Heise 25.07.2026
20:00 Uhr

Top 10: Das beste Klapprad-E-Bike im Test


Kompakt und faltbar: Wir zeigen die besten Klapprad-E-Bikes aus knapp 40 Tests. Das Urtopia Carbon Fold 2 ist der Testsieger.

Top 10: Das beste Klapprad-E-Bike im Test

Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.

Kompakt und faltbar: Wir zeigen die besten Klapprad-E-Bikes aus knapp 40 Tests. Das Urtopia Carbon Fold 2 ist der Testsieger.

Ein gutes Klapprad-E-Bike ist kompakt, praktisch und vergleichsweise günstig. Sie lassen sich platzsparend verstauen, eignen sich so für Pendler und sind oft günstiger als klassische E-Bikes. Besonders Modelle aus China setzen mit attraktiven Preisen die etablierten Marken unter Druck. Für diese Bestenliste haben wir knapp 40 Klapprad-E-Bikes getestet und bewertet. Entscheidend für die Platzierung sind Qualität, Fahrverhalten, Motorleistung, Reichweite und das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Urtopia Carbon Fold 2 erobert den ersten Platz und ist damit unser Testsieger. Es ist ungewöhnlich schick, mit 16 kg sehr leicht und fährt sich dank Carbon-Rahmen, feinem Drehmomentsensor und toller Ergonomie richtig angenehm. Dazu hat es noch einen effizienten Klappmechanismus. Es kostet aktuell 1799 Euro.

Das Engwe L20 3.0 Pro ist der Technologiesieger unserer Bestenliste der besten Klapprad-E-Bikes. Das faltbare E-Bike kostet 1529 Euro (Code: TECHSTAGE50). Dafür bietet es mit einem 100 Nm starken 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor einen brutalen Antrieb, unzählige raffinierte Features und eine ordentliche Vollfederung.

Das Touroll S2 ist dank seines unschlagbaren Preises von nur 799 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger. Es hat einen großen 720-Wh-Akku, breite Reifen und führt sich angenehm.

Ranking der Bestenliste:

Außer der Konkurrenz läuft das Fafrees FF20 Polar in der L1e-B-Version, denn es gilt streng genommen nicht als Pedelec, sondern als Moped mit Pedalen. Deswegen benötigt man, um damit legal in Deutschland fahren zu dürfen, ein Versicherungskennzeichen und einen entsprechenden Führerschein. Dafür sind mit ihm 45 km/h und ein starker Motor erlaubt. Es kostet direkt bei Fafrees vergleichbar schlanke 1277 Euro.

Achtung: Preise können sich jederzeit ändern, das Angebot der Räder ist teilweise begrenzt. Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.

Das Carbon-E-Faltrad Urtopia Carbon Fold 2 für 1799 Euro kommt mit erstklassigem Faltmechanismus, feinem Drehmomentsensor und überraschend hohem Fahrkomfort. Die schlichte Ausstattung ohne App passt zum Konzept.

Mit dem L20 3.0 Pro liefert Engwe ein Meisterstück – mit Einschränkungen. Technisch bewegt sich die Ausstattung auf hohem Niveau: Das faltbare E-Bike bietet mit einem 100 Nm starken 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor einen starken Antrieb und dank Vollfederung schluckt es kleinere Unebenheiten mit Bravour. Die Gangschaltung funktioniert tadellos, könnte aber im Flachen noch einen höheren Gang vertragen. Das technisch ausgezeichnete, faltbare E-Bike kommt zu einem attraktiven Preis von 1399 Euro.

Das Touroll S2 bietet viel E-Fatbike fürs Geld: großer Akku, breite Reifen und Klappfunktion für 799 Euro. Das hohe Gewicht und der fehlende Drehmomentsensor trüben den Fahrspaß jedoch etwas. Für Einsteiger, die ein robustes Klapprad-E-Bike suchen, ist es trotzdem eine Überlegung wert.

Geekmaxi bietet das Rad für 799 Euro an. Für ein Fatbike mit großem Akku ist der Preis kaum zu schlagen.

Einer der größten Vorteile von E-Klapprädern ist ihre Transportierbarkeit. Sie können zusammengefaltet werden, was sich für Pendler anbietet, die Teile ihrer Reise mit anderen Verkehrsmitteln wie Bahn oder Bus zurücklegen. Ein zusammengeklapptes E-Klapprad beansprucht in der Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln wenig Platz und verursacht häufig keine zusätzlichen Kosten für ein Fahrrad-Ticket. Zudem passt es in fast jedes Auto.

Die Kompaktheit eines E-Klapprads bietet auch Vorteile bei der Lagerung. In kleinen Wohnungen passt ein E-Klapprad leicht in eine Ecke, unter einen Schreibtisch oder in einen kleinen Abstellraum. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber größeren E-Bikes, die oft einen eigenen, sicheren Abstellplatz benötigen.

Fahrradfahren hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit – selbst E-Bikes sind viel besser als etwa Autofahren. Doch selbst die vorsichtigsten Fahrer können die Gefahr eines Unfalls nie zu 100 Prozent ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.

Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen wirklich. Denn wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.

Klapprad-E-Bikes überzeugen durch ihre hohe Flexibilität und Kompaktheit, da sie sich leicht zusammenfalten lassen und so ideal für Pendler oder Reisende mit begrenztem Stauraum sind. Sie kombinieren die Vorteile eines E-Bikes, wie motorisierte Unterstützung und Reichweite, mit der Portabilität eines Faltrads, was sie perfekt für den urbanen Alltag macht.

Dank teilweise richtig großer Akkus bieten sie oft ausreichend Leistung für längere Strecken, ohne Kompromisse bei der Handhabung einzugehen. Zudem machen sie dank ihres geringen Gewichts und der einfachen Handhabung auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Büros eine gute Figur.

Im Rahmen dieser Bestenliste haben wir die E-Bikes in verschiedenen Szenarien wie geteerten Radwegen, geschotterten Feldwegen und steilen Anstiegen getestet. Langfristige Probleme, die eventuell bei monate- oder jahrelanger Alltagsnutzung auftreten, können wir auf diese Weise nicht erfassen. Finden wir nach Veröffentlichung noch Fehler oder werden von unseren Lesern auf etwas hingewiesen, tragen wir das nach.

Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.

Weitere Bestenlisten rund um Zweiräder finden sich hier:

Matthias Sternkopf von 24.07.2026

Carbon, 16 kg, feiner Drehmomentsensor, schickes Design – das erstaunlich bequeme City-E-Bike Urtopia Carbon Fold 2 überzeugt uns im Test.

Urtopia gilt dank des Carbon 1 Pro (Testbericht) als Pionier smarter Carbon-E-Bikes – randvoll mit eSIM, GPS sowie Fingerabdrucksensor und trotzdem leicht. Das Carbon Fold 2 streicht die vernetzte Elektronik und konzentriert sich auf das, was ein Faltrad im Alltag braucht – wenig Gewicht, kleines Faltmaß und Fahrspaß.

Damit steht das Fold 2 im direkten Gegensatz zum sehr guten, aber auch massiv schweren Engwe L20 3.0 Pro (Testbericht) und tritt eher in die Fußstapfen des deutlich teureren Kult-E-Bikes Brompton Electric (Testbericht). Das Urtopia kostet aktuell 1799 Euro – und kommt mit einem Kampfgewicht, von dem die meisten E-Falträder nur träumen. Wir prüfen, ob der Carbon-Leichtbau hält, was die Optik verspricht.

Das Auspacken dauert länger als der Aufbau. Urtopia verpackt das Rad in schwarze Schaumstofffolie, fixiert mit über 60 Kabelbindern. Danach geht es flott: Vorderrad und die Schutzbleche aus Metall sind bereits montiert, ebenso die Beleuchtung. Man fixiert den Lenker, schraubt die Pedale an, setzt die Sattelstange ein – fertig. Ein optionaler Gepäckträger ist angekündigt.

Der Faltmechanismus gehört zu den besten der Testreihe – nur das Brompton Electric faltet eine Spur eleganter. Rahmen (Mittelscharnier), Lenker und Pedale klappen ein, die Sattelstütze versinkt im Rahmen. Die Sicherungshebel bedient man einhändig, sie rasten satt und sicher ein. Zwei Magnete an den Achsen halten das gefaltete Paket zusammen – kräftig sind sie nicht, aber sie genügen, um das rund 16 kg leichte Rad kurze Strecken zu tragen oder zu schieben, ohne dass es ungewollt aufklappt. Entfaltet misst es 152 cm in der Länge, gefaltet kompakte 82 × 48 × 69 cm.

Optisch bricht das Carbon Fold 2 mit der Klapprad-Tradition: Statt altbekannter Formen prägt die unverwechselbare Urtopia-Carbon-Linie das Bild, das positiv ans Carbon 1 erinnert – modern, fast futuristisch, aber nicht überkandidelt. Besonders die blaue Lackierung macht was her; zur Wahl stehen Schwarz und Blau. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, nichts klappert oder quietscht während der Fahrt. IP65-Schutz und 100-kg-Zuladung gehören ebenfalls dazu. Für schwere Fahrer könnte das zu wenig sein. Gefaltet steht das Rad auf dem Kettenblattschutz oder auf dem unteren Ende der Sattelstütze, die den Akku beinhaltet. Wir hätten uns hier etwas mehr Schutz erhofft.

Der 62 cm breite Lenker lässt sich in der Höhe verstellen und sorgt für eine aufrechte, entspannte Sitzposition. Die Griffe aus weichem Schaumstoff liegen angenehm in der Hand. Eine Klingel sitzt unter dem Display – wohltuend, denn häufig verbauen Hersteller elektrische Hupen, die auf deutschen Straßen nicht zulässig sind.

Das 2-Zoll-Farbdisplay fällt klein aus, bleibt aber selbst bei Sonne gut ablesbar. Standardmäßig zeigt es Tempo, Unterstützungsstufe, Akkustand in Prozent und – ein seltenes, aber gern gesehenes Extra – die Uhrzeit. Auf Wunsch blendet es zusätzlich Fahrer- und Motorleistung, Trittfrequenz, Tageskilometer und einiges mehr ein.

Ein langer Druck auf die Menütaste öffnet ein überraschend umfangreiches Bordmenü: Hier senkt man die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit, vergibt ein Passwort oder legt fest, wie stark die Unterstützung in jeder Assistenzstufe ausfällt. Das wirkt durchdacht und ist einfach zu bedienen – jedoch ausschließlich auf Englisch, eine deutsche Sprachoption fehlt. Praktisch: Ein Laufmodus schiebt das Rad auf 6 km/h an.

Wichtig für Umsteiger von Urtopias Smart-Bikes: Das Fold 2 verzichtet auf App und Vernetzung. Kein GPS, keine eSIM, kein Fingerabdruck, kein Alarm, keine Ortung – alles läuft über das Bordmenü. Wer sein Rad gern per Smartphone überwacht, bleibt außen vor; wer einfach fahren will, vermisst nichts.

Hier überrascht das Carbon Fold 2 positiv. Den Antrieb übernimmt ein angenehm leiser Heck-Nabenmotor mit 250 W Nennleistung, 500 W Spitzenleistung und 42 Nm. Entscheidend ist der Sensor: Statt eines simplen Trittfrequenzsensors arbeitet ein hervorragender Drehmomentsensor im Rad. Er misst, wie kräftig man tritt, und dosiert die Unterstützung entsprechend natürlich und dynamisch. Über die vier Modi Eco, Tour, Smart und Boost reicht das vom sanften Mitschieben bis zum spürbaren Schub. Bei 25 km/h regelt der Motor gesetzeskonform ab.

Ungewöhnlich für ein Rad ohne Federung: Das Carbon Fold 2 fährt sich richtig komfortabel. Carbon-Rahmen und weiche Reifen schlucken so viel weg, dass man beim Fahren fast eine Federung vermutet – für uns deswegen eines der bequemsten Falträder überhaupt. Kopfsteinpflaster meistert es problemlos, auch wenn der flexible Rahmen das Fahrverhalten dabei kurz etwas nervös wirken lässt. Die Kontrolle bleibt trotzdem erhalten. Die angegebene Fahrergröße von 155 bis 185 cm bestätigt sich – dank hoch ausziehbarer Sattelstütze und verstellbarem Lenker fühlen sich sogar noch größere Fahrer wohl. Nur der Sattel dürfte etwas weicher ausfallen.

Die Shimano-Altus-Kettenschaltung mit acht Gängen schaltet zuverlässig und reicht angenehm tief hinab, sodass selbst steile Anstiege kein Problem darstellen. Im höchsten Gang tritt man bei 25 km/h bequem mit und übersteigt die Endgeschwindigkeit des Motors auf Wunsch aus reiner Muskelkraft. Die 18-Zoll-Reifen von Kenda (2 Zoll breit) mit flachem Profil zielen auf Asphalt und leichte Schotter- oder Waldwege.

Hydraulische Scheibenbremsen von Tektro (HD-M3120, 160 mm) verzögern kräftig, konstant und mit kurzem Bremsweg. Ab Werk sind sie gut eingestellt und quietschen nicht. Ein Verzögerungssensor löst zusätzlich ein Bremslicht aus – allerdings nur bei starkem Bremsen.

Das Frontlicht sitzt höhenverstellbar direkt über dem Vorderrad, das Rücklicht im Akku-Gehäuse unterhalb des Sattels; beide werden vom Hauptakku gespeist. Für die Stadt reicht die Beleuchtung aus, für stockdunkle Waldwege nicht. Einen Dämmerungssensor gibt es nicht, das Licht schaltet man manuell ein. Blinker fehlen.

Der 244,8-Wh-Akku sitzt in der Sattelstütze und lässt sich per Schnellspanner entnehmen – oder direkt im Rad laden. Der Haken: Einen Diebstahlschutz gibt es nicht, sodass auch ein Langfinger den Akku in Sekunden herausziehen kann. Absichern lässt er sich nur über ein Sattel- oder Kabelschloss. Beim Einsetzen muss man unten einen Konnektor verbinden, was mitunter etwas fummelig ist. Mit dem beiliegenden 2-A-Netzteil ist der Akku in rund 3 bis 3,5 Stunden voll.

Die Reichweite hängt maßgeblich von Fahrstil und Unterstützungsstufe ab: Die angegebenen bis zu 68 km im Eco-Modus sind realistisch – allerdings liefert Eco nur rund 20 Prozent der Motorleistung, man tritt also kräftig mit. Wer im Boost-Modus wenig in die Pedale tritt, landet schnell deutlich unter 30 km.

Immerhin: Dank des Leichtbaus fährt sich das Carbon Fold 2 auch mit leerem Akku noch gut. Urtopia hat einen 353-Wh-Zweitakku angekündigt, der in Deutschland aber bisher nicht erhältlich ist.

Aktuell kostet das Urtopia Carbon Fold 2 1799 Euro direkt beim HerstellerDer Preis soll auf 1999 Euro steigen. Urtopia ermöglicht es Interessierten, eines seiner E-Bikes in mehr als 250 Fachgeschäften Probe zu fahren. Wer daran Interesse hat, kann hier einen Termin vereinbaren.

Das Urtopia Carbon Fold 2 zeigt, dass ein Faltrad auch leicht, schick und komfortabel sein kann. Der Carbon-Rahmen und optimierte Komponenten drücken das Gewicht auf rund 16 kg und der Faltmechanismus spielt in der Spitzengruppe. Dazu kommen ein hoher Komfort trotz fehlender Federung, ein sensibler Drehmomentsensor und ein durchdachtes, wenn auch rein englisches Bordmenü.

Ganz ohne Kanten kommt der Leichtbau nicht aus: Der Akku sitzt ohne Diebstahlschutz in der Sattelstütze, 100 kg Zuladung könnte für einige zu wenig sein, ein Dämmerungssensor fehlt, und wer ständig die volle Motorleistung abruft, lebt mit knapper Reichweite. Zusammengefasst zählt das Carbon Fold 2 aber zu den durchdachtesten und schickesten Falträdern seiner Preisklasse – eine klare Empfehlung.

Kai Schmerer von 03.04.2025

Das klappbare E-Bike Engwe L20 3.0 Pro bietet eine Voll-Federung, einen 100 Nm starken Mittelmotor mit Drehmomentsensor und einen 720-Wh-Akku mit Schnellladetechnik zum moderaten Preis. Was es sonst noch zu bieten hat, zeigt der Test.

Engwe hat mit dem L20 3.0 Pro und dem L20 3.0 Boost zwei neue kompakte E-Bikes mit Tiefeinstieg vorgestellt, die vollgefedert sind und Motoren mit Drehmomentsensoren sowie starke Akkus mit Schnellladung bieten. Während das Pro von einem 100 Nm starken Mittelmotor mit Drehmomentsensor angetrieben wird, ist das Boost mit einem Heckmotor mit 75 Nm ausgestattet. Die Pro-Version bietet dank GPS-Tracker und Bewegungssensor einen Diebstahlschutz. Beide Räder sind zudem noch mit pannensicheren 20-Zoll-Reifen mit einer Breite von 3 Zoll sowie Straßenprofil ausgestattet. Wie sich das Engwe L20 3.0 Pro in der Praxis bewährt, haben wir getestet.

Die Unterschiede zum bislang verfügbaren L20 sind so groß, dass Engwe für das L20 3.0 Pro auch einen anderen Namen hätte wählen können. Das L20 3.0 Pro kommt wesentlich kantiger daher und die Batterie ist nun im Rahmen integriert und somit kaum sichtbar. Dank der stabilen Bauform erlaubt das knapp 33 kg schwere L20 3.0 Pro eine Zuladung von maximal 150 kg – ein Plus von 30 kg gegenüber dem L20.

Das Laden des herausnehmbaren Akkus mit 720 Wh (48 Volt, 15 Ah) dauert beim L20 3.0 Pro dank Schnellladetechnik nicht mehr wie beim L20 fünf bis sechs Stunden, sondern ist nach etwa zwei Stunden erledigt. Neu sind auch der Klappmechanismus, die dünnere Bereifung mit Straßenprofil, der 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor, hydraulische Bremsen sowie GPS-Tracker und Bewegungssensor.

Die Verarbeitung ist insgesamt gut, wenn auch nicht alle Schweißnähte wie bei mehreren Tausend Euro teuren Rädern nicht durchgehend poliert sind. Auf einen Metallkorb an der Vorderseite muss man beim L20 3.0 Pro anders als beim L20 hingegen verzichten. Ein hinterer Gepäckträger ist jedoch vorhanden und war bereits vormontiert.

Geliefert wird das Engwe L20 3.0 Pro teilmontiert in einem großen Karton. Das deutschsprachige Handbuch (PDF) beschreibt den Zusammenbau detailliert, sodass der Aufbau auch für weniger erfahrene Personen problemlos möglich sein sollte. Schließlich wird die Vorgehensweise auch in Form von aussagekräftigen Schaubildern verdeutlicht. Das für die Montage nötige Werkzeug ist wie üblich im Lieferumfang enthalten. Mehr Informationen zum Aufbau zeigt die Bildergalerie.

Der 68 cm breite Lenker ist nur in der Mitte minimal gebogen. Die gummierten Griffe bieten einen guten Grip und eine ergonomische Auflagefläche für die Handballen. Neben den Bremshebeln für die hydraulischen Scheibenbremsen befindet sich an der rechten Seite das Bedienelement für die 7-Gang-Schaltung von Shimano (Tourney RD-TY300). Links sitzt die Steuereinheit, mit der man das Rad ein- und ausschaltet, die Unterstützungsstufen des Motors (1–5) auswählt, sowie wie die Beleuchtung bei Bedarf aktiviert (langes Drücken auf +-Taste). Das große Display mit einem Durchmesser von etwa 10,5 cm (netto 8,7 cm) informiert über Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer, Fahrzeit sowie über die aktuelle Unterstützung des Motors in Watt. Über die i-Taste am Bedienpanel kann man zwischen den einzelnen Anzeigen hin- und herschalten. Eine in Deutschland von der StVZO geforderte Klingel mit hellem Klang gibt es leider nicht. Die sollte man nachrüsten.

Dank des Straßenprofils der pannensicheren 20-Zoll-Reifen mit einer Breite von 7,5 cm ist die Lautstärke beim Fahren deutlich niedriger als beim L20 mit grob-stolligen Fat-Reifen. Dank Doppelfederung vorn und hinten ist der Fahrtkomfort hervorragend. Zwar spürt man das Durchfahren größerer Schlaglöcher oder Mulden auf Waldwegen, doch schlagen sie deutlich weniger durch als beim L20, das nur eine Gabelfederung besitzt. Während man die Federung an der Vorderseite justieren kann, ist das bei der hinteren mit einem Federweg von nur 3 cm nicht möglich. Die Voreinstellung empfinden wir als optimal: Der Komfort geht nicht zulasten eines schwammigen Fahrgefühls. Insgesamt macht das Fahren auf unebenen Waldwegen mit dem L20 3.0 Pro genauso viel Spaß wie auf ebenen Straßen. Zum guten Fahrkomfort trägt auch der bequeme und gefederte Sattel bei. Die 7-Gang-Schaltung hat im Test einwandfrei funktioniert. Allerdings hätten wir uns in flachen Abschnitten einen höheren Gang gewünscht, um deutlich schneller als 25 km/h zu fahren.

Die hydraulischen Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 180 mm bringen das L20 3.0 Pro ausreichend schnell zum Stehen. Sie sind außerdem gut eingestellt und verursachen beim Bremsen kein Quietschen.

Dank Drehmomentsensor vermittelt die Unterstützung des Mittelmotors X700 von Mivice ein natürliches Fahrgefühl. Anders als etwa beim L20, wo bereits Luftpedalieren für Vortrieb sorgt. Beim Anfahren an Kreuzungen geht es dank 100 Nm flott von der Stelle. Ein wesentlicher Vorteil eines per Drehmomentsensor gesteuerten Motors. Ohne einen solchen muss man etwa beim L20 erst ein paar Mal die Pedale treten, bevor die Unterstützung einsetzt. Trotz des relativ hohen Gewichts von fast 33 kg sind die erlaubten 25 km/h schnell erreicht. Auch an steilen Abschnitten sorgt der Motor für genügend Support, wenn man genügend kraftvoll in die Pedale tritt. Im Vergleich zum L20 ohne Drehmomentsensor sind solche Abschnitte mit dem L20 3.0 Pro kraftraubender für den Fahrer. Es ist damit also eher ein E-Bike, das sich an sportlichere Fahrer richtet.

Engwe gibt die Reichweite des Akkus bei der kleinsten Unterstützungsstufe (1) mit 140 km an. Bei mittlerer Einstellung (3) soll der Akku für 110 km ausreichen. Mit der höchsten Unterstützungsstufe (5) liegt die angegebene Reichweite bei 96 km. Wie immer sind diese Angaben genauso vorsichtig zu betrachten wie die von den Herstellern kommunizierten Verbrauchswerte für Pkws. Im Test mit einem 90 kg schweren Fahrer und Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad hat die Akkukapazität bei einer hügeligen Wegstrecke nach 22 km noch 54 Prozent angezeigt. Im zweiten Versuch mit langen steilen Anstiegen fällt der Akku bei einer Strecke von 16 km auf 66 Prozent.

In Verbindung mit dem L20 3.0 Pro funktioniert die App nicht einwandfrei. So konnten wir nicht auf Daten von aufgezeichneten Touren zugreifen. Dafür hat das automatische Entsperren nach dem Einschalten funktioniert, wenn man sein Smartphone dabei hat. Andernfalls hört man einen Alarm, wenn man das Rad bewegt und erhält eine Benachrichtigung. Die Ortung des Rads per GPS und integriertem 4G-Empfang funktioniert.

Engwe bietet das L20 3.0 Pro für 1399 Euro an. Als Alternative steht das L20 3.0 in der Variante Boost zur Verfügung. Wie das Pro-Modell ist es vollgefedert, aber mit einem Nabenmotor im Hinterrad ausgestattet. Dieser bietet 75 Nm und wird von einem 648 Wh starken Akku, ebenfalls mit Schnellladetechnik, mit Energie versorgt.

Falls man die neuen Engwe-Falträder auch zum Einkaufen nutzen möchte, empfiehlt sich als Zubehör eine wasserdichte Gepäckträger-Tasche für 65 Euro. Sie entpuppt sich im aufgeklappten Zustand als echtes Raumwunder mit einem Fassungsvermögen von bis zu 35 Liter. Außerdem bietet sie Schultergurte, um sie als Umhängetasche zu verwenden. Dank Polsterungen in der Innenseite kann man damit auch leicht zerbrechliche Waren transportieren. Für kleinere Einkäufe reicht die 7-Liter-Variante für 25 Euro.

Einen Korb für die Vorderseite, wie er bei vielen Engwe-Rädern montiert ist, etwa dem L20 (Testbericht), hat Engwe derzeit leider nicht im Angebot, obwohl das L20 3.0 Pro dafür passende Montagepunkte besitzt.

Mit dem L20 3.0 Pro liefert Engwe ein Meisterstück – mit Einschränkungen. Technisch bewegt sich die Ausstattung auf hohem Niveau: Das faltbare E-Bike bietet mit einem 100 Nm starken 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor einen starken Antrieb und dank Vollfederung schluckt es kleinere Unebenheiten mit Bravour. Die Gangschaltung funktioniert tadellos, könnte aber im Flachen noch einen höheren Gang vertragen. Personen mit einer Körpergröße zwischen 155 und 185 cm finden eine ergonomische Sitzposition auf dem L20 3.0 Pro. Und wenn der Akku einmal leer ist, dauert es dank Schnellladung nur zwei Stunden, bis er wieder aufgeladen ist. Obendrein warnt eine Sirene, wenn das Rad von einer nicht authentifizierten Person bewegt wird, und dank des integrierten GPS-Empfängers ist eine Ortung mithilfe der Engwe-App sehr einfach. Ein Blinker wie beim Engwe P20 (Testbericht) hätte dem L20 3.0 Pro ebenfalls gut zu Gesicht gestanden.

Die elektronische Hupe ist in Deutschland hingegen nicht zulässig. Wer das L20 3.0 Pro erwirbt, sollte also eine vorgeschriebene, hell tönende Klingel installieren und bei einer Verkehrskontrolle darauf hoffen, dass der Schalter für die Hupe nicht wahrgenommen wird. In Österreich ist hingegen auch eine Hupe zulässig.

Leider entsprechen auch die verbauten Rad-Reflektoren nicht der StVZO: Zwei hat Engwe installiert, zwei pro Rad sind aber vorgeschrieben. Und auch der fehlende Reflektor nach hinten ist zu bemängeln. Die fehlenden Reflektoren lassen sich für wenige Euro nachrüsten. Doch die Hupe bleibt ein Ärgernis. Wer sich daran nicht stört, erhält mit dem L20 3.0 Pro ein technisch ausgezeichnetes faltbares E-Bike – und das zu einem sehr attraktiven Preis von 1399 Euro.

Matthias Sternkopf von 12.08.2025

Das Touroll S2 kombiniert Klapprad-Funktionalität mit Fatbike-Eigenschaften und Tiefeinsteiger-Komfort. Ab 799 Euro bietet es viel – zeigt aber auch Schwächen.

Klappbare E-Bikes mit dicken Reifen sind eine Nische. Sie versprechen, die Kompaktheit eines Faltrads mit der Geländegängigkeit eines Fatbikes zu vereinen. Das Touroll S2 geht noch einen Schritt weiter und kombiniert diese Eigenschaften mit einem Tiefeinsteiger-Rahmen. Der Nachfolger des S1 richtet sich gezielt an Fahrer, die sowohl in der Stadt als auch im Gelände unterwegs sein wollen – sei es auf Waldwegen, am Strand oder auf Schotter.

Geekmaxi bietet das Rad für 799 Euro an. Für ein Fatbike mit großem Akku ist der Preis kaum zu schlagen. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt unser Test.

Das Touroll S2 kommt weitgehend vormontiert in einem großen Karton. Die Montage dauert etwa 30 Minuten und beschränkt sich auf das Anbringen von Vorderrad, Pedalen, vorderem Schutzblech, Frontleuchte und Lenker. Das nötige Werkzeug liegt bei, die Anleitung ist allerdings rudimentär. Die Verpackung schützt das Rad ordentlich, beinhaltet aber viel Styropor-Müll.

Optisch wirkt das S2 trotz der kleinen 20-Zoll-Räder massiv und wuchtig. Für ein Klapprad ist es recht lang. Der hohe Lenker und die lange Sattelstange verstärken den bulligen Eindruck. Der Akku ist nicht im Rahmen integriert, sondern sitzt wuchtig hinter der Sattelstange. Das Design erinnert eher an ein Moped als an ein klassisches Fahrrad – praktisch, aber nicht unbedingt ästhetisch. Der dunkelblau lackierte Rahmen ist die einzige Farboption.

Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Die Materialien fühlen sich robust an, die Schweißnähte sind deutlich sichtbar, aber sauber ausgeführt. Der Klappmechanismus ist stabil und doppelt gesichert. Zusammengeklappt misst das S2 97 × 45 × 74 cm – kompakt genug für den Kofferraum, aber mit 31,2 kg Gewicht eine echte Herausforderung beim Tragen. Im Vergleich zum Engwe P20 (Testbericht) mit nur 18,5 kg ist das S2 ein echtes Schwergewicht.

Das Kabelmanagement vor dem Lenker überzeugt durch einen Stoffschlauch mit Klettverschluss – eine aufgeräumte Lösung. Das Farbdisplay zeigt Geschwindigkeit, Batteriestand in fünf Balken und zurückgelegte Kilometer. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird die Ablesbarkeit allerdings zur Herausforderung.

Die Bedienung erfolgt über drei Tasten: Plus für die Lichtsteuerung, Minus für den Gehmodus (6 km/h) und eine Mode-Taste zum Durchschalten der fünf Unterstützungsstufen von 12 bis 25 km/h. Die Bedienung ist selbsterklärend, eine App-Integration fehlt jedoch. Während das Engwe L20 3.0 Pro (Testbericht) mit GPS-Tracker und App-Anbindung punktet, muss man beim S2 auf solche Features verzichten.

Das integrierte Vorder- und Rücklicht ist ausreichend hell für die Dämmerung, bei völliger Dunkelheit aber etwas schwach. Das Vorderlicht lässt sich in der Höhe verstellen. Ein Bremslicht fehlt.

Der Tiefeinsteiger-Rahmen mit nur 43 cm Einstiegshöhe macht das Auf- und Absteigen zum Kinderspiel. Lenker und Sattel sind höhenverstellbar und passen für Fahrer zwischen 160 und 195 cm – das können wir aus eigener Erfahrung bestätigen.

Die 20 × 4 Zoll breiten Fat-Reifen sorgen für Stabilität auf unebenem Untergrund und federn kleinere Unebenheiten weg. Die vordere Federung mit 80 mm Federweg erhöht den Komfort im Gelände spürbar. Allerdings ist sie nicht gedämpft und springt besonders auf holprigen Strecken laut in die Ausgangsposition zurück.

Der 250-Watt-Nabenmotor mit 55 Nm Drehmoment und bis zu 650 Watt Spitzenleistung fühlt sich nicht besonders kräftig an, reicht aber für die meisten Situationen aus. Ohne Drehmomentsensor wirkt das Fahrgefühl unnatürlich: Der Motor springt erst nach etwa einer Pedalumdrehung an und läuft lange nach. Beim Bremsen stoppt er sofort.

Interessanterweise bevorzugen manche ältere Fahrer dieses simple System, da der Motor auch beim Luftpedalieren anspringt und sie so leichter Berge erklimmen.

Die 7-Gang-Shimano-Tourney-Schaltung arbeitet flüssig und war ab Werk gut eingestellt. Die mechanischen 180-mm-Scheibenbremsen greifen nach dem Einbremsen ordentlich zu, erreichen aber nicht die Bissigkeit hydraulischer Systeme.

Der 720-Wh-Akku (48 V, 15,6 Ah) ist entnehmbar und in 6-8 Stunden vollständig geladen. Der Hersteller verspricht bis zu 150 km Reichweite – ein Traumwert unter Idealbedingungen. In der Realität mit 85 kg Fahrergewicht, voller Geschwindigkeit und viel Stop-and-go in der Stadt erreichen wir 45-65 km je nach Gelände. Das ist immer noch ordentlich, liegt aber deutlich unter den Herstellerangaben. Die Aufladung ist auch am E-Bike möglich, wenn man den schweren Akku nicht herausnehmen möchte.