Heise 13.05.2026
06:57 Uhr

Tesla inverstiert in Grünheide: Batterienfertigtung wird massiv ausgebaut


Tesla-Chef Elon Musk will von der Batteriezelle bis zum E-Auto alles an einem Standort haben. In Grünheide soll das umgesetzt werden.

Tesla inverstiert in Grünheide: Batterienfertigtung wird massiv ausgebaut

Tesla will mehr als 1500 Beschäftigte für die Batteriezellfertigung in Grünheide bei Berlin neu einstellen. Knapp 250 Millionen US-Dollar – umgerechnet derzeit mehr als 210 Millionen Euro – sollten investiert werden, um die Voraussetzungen für die jährliche Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen in Grünheide zu schaffen, teilte Tesla mit.

Im April hatte Tesla bekanntgegeben, dass bis Ende Juni rund 1000 neue Mitarbeiter im einzigen europäischen Autowerk der Marke einstellen will, um die Produktion wegen gestiegener Nachfrage um ein Fünftel auf rund 6000 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren. Die Produktions- und Zulassungszahlen waren gesunken, nun sieht Tesla eine Trendwende. Teslas Zahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres fielen positiv aus: Umsatz und Gewinn stiegen gegenüber dem Vorjahr, die Produktion legte um 13 Prozent zu.

„Von der Batteriezelle bis zu Elektrofahrzeugen soll ab voraussichtlich 2027 alles an einem Standort produziert werden“, kündigte das Unternehmen an. „Das ist einzigartig in Europa.“ Damit ist Tesla nach eigener Einschätzung widerstandsfähiger. Für das Hochfahren der Batteriezellfertigung würden mehr Arbeitskräfte, als bislang benötigt. Der Personalbedarf in der Batteriezellfertigung belaufe sich auf mehr als 1500 Mitarbeiter. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher, dies solle mittelfristig geschehen. Die Märkische Allgemeine berichtete, bis zum Jahresende sollten 350 neue Stellen im Batteriewerk entstehen. Dies ist laut Tesla eine frühere Planung.

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sieht in der Ankündigung einen wichtigen Kontrapunkt zur Debatte über Unsicherheiten, wirtschaftliche Risiken und sinkende Industrieproduktion. „Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen“, sagte Klement. Die Batterietechnologie werde für industrielle Wertschöpfung und moderne Mobilität in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.

Derzeit werden in Brandenburg nur Komponenten produziert. Die Zellen werden in den USA gefertigt und kommen nach Deutschland. Europa hinkt bisher bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher. Tesla-Chef Musk hatte 2020 angekündigt, er wolle das Werk bei Berlin zur weltgrößten Batteriefabrik machen. Im Dezember 2025 hatte Tesla angekündigt, voraussichtlich ab 2027 bis zu acht Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr zu produzieren. Mit der nun angekündigten Investition von knapp 250 Millionen US-Dollar soll diese Kapazität auf 18 Gigawattstunden mehr als verdoppelt werden.

Tesla öffnete die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor rund vier Jahren und peilte in einer ersten Phase 500.000 Autos im Jahr an. Die Zielzahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Mit 6000 Fahrzeugen pro Woche wären es rechnerisch 300.000 im Jahr. Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten dort rund 12.400 Menschen. Dann sank die Zahl um 1700 bis zu diesem Jahr. Zuletzt waren in der Gigafactory Berlin-Brandenburg nach Unternehmensangaben 10.700 Menschen beschäftigt. Tesla will voraussichtlich auch rund 500 Leiharbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse übernehmen.

(mfz)