3D kommt nur auf etwas über 8000 Punkte.
Auch die Werte aus Geekbench mit 2684 Punkten (Single Core) und 13587 Punkten (Multi Core) sind gut, wie auch Cinebench, wo der Mini-PC mit 985 Punkten (Multi Core) und 107 Punkten (Single Core) deutlich vor der Intel-Konkurrenz abschneidet. Insgesamt legt der UM890 Pro gegenüber der „nur“ mit Ryzen 7 ausgestatteten CSL Venom Box noch nach und erreicht etwas höhere Punktzahlen.
Der Disziplin Gaming ist die Radeon 780M ebenfalls mächtig, wir hatten sie bereits vielfach im Prüfstand. Auch hier können wir bei Full-HD wieder Counter Strike bei bis zu 80 FPS in hohen Einstellungen spielen. Anno 1800 läuft mit aktiviertem FSR (Fidelity FX Super Resolution) unter hohen Qualitätseinstellungen mit bis zu 50 FPS. Das noch immer nicht gut optimierte und damit grafisch anspruchsvolle Cities Skylines 2 schafft die Hardware immerhin mit etwa 35 FPS – bei hohen Einstellungen. Reduziert man die Optionen, verliert das Spiel etwas an optischen Reiz, läuft dafür aber flüssiger. Insgesamt sind unsere Erwartungen damit absolut erfüllt.
Auf dem Rechner läuft Windows 11 Pro. Bei der Einrichtung kann man sich um die Verwendung eines Microsoft Accounts drücken, indem man die Internetverbindung deaktiviert lässt – unter Windows 11 Home wäre das Einrichten ohne Internet gar nicht mehr möglich. Auf dem System findet sich keine zusätzliche Bloatware, unser standardmäßiger Virentest mit Windows Defender verläuft ohne Negativbefund.
Löblich ist, dass Minisforum für nahezu jeden ihrer Mini-PCs eine Support-Seite bereitstellt, worüber man auch Treiber beziehen kann – wichtig, wenn man das System neu aufsetzt, um alle Funktionen zu garantieren. Andere Hersteller aus Fernost bieten dies gar nicht oder nutzen dafür dubios anmutende Cloud-Seiten. Treiber, aber nicht Dateien für ein neues BIOS sind auch für den UM890 Pro bei Minisforum verfügbar.
Der Verbrauch des Mini-PCs liegt ohne Last bei etwa 20 Watt. Reizen wir den Ryzen 9 mittels Stresstest von Prime95 aus, steigt er in der Spitze auf etwa 86 Watt. Diese Werte sind üblich bis leicht höher als anderswo.
Neben der schieren Leistung ist allen voran die Kühlung des UM890 Pro bemerkenswert – was eine vollkommene Untertreibung ist. Wir haben das System, wie jedes andere, einem längeren Stresstest unter Volllast ausgesetzt. Nicht nur war der Mini-PC leise, die Lüfter waren nur mit am Gehäuse angelegten Ohr wahrnehmbar. Maximal ist ein leises Rauschen zu hören, das wir aber nicht in Dezibel beziffern können; es ist schlicht nicht von den Umgebungsgeräuschen zu differenzieren. Angesichts der hier verwendeten Hardware eine wirkliche Glanzleistung, die ihresgleichen sucht – Hut ab.
Eine gute Kühlung sorgt aber nicht nur für eine geringe Lautstärke, sondern auch für eine gute Performance, da die CPU länger einen höheren Takt halten kann. Im Test mit Prime95 taktet der Ryzen 9 auch nach über 30 Minuten Volllast ausweislich Aida64 immer noch mit über 4,3 GHz. Das ist wirklich großes Kino, stürzen viele Chips doch nach kurzer Zeit auf etwa 3,0 bis 3,5 GHz ab.
Das Gehäuse ähnelt sehr dem des Minisforum UM780 XTX. Die Verarbeitung kann sich in jedem Fall, wie schon zuvor, sehen lassen. Das Metallgehäuse ist zeitlos schick, die Beleuchtung im Deckel vermissen wir nicht.
Der Deckel ist ebenfalls wieder dank magnetischer Befestigung leicht abzunehmen. Nach dem Lösen der vier darunterliegenden Schrauben erreicht man das Gehäuseinnere für Wartung oder Aufrüstung – wäre da nicht das Lüfterkabel. Da der Lüfter an der Platte zwischen Platine und Deckel montiert ist, muss man den 4-Pin-Stecker vorsichtig abziehen. Ihn hinterher wieder reinzubekommen, erweist sich als noch fummeliger.
Mit Maßen von 130 × 127 × 60,6 Millimeter ist der Mini-PC deutlich höher als vergleichbare Modelle. Der Geekom AX8 Pro ist mit einer Höhe von nur 36 Millimeter deutlich flacher – Geekom opfert hierfür aber Platz für Kühlkörper, was mit einer höheren Lautstärke einhergeht. Nachdem der PC ohnehin irgendwo auf dem Tisch verschwindet, nehmen wir ein höheres Gehäuse immer viel lieber als einen lauten Lüfter. Das Gewicht liegt bei knapp 700 Gramm.
Aktuell bekommt man den Minisforum UM890 Pro mit 32 GB RAM und 1 TB SSD für 939 Euro im Shop des Herstellers, bei Amazon sind es 999 Euro. Für Selbstausrüster gibt es eine Barebone-Ausführung, also ohne RAM, SSD & Windows für 469 Euro.
Minisforum trifft wieder einmal ins Schwarze: Auch der Nachfolger des UM780 XTX kann uns mit einer astreinen Leistung und bemerkenswerten Kühlung überzeugen. Nicht nur ist das System leistungsstark und dabei unhörbar, es kann die Leistung auch über längere Zeiträume aufrechterhalten. Die Verarbeitungsqualität ist nach wie vor hervorragend und der Mini-PC in seiner Schlichtheit dennoch schick.
Bei den Anschlüssen fehlt uns fast nichts; fast alle Schnittstellen setzen auf die neueste Version. Zwei USB-4-Ports sowie zwei Ethernet-Anschlüsse sind richtig praktisch, wir vermissen eigentlich nur einen USB-C-Port zur Stromversorgung. Das ist aber Mäkeln auf hohem Niveau. Insgesamt ein richtig guter Mini-PC, der sich mit der unhörbaren Kühlung trotz brachialer Ryzen-9-Power im Test volle fünf Sterne sichert.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Jonas Bettger von 01.02.2026
Ein Mini-PC wie kein anderer: Der Khadas Mind 2s ist ultraflach, leistungsstark und haftet magnetisch am optionalen eGPU-Dock mit Nvidia Geforce RTX 4060 Ti.
Flache Mini-PCs hatten wir schon einige – und auch eGPUs als Zubehör sind nicht völlig außergewöhnlich. Doch das Konzept des chinesischen Herstellers Khadas ist in jeder Hinsicht einmalig und besonders durchdacht: Anwender können den nur daumendicken Mini-PC per magnetischem Schnellanschluss mit einem optionalen eGPU-Dock verbinden.
Darin steckt eine waschechte Desktop-Grafikkarte – die Nvidia Geforce RTX 4060 Ti. Der PC selbst ist auch nicht von schlechten Eltern: Im extrem hochwertigen Aluminiumgehäuse werkelt ein Intel Core Ultra 7 255H gepaart mit 64 GB Arbeitsspeicher (RAM) sowie 2 TB SSD-Speicher. Zudem verfügt er über einen Notfallakku, der dem System erlaubt, bei voreiligem Abstecken die aktuelle Sitzung zu speichern und den PC noch sicher in den Standby-Modus zu versetzen.
Diese Hardware ist zweifelsfrei etwas Besonderes und auf Top-Niveau angesiedelt. Doch eine solche Workstation hat ihren Preis: Allein für den Mini-PC ohne Dock werden schon 1799 Euro fällig. Ob seine Fähigkeiten solch hohe Ausgaben rechtfertigen, zeigt sich im Test. Der Hersteller hat uns den Mind 2s inklusive GPU-Dockingstation für den Test zur Verfügung gestellt.
Der seit 2016 bestehende Hersteller Khadas Technology aus China war bislang primär für kompakte Single-Board-Computer (SBCs) wie die VIM- und Edge-Serien sowie Hi-Fi-Audio-Produkte wie DACs und Verstärker bekannt. Seit 2023 hat man nun auch mit der Mind-Serie den Bereich der Mini-PCs betreten. Der uns vorliegende Mind 2s ist dabei bereits die dritte Iteration der Reihe.
Er setzt auf einen modernen Intel Core Ultra 7 255H, den wir erst kürzlich im Asus Nuc 15 Pro (Testbericht) unter die Lupe genommen haben. Diese CPU wurde Anfang Januar 2025 vorgestellt und verfügt über 16 Kerne bei 16 Threads. Diese setzen sich aus verschiedenen Kern-Typen zusammen, wobei es sechs Performance-Kerne (Lion Cove P), acht Effizienz-Kerne (Skymont E) und zwei Low-Power-Kerne (Crestmont E) gibt. Die P-Kerne takten mit bis zu 5,1 GHz, die E-Kerne mit 4,4 GHz und die Low-Power-Kerne mit 2,5 GHz.
Während die standardmäßige TDP (Thermal Design Power) 28 W beträgt, liegt sie im PL2-Turbo bei bis zu 115 W. Die maximale Betriebstemperatur ist bei 110 Grad. Der CPU-Teil des Chips ist bei TSMC im modernen N3B-Prozess mit 3 nm gefertigt. Die integrierte GPU hört auf den Namen Intel Arc Graphics 140T mit einem Takt von 2250 MHz. TSMC fertigt diese im N5P-Prozess. Ihre maximale AI-Berechnungsleistung liegt bei 74 TOPS (Terra Operations per Second). Sie greift auf den Arbeitsspeicher des Systems zurück, wovon sie in unserer Ausstattung Last-abhängig bis zu 32 GB beanspruchen darf.
Zusätzlich verfügt der Intel Core Ultra 7 255H über eine integrierte NPU (Neural Processing Unit) für KI-Anwendungen mit 13 TOPS (Int8). Insgesamt kommt der Chip mit den 9 TOPS der CPU folglich auf eine kombinierte Berechnungsleistung von 96 TOPS (Int8).
Der Khadas Mind 2s kommt in unserer Testausstattung mit satten 64 GB an fest verlötetem LPDDR5X-RAM. Entsprechend ist er nicht aufrüstbar, kann in LP-Bauweise aber dafür höhere Geschwindigkeiten erreichen, als SO-DIMM-RAM, was Khadas mit starken 8400 MT/s auch ausnutzt. An die SSD kommt man ebenfalls nicht ohne weiteres. Sie stammt von Western Digital, wobei es sich um die WD SN740 mit 2 TB im Format M.2-2230 handelt. Ausweislich Crystaldiskmark schreibt sie mit 4836 MB/s und liest mit 5242 MB/s. Das sind sehr solide Werte für eine PCIe-4.0-SSD.
Anschlussseitig ist der Khadas Mind 2s durch die geringe Bauhöhe begrenzt und kann nur für fünf Anschlüsse Platz bieten. Diese sind dafür allerdings in Top-Besetzung vertreten, es gibt zweimal USB-A 3.2 Gen2 sowie je einmal HDMI 2.1, Thunderbolt 4 und USB4. Die beiden letzteren sind auch die für die Stromversorgung zuständigen Ports. Hierbei können wir neben dem beiliegenden USB-Netzteil auch solche von Drittherstellern nutzen, wie wir sie in unserer Bestenliste der USB-C-Ladegeräte testen.
Drahtlos funkt der Khadas Mind 2 mittels Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3. Als WLAN-Chipsatz arbeitet dabei der Intel AX211.
Weiterhin ist ein 5,55 Wh großer Akku im Mini-PC enthalten, was ausgesprochen ungewöhnlich ist. Dieser sorgt allerdings nur dafür, dass das System die laufende Sitzung bei Verlust der Stromzufuhr oder zu frühzeitigem Abstecken sichern und den PC in den Standby-Modus versetzen kann. Normal arbeiten kann man über den Akku hingegen nicht, er dient nur als Notfallabsicherung. Der automatische Standby wird nach unter fünf Sekunden ausgelöst.
Über die Software Khadas Mind kann man dieses Verhalten aber auf Wunsch auch anpassen, sodass der Akku aktiv als Stromquelle zum Betrieb genutzt werden kann.
Nutzt man das Dock, erhält man eine richtige Desktop-Grafikkarte: die Nvidia Geforce RTX 4060 Ti – wahlweise mit 8 oder 16 GB GDDR6-VRAM (Videospeicher). Die Karte setzt auf einen AD106-Chip der Ada-Lovelace-Architektur und taktet zwischen 2310 und 2535 MHz. Sie verfügt über 4352 CUDA-Kerne, 136 Tensor-Kerne und 34 Raytracing-Kerne. Ihre Performance entspricht 22,06 TFLOPS (FP32), für KI-Berechnungen kann sie 353 TOPS (Int8) bewältigen. Die Speicherbandbreite beträgt 128 Bit, womit Übertragungen von 288 GB/s möglich sind.
Auch anschlussseitig erweitert das Dock den Mini-PC: Hinzu kommen zweimal HDMI 2.1a, Displayport 1.4a, 2,5-Gigabit-LAN, USB-C und ein SD-4.0-Kartenslot. Zusätzlich bietet die Station einen Kopfhöreranschluss sowie einen im Powerknopf integrierten Fingerabdrucksensor zur Authentifizierung via Windows Hello.
Zudem gibt es einen integrierten Lautsprecher, der erstaunlich basslastig ist, jedoch gerade bei mittlerer bis hoher Lautstärke bereits matschig klingt. Räumlichkeit, Details oder differenzierte Frequenzbereiche sind hier nicht auszumachen – für einen integrierten Speaker aber dennoch ordentlich. Die Stromversorgung für Station und PC wird bei aktiver Verbindung über den Dreipol-Stromanschluss des Docks hergestellt.
Die Verbindung zwischen PC und Station geschieht über den als Khadas Mind Link bezeichneten Anschluss. Der PC ist dabei dank Magneten kinderleicht in richtiger Position eingesetzt und hält sicher. Der Anschluss arbeitet laut Hersteller nach PCIe 5.0 x8 und bietet eine maximale Transfergeschwindigkeit von 256 GT/s.
Bei unserem klassischen Office-Benchmark PCMark 10 hat es mit dem Sprung auf Versionsstand 2.x größere Veränderungen gegeben. Entwickler UL Solutions weist im Changelog des Updates ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse zwischen neuer und alter Version nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Wir haben beim Khadas Mind 2s zuerst die letzte Version des Workflows der Version 1.x ausgiebig getestet und haben anschließend auf den neuesten Stand mit dem neuen Workflow der Version 2.0 aktualisiert.
In der alten Version des Benchmarks erreicht das System durchschnittlich 8195 Punkte mit Dock. Ohne Dock sind es 8010 Punkte. Die Version 2.x führt zu einem Anstieg auf 9333 Punkte (ohne Dock) sowie 9697 Punkte (mit Dock).
Bei 3DMark Time Spy gibt es zusammen mit dem Dock satte 13.086 Punkte für das Gesamtsystem, welche sich aus 13.483 GPU-Punkten und 11.215 CPU-Punkten zusammensetzen. Ohne Station sind es insgesamt 4651 Punkte, welche aus 4208 GPU-Punkten und 11.538 CPU-Punkten zusammengesetzt sind.
Der CPU-Benchmark-Klassiker Cinebench R24 attestiert dem Intel Core Ultra 7 im Mind 2s 126 Punkte im Single-Core-Durchlauf und 880 Multi-Core-Punkte. Beim plattformübergreifenden Benchmark Geekbench 6 erreichen wir 2777 Punkte (Single-Core) und 13.228 Punkte (Multi-Core).
Bei einem Mini-PC, der mit einer echten Desktop-Grafikkarte im Dock kommt, drängt sich selbstredend auch das Thema Gaming auf. Entsprechend haben wir den Mini-PC zunächst mit und dann ohne seine Station getestet.
Fangen wir mit der reinen Leistung des Mini-PCs an sich an: Anno 1800 läuft in Full-HD auf niedrigen Einstellungen auf der Intel Arc 140T mit 60 FPS (ohne FSR-Upsampler). In hohen Einstellungen sind es 25 bis 30 FPS, mit FSR (Fidelity FX Super-Resolution; ausgewogen) stabil 30 FPS. Das auch oft als Toaster-Test bezeichnete Counter-Strike 2 flitzt mit 100 bis 120 FPS in hohen Settings über den Bildschirm. Cities Skylines läuft in mittleren Einstellungen mit 13 bis 15 FPS, in niedrigen Optionen mit bis zu 19 FPS.
Mit verbundenem eGPU-Dock klettern die Bildwiederholraten in Anno 1800 auch beim Preset Hoch auf 60 FPS. Bei Counter-Strike 2 sind es in hohen Optionen 180 bis 220 FPS. Cities Skylines 2 läuft auf Mittel mit 23 FPS, auf Niedrig mit bis zu 45 FPS.
Nachdem die Leistung der iGPU in Full-HD bereits ordentlich ist, dreht das System mit der dGPU des Docks erst richtig auf und wird zu einem richtigen Mini-Gaming-PC. Zwar dürfte der Hersteller angesichts des schlichten Designs weniger Spieler, als den Einsatz als Workstation im Blick gehabt haben – aber warum denn nicht auch darauf zocken?
Um die KI-Leistung des Systems mit einem echten Benchmark bewerten zu können, verwenden wir Procyon. Dabei handelt es sich um eine weitere Software des Entwicklers UL Solutions, die gewissermaßen der Nachfolger von PCMark 10 ist – auch wenn dieses vorerst unterstützt bleibt. Dieser bietet drei verschiedene Tests für die KI-Leistung in verschiedenen Aufgaben: Image Generation, Text Generation und Computer Vision.
Hier können wir wahlweise die iGPU, dGPU oder NPU, gelegentlich auch die CPU auswählen. Welche Optionen bereitstehen, ist abhängig vom verwendeten „Toolkit“, welches für jeden Grafikkartenhersteller unterschiedlich ist. Unter Windows bietet sich das allgemeine Toolkit Microsoft ONNX-Runtime DirectML an – das kann aber nicht die NPU ansteuern.
Den Anfang macht ein Bildgenerierungstest, basierend auf Stable Diffusion 1.5 Light: Hier erhalten wir mit der NPU 795 Punkte (Intel OpenVINO). Nutzen wir hier die iGPU und OpenVINO, springt das Gesamtergebnis auf 3711 Punkte. Die dedizierte Nvidia-Grafik erreicht hier 23.268 Punkte.
Kommen wir zum Bereich der Textgenerierung mit LLMs (Large Language Models). Hier nutzt Procyon die Modelle Phi 3.5, Mistral 7B, Llama 3.1 und Llama 2. Wir wählen zuerst nur die NPU mit OpenVINO und erhalten 299 (Phi), 271 (Mistral), 248 (Llama 3.1) und 246 Punkte (Llama 2). Bei der iGPU sind es 1006 Punkte mit Phi, 986 mit Mistral, 976 mit Llama 3.1 und 933 mit Llama 2.
Mit der dedizierten Grafik des Docks erreichen wir mit OpenVINO in Phi 1355 Punkte, mit Mistral 1336 und mit Llama 3.1 sind es 1190 Punkte. Llama 2 macht beim Durchlauf Probleme, sodass ein Score von 0 angegeben wird. Danach testen wir die iGPU noch mit Microsofts ONNX-Runtime, wobei wir 573 Punkte mit Phi und 499 Punkte mit Mistral erzielen. Mit Llama 3.1 sind es 495 und mit Llama 2 551 Punkte.
Abschließend betrachten wir noch Computer Vision: Hier schafft es die NPU auf 376 Punkte bei Float16-Präzision mit OpenVINO. Die iGPU erreicht bei Float32 333 Punkte mit OpenVINO und 261 Punkte mit Microsofts Windows ML. Mit der dedizierten Grafik sind es 1137 Punkte mit TensorRT Float32.
Daraus leiten wir ab, dass die NPU bei gleicher CPU im Khadas Mind 2s etwas mehr Spielraum als beim Asus Nuc 15 Pro (Testbericht) hat, der uns leistungsseitig insgesamt etwas festgekettet vorkam. Im Vergleich zu den beiden GPUs sind die Resultate der NPU deutlich niedriger.
Eine höhere NPU-Leistung ist für das derzeitige Einsatzgebiet des KI-Chips in solchen Systemen aber ohnehin nicht notwendig. Denn dieser kommt primär für kleine alltägliche KI-Anwendungen wie Autokorrektur, Text-to-Speech, Gesichtserkennung oder auch Microsofts Recall zum Einsatz. Dabei soll er das System entlasten und solche Aufgaben möglichst effizient und unbemerkt im Hintergrund erledigen.
Der Khadas Mind 2s gehört weder zu den leisesten noch zu den lautesten Mini-PCs. Mit 35 dB(A) unter Last und unter 30 dB(A) im Idle lärmt er nicht übermäßig, insbesondere wenn man seine hohe Leistung bedenkt. In Kombination mit dem eGPU-Dock sind es dann knapp 40 dB(A) in der Spitze, was für eine derart starke Hardware absolut im Rahmen ist.
Weiterhin ist das enorm flache Gehäuse bei der Bewertung der Lautstärke zu bedenken, das für die Kühlung zusätzliche Schwierigkeiten birgt. Dennoch übersteigt der Mini-PC unter Volllast mittels Aida64-Stresstest die 84-Grad-Marke nicht. Im Schnitt sind es 74 Grad Celsius.
Nachdem der Chip-Takt zu Beginn des Stresstests knapp 5,08 GHz erreicht, pendelt er sich im Verlauf bei 1,7 bis 1,8 GHz ein. Ohne Last bezieht der Khadas Mind 2s meist 25 bis 35 W. Unter Volllast sind es dann schnell bis zu 80 W. Bei aktiver Nutzung des eGPU-Docks steigt der Gesamtverbrauch auf bis zu 220 W an.
Auf dem Khadas Mind 2s ist Windows 11 in der Home-Edition und Stand 24H2 vorinstalliert. Die Installation weist nach vollständigem Systemscan per Windows Defender keine Auffälligkeiten auf. Das System kommt ohne zusätzliche Software, lediglich das kleine Tool des Herstellers Khadas Mind zur Veränderung einiger Einstellungen ist vorinstalliert.
Auch der Betrieb von Linux ist möglich. Dazu sollte man zuvor ins BIOS gehen, um Secure Boot zu deaktivieren. Im Test wählen wir dafür den Weg über die erweiterten Wiederherstellungsoptionen von Windows. Darüber gelangen wir in das ziemlich altbacken aussehende AMI-BIOS und können Secure Boot und Bootreihenfolge einstellen.
Über einen mit Ventoy ausgerüsteten USB-Stick booten wir dann in das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS. Nach kurzer Einrichtung können wir WLAN, Bluetooth und das Audio problemlos verwenden. Auch die Auflösung wird richtig erkannt und der PC wacht aus dem Standby zuverlässig wieder auf.
Das Gehäuse des Khadas Mind 2s gehört zu den absoluten Highlights des Produkts. Die Oberfläche fühlt sich extrem hochwertig an. Das liegt nicht nur an der Materialwahl Aluminium, sondern insbesondere an der extrem hohen Verarbeitungsqualität.
Das gilt auch für das optionale Dock, das auf das gleiche Material setzt. Seien es die Öffnungen zur Luftzufuhr, die hochwertig und ansprechend gearbeitet sind, die Bedienelemente, Anschlüsse oder der magnetische Konnektor zwischen Dock und PC. Die Qualität ist nach unserem Empfinden mehr als ebenbürtig mit großen Markenherstellern, wobei sich auch der Name Apple in puncto Design und Verarbeitung aufdrängt.
Neben Optik und Verarbeitung fällt vornehmlich das flache Gehäuse auf. Der Mini-PC misst aberwitzig flache 146 × 20 × 105 mm und ist damit in etwa so dick wie ein Daumen. Das Gewicht von 435 g ist trotz integriertem Akku vergleichsweise niedrig. Dafür schlägt die Station richtig zu Buche: Das Gehäuse der Station hat ein Volumen von 2,5 Litern. Das Gewicht beträgt stattliche 2,7 kg. In Kombination trägt man so also über 3 kg mit sich herum, sollte man das System mal transportieren wollen.
Vorn im Lüftergitter des Docks ist weiterhin eine LED eingearbeitet, die bei Betrieb leuchtet und im Standby pulsierend blinkt. Am Mini-PC befindet sich diese im Powerbutton.
Öffnen und damit erweitern oder warten lässt sich der Khadas Mind 2s nicht. Das Gehäuse ist versiegelt und bietet auf gewaltfreiem Weg keine Möglichkeit, geöffnet zu werden. Ohnehin ist der RAM wie angesprochen verlötet – bei der Kompaktheit aber auch nachvollziehbar.
Der Preis des Khadas Mind 2s gehört zum Testzeitpunkt definitiv zu den Wermutstropfen. Denn allein der Mini-PC kostet ohne Dock bereits in unserer Testausstattung (Ultra 7, 64 GB RAM, 2 TB SSD) satte 1799 Euro. Das Dock mit Nvidia Geforce RTX 4060 Ti (Desktop-Variante mit 16 GB GDDR6) frisst dann abermals 999 Euro. Die kleinere Variante der RTX 4060 Ti mit nur 8 GB GDDR6 liegt bei 852 Euro.
Die günstigste Basis-Variante mit Intel Core Ultra 5 125H, 16 GB RAM und 512 GB SSD beginnt bei 850 Euro. Der Vorgänger Khadas Mind 2 kostet mit Intel Core Ultra 7 155H, 64 GB RAM und 2 TB SSD derzeit 1192 Euro.
Der Khadas Mind 2s ist zweifelsfrei ein hervorragender, sehr leistungsstarker Workstation-Mini-PC. Dank der optionalen Station mit Desktop-Grafikkarte lässt er sich neben KI-Anwendungen und grafisch anspruchsvollen Projekten auch zum Zocken verwenden. Die Leistung ist hier absolut beeindruckend und auf einem Spitzenniveau. Wärmeentwicklung und Lautstärke halten sich dabei in Grenzen – trotz des extrem kompakten Formfaktors des Mini-PCs.
Davon abgesehen befinden sich die Verarbeitungsqualität und das Anschlussangebot auf einem absoluten Top-Niveau. Das Design der Workstation ist insgesamt sehr ansprechend. Abseits dieser Messergebnisse mag die Einmaligkeit des Gesamtkonzepts mit einem derart flachen Mini-PC den Preis teilweise rechtfertigen, doch 1799 Euro oder sogar 3098 Euro mit Station sind dennoch sehr hoch angesetzt. Das ist im Wesentlichen auch das größte Gegenargument für den sonst überzeugenden Khadas Mind 2s.
Nachteilig könnte weiterhin das versiegelte Gehäuse sein, das somit Komponentenwartung und Erweiterung von RAM und SSD verwehrt. Die Lautstärke ist im Vergleich zu anderen Modellen weder hoch noch gering. Angesichts der gebotenen Leistung ist sie aber gerechtfertigt. Insgesamt ein hervorragender Mini-PC mit einem außergewöhnlichen, spannenden Konzept.
Jonas Bettger von 22.02.2026
Gute Ausstattung mit Ryzen 7, USB4 und Oculink zum fairen Preis: Das bietet der Mini-PC Nucbox K12 von GMKtec – die Barebone-Version gibt es schon ab 270 Euro.
GMKtec ist ein aufstrebender Hersteller aus Fernost, der im Mini-PC-Nischenmarkt zu den größeren Marken gehört. Die Systeme, die wir zuvor getestet haben, überzeugten insbesondere mit einem Kampfpreis, hatten aber auch einige Schwächen.
Während es sich dabei meist um Mittelklasse-Rechner handelte, testen wir mit der Nucbox K12 nun einen Rechner, der der Oberklasse zuzuordnen ist. Dieser Mini-PC bietet ein interessantes Gesamtpaket zum fairen Preis: Mit einem Ryzen 7 255 H, 32 GB RAM und 1 TB Speicher kostet das System etwa 660 Euro (Code: clearance20). Zudem bietet es USB4, Oculink und Platz für insgesamt drei SSDs. Auch eine Barebone-Variante ist für attraktive 270 Euro zu haben.
Im Test haben wir das System bei Leistung, Kühlung und Stabilität auf den Prüfstand gestellt und zeigen, wie es sich geschlagen hat. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
In der GMKtec Nucbox K12 sitzt ein Ryzen 7 H 255, der im August 2025 vorgestellt wurde und nur in China erhältlich ist. Das kennen wir so schon vom Ryzen 7 8745H, den wir etwa im Minisforum UM870 Slim (Testbericht) getestet haben. Dieser ist zum H 255 nahezu identisch, beide verfügen über acht Kerne bei 16 Threads sowie Taktraten zwischen 3,8 GHz und 4,9 GHz. Beide Chips entspringen der Hawk-Point-H-Serie mit Zen-4-Architektur und sind in 4 nm gefertigt. Die TDP (Thermal Design Power) liegt bei 45 W, die maximale Betriebstemperatur bei 100 Grad Celsius.
Als integrierte Grafikeinheit geht die uns bereits gut bekannte Radeon 780M ans Werk, die über 12 CUs (Compute Units), 768 Shader-Einheiten und einen Takt von bis zu 2600 MHz verfügt. Diese hat in vergangenen Tests häufig sogar das Spielen von aufwendigeren Spielen in Full-HD erlaubt – doch ob sie das auch in diesem System schafft, dazu später mehr. Eine NPU (Neural Processing Unit) für KI-Beschleunigung ist nicht vorhanden oder aktiviert.
An RAM bietet der Hersteller die Nucbox K12 mit 32 GB oder 64 GB sowie als speicherlose Barebone-Variante an. Wir haben das Gerät mit 32 GB vorliegen, welche in zwei 16 GB großen SO-DIMM-Modulen mit 5600 MT/s aufgeteilt sind. Diese stammen vom chinesischen Hersteller TWSC (Shenzen Techwinsemi), hierzulande unbekannt und vor allem in günstigen Mini-PCs aus China zu finden.
Als SSD kommt eine CT1000E100SSD8 im Format M.2-2280 zum Einsatz, die sich nach kurzer Recherche als Crucial E100 herausstellt. Diese ist 1 TB (1000 GB; sichtbar im Produktnamen) groß und arbeitet über PCIe 4.0. Ausweislich Crystaldiskmark schreibt sie mit 4406 MB/s und liest mit 4402 MB/s. Das sind solide Werte, aber unter der Maximalangabe des Herstellers „bis 5.000 MB/s“. Daneben gibt es noch zwei weitere, freie SSD-Slots, die sich jeweils mit 8 TB bestücken lassen, sodass das System maximal 24 TB Speicher erreichen kann.
Bei den Anschlüssen zeigt sich die Nucbox K12 stark aufgestellt. Für die Bildausgabe stehen HDMI 2.1 und Displayport 1.4 zur Verfügung sowie USB-C auf der Vorderseite und USB4 auf der Rückseite. Letzterer kann sogar die Eingangsstromversorgung des Mini-PCs herstellen, womit sich der K12 auch über entsprechend starke USB-C-Netzteile (Bestenliste) betreiben lässt. Das ist löblich und bisweilen noch selten unter Mini-PCs, obwohl es bei Laptops bereits seit vielen Jahren üblich ist. Ansonsten kann man den PC auch über das beiliegende, angenehm kompakte 120-W-Netzteil mit Rundhohlstecker betreiben.
Weiterhin bietet die Nucbox K12 noch fünf USB-A-Buchsen (3x USB 3.2 Gen2, 2x USB 2.0) sowie zwei LAN-Buchsen mit 2,5 GBit/s. Überdies gibt es eine OcuLink-Schnittstelle (Optical Copper Link), die über PCIe 4×4 angebunden ist und somit etwa den Anschluss externer Grafikkarten unterstützt.
Drahtlos bietet das System Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2, wobei als Chipsatz der Mediatek MT7922 (AMD RZ616) eingesetzt wird. Für die LAN-Schnittstelle nutzt das System den Realtek 8125BG.
Der Ryzen 7 8745H hatte in der Vergangenheit bereits recht gut überzeugen können. Entsprechend gehen wir beim Ryzen 7 255 H von einem ähnlich positiven Ergebnis aus. Bevor wir mit den konkreten Benchmarks beginnen, ein kurzer Hinweis vorweg: Zuletzt gab es bei unserem Standard-Benchmark PCMark 10 ein größeres Update mit einem Versionssprung von Workflow 1.x zu 2.x. Entwickler UL Solutions wies dabei in den Changelogs explizit darauf hin, dass die Ergebnisse der beiden Versionen nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Aus diesem Grund führen wir bis auf Weiteres Tests mit beiden Workflows durch und geben beide Ergebnisse an, um die Vergleichbarkeit zu allen zuvor getesteten Mini-PCs aufrechtzuerhalten.
Mit dem Workflow der Version 1.x erreicht die Nucbox K12 im Schnitt 7136 Punkte, mit Spitzen bei 6919 und 7225 Punkten. Damit liegt sie 344 Punkte unter dem Minisforum UM870 Slim. Beim Workflow von Version 2.x ist es dann eine deutlich höhere Punktzahl: 8082 Punkte sind es im Schnitt, mit Spitzen bei 8347 und 7499 Punkten. Der Gaming-Benchmark 3DMark Time Spy attestiert dem System ein Gesamtergebnis von 3264 Punkten, das sich aus 2906 Grafik-Punkten und 10.844 CPU-Punkten zusammensetzt. Auch dieses liegt damit etwas unter dem 870 Slim (Gesamt: 3365; GPU: 2997; CPU: 11.075).
Bei Cinebench R24 erreicht die Nucbox K12 101 Single-Core-Punkte und 928 Multi-Core-Punkte. Beim Cross-Plattform-Benchmark Geekbench 6 sind es 2567 (Single-Core) und 12.874 Punkte (Multi-Core). Im OpenCL-Grafiktest erzielt die 780M 30.110 Punkte.
Kommen wir noch zu den Tests mit richtigen Spielen. Wir setzen hierbei auf Full-HD-Auflösung und versuchen die Games Anno 1800, Counter Strike 2, Cities Skylines 2 sowie The Witcher 3: Wild Life.
Bei Anno 1800 können wir das Spiel selbst in hohen Presets mit FSR-Upsampler (AMD Fidelity FX Super Resolution) auf Leistung mit stabilen 30 FPS spielen. Im mittleren Preset sind es meist 60 FPS. Das ist ein gutes Ergebnis. Weiter zu Counter Strike 2: Dieses können wir selbst in hohen Settings mit stabilen 60 FPS spielen, im Preset mittel sind es dann bis zu 117 FPS. Damit ist der Ego-Shooter absolut flüssig spielbar. Auch The Witcher 3 läuft überzeugend auf dem K12 mit 59 FPS im hohen Preset. Cities Skylines 2 hingegen ist unspielbar, das Spiel läuft selbst in niedrigen Optionen nur mit 17 FPS, bei mittel sind es 7 bis 14 FPS. Damit zeigt sich die Nucbox K12 erstaunlich potent und vielseitig für Spiele.
Der Verbrauch des Mini-PCs liegt im Idle ohne Last bei 11 bis 13 W. Im normalen Alltag, etwa bei der Verwendung des Browsers, verbraucht er etwa 21 bis 41 W. Stellen wir das System unter Volllast durch den Stresstest von Aida64, bezieht der K12 in der Spitze 84 W.
Unter Last erreicht das System maximal 83 Grad und taktet in der Spitze mit 4,9 GHz. Im weiteren Verlauf pendelt sich der Rechner bei einem über dreißigminütigen Stresstest bei durchschnittlich 3,5 GHz und 60 Grad ein.
Mini-PCs von GMKtec überzeugten in der Vergangenheit nicht immer mit der leisesten Kühlung, sondern setzten gerne mal Lautstärke-Rekorde. Bei der Nucbox K12 hat der Hersteller die Hardware aber gut abgestimmt und das System kommt selbst unter Volllast nicht über 36 dB(A). Ohne Last läuft der Lüfter meist bei 28 bis 32 dB(A). Einstellmöglichkeiten gibt es keine, über den Button „Fan-Mode“ auf dem Gehäuse lässt sich lediglich die Lüfterfarbe verstellen.
Auf der GMKtec Nucbox K12 läuft Windows 11, zusätzliche Bloatware ist nicht vorinstalliert und unser routinemäßiger Systemscan mit Windows Defender findet keine Viren. Windows ist mit einer digitalen Lizenz aktiviert.
Auch der Betrieb von Linux auf dem System ist möglich. Ein Blick ins AMI-BIOS zeigt, dass Secure Boot bereits ab Werk deaktiviert ist. In der Bootauswahl wird unser USB-Stick zudem direkt priorisiert ausgewählt. Über Ventoy starten wir in das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS und können dort WLAN, Bluetooth und Audio verwenden. Auch die Auflösung wird richtig erkannt und der PC lässt sich ohne Probleme aus dem Stand-by-Modus aufwecken.
Das Gehäuse der GMKtec Nucbox K12 besteht aus zwei Teilen: einem durchgehenden Basisgehäuse aus Kunststoff und einer übergeschobenen Aluminiumblende. Diese hat allerdings mehr optische Relevanz. Die Verarbeitung des dunkelgrauen Kunststoff-Cases ist ordentlich, wenn auch nicht überwältigend gut. Einzelne Übergänge könnten schöner ausgefräst sein. Die Aluminiumblende, die links, rückseitig und vorn zu sehen ist, verleiht dem PC ein insgesamt ansprechendes, schlichtes Design. Der Powerbutton auf der Vorderseite ist in einem für GMKtec charakteristischen Grünton gehalten.
Das Gehäuse lässt sich nach dem Entfernen von sechs Schrauben öffnen. Zwei davon befinden sich an der rechten Seite, vier zur Unterseite hin. Letztere fungieren gleichzeitig auch als Standfüße. Danach kann man zunächst die Aluminiumblende abnehmen und danach den Lüfter vorsichtig vom unteren Gehäuseteil abheben. Dabei sollte man auf das recht kurze Lüfterkabel achten, das man am Mainboard ausstecken kann. Bei unserem Testgerät hatte sich eine Schraube am Mainboard gelöst, die wir vor dem ersten Start zunächst wieder festgeschraubt haben – vermutlich ein Montagsgerät.
Die Maße des PCs betragen 154 × 151 × 73,6 mm, das Gewicht liegt bei 920 g.
Aktuell bekommt man die GMKtec Nucbox K12 mit 32/1000 GB für 660 Euro (Code: clearance20) direkt beim Hersteller. Für die Variante mit 64 GB RAM und 1 TB Speicher werden mit demselben Code 1010 Euro fällig.
Als Barebone ohne Speicher, RAM und Windows bekommt man das System ab 270 Euro bei Aliexpress, beim Hersteller sind es 320 Euro.
Die GMKtec Nucbox K12 bietet ein breites Gesamtpaket. Positiv gefallen die ordentliche Oberklasse-Leistung des ungewöhnlichen Prozessors, die breite Anschlussauswahl mit Highlights wie Oculink und USB4 mit PD-in sowie der faire Preis. Auch der Platz für insgesamt drei SSDs ist ordentlich und kann sich sehen lassen. Während die bereits integrierte SSD immerhin von Markenhersteller Crucial stammt, kommt der RAM vom hierzulande unbekannten Unternehmen TWSC.
Die Kühlung hat GMKtec im Vergleich zu früheren Systemen deutlich besser im Griff. Leider kann man den Lüfter aber – wie bei vielen Mini-PCs – nicht frei einstellen. Die Verarbeitung dürfte an einigen Stellen gerne noch etwas besser sein, zumal manche Hersteller deutlich günstigerer Systeme unter 300 Euro schon Vollaluminiumgehäuse verwenden. Insgesamt macht die Nucbox K12 aber sehr viel richtig und auch die Spieleleistung gefällt. Von uns erhält das System insgesamt viereinhalb von fünf Sternen.