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23.07.2026
10:29 Uhr
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Die aktuelle Dürre ist eine Kombination aus mangelndem Regen und Hitze. Durch den Klimawandel werden solche Ereignisse künftig häufiger auftreten.

Zu geringe Niederschläge sowie die außergewöhnliche Hitze führen dafür, dass die Böden in Europa immer schneller austrocknen. Das hat laut einer aktuellen Studie der Initiative World Weather Attribution (WWA) große Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Wasserwirtschaft.
Die Dürre in Europa sei „eine kombinierte Krise, die durch anhaltende Niederschlagsdefizite sowie extreme Hitze ausgelöst wird und deren Auswirkungen bereits deutlich zu spüren sind“, teilte das WWA mit, und das „obwohl der Sommer gerade erst begonnen hat.“
Für die Studie Increasingly hot Europe faces more severe droughts and growing challenges for water and land management analysierten Wissenschaftler aus zwölf europäischen Ländern in zwei Untersuchungsregionen Trends bei Niederschlag, Bodenfeuchte und der potenziellen Evapotranspiration (PET) – das ist die Menge an Wasser, die durch klimatischen Bedingungen wie Wind, Luft- und Oberflächentemperatur verdunsten kann. Die Differenz aus Niederschlägen und PET ergibt die klimatische Wasserbilanz.
Trotz höherer Winterniederschläge in weiten Teilen Europas haben sie schon im Frühjahr „eine verstärkte Tendenz zu ungewöhnlicher Austrocknung der Böden“ festgestellt, sagte Dominik Schumacher von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. „Das haben wir selbst verursacht: Mit steigenden Temperaturen nimmt der ‚Durst‘ der Atmosphäre rasch zu und entzieht Flüssen, Seen, Stauseen und Böden Feuchtigkeit.“
Durch den Klimawandel führen Niederschlagsdefizite anders als früher inzwischen zu Dürren. In beiden untersuchten Regionen hat der Klimawandel die Schwere der Dürre erhöht. Solche Bodendürren in der westlichen Region sind der Studie zufolge heute etwa fünfmal wahrscheinlicher als in einem um 1,4 Grad Celsius kühleren Klima. In Osteuropa, wo trockene Bedingungen seit sechs Monaten anhalten, sei die Bodendürre etwa elfmal wahrscheinlicher, teilten die Autorinnen und Autoren mit.
Die Auswirkungen sind laut der Studie immens: In Westeuropa brechen deutlich mehr Waldbrände aus. Flüsse führen zu wenig Wasser, manche Länder Europas beschränken bereits die Trinkwassernutzung.
Die Dürre belastet die Landwirtschaft: Die Ernteausfälle sind erheblich. In Frankreich etwa wird die niedrigste Maisernte seit 50 Jahren erwartet, in Rumänien sind mehr als eine Million Hektar Maisanbaufläche verloren gegangen. In Verbindung mit aktuellen globalen Konflikten könne das „zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise führen und einkommensschwache Haushalte unverhältnismäßig stark treffen“, konstatiert WWA.
Eine Besserung ist laut der Studie nicht in Sicht: „In der westlichen Region treten die Bedingungen wie von April bis Juni unter den derzeitigen klimatischen Bedingungen schätzungsweise ungefähr alle fünf Jahre auf.“
Besonders alarmierend sei, dass diese Bedingungen bereits bei einer Erwärmung von 1,4 Grad Celsius auftreten, sagte Mariam Zachariah vom Imperial College London. „Sollten die globalen Emissionen die Temperaturen wie prognostiziert auf 2,8 Grad Celsius ansteigen lassen, könnten diese intensiven Verdunstungsbedingungen doppelt so wahrscheinlich werden und Dürren wie diese zu einem regelmäßigen Ereignis machen.“
Die 2014 von den Klimatologen Geert Jan van Oldenborgh und Friederike Otto gegründete Initiative World Weather Attribution (WWA) beschäftigt sich mit Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Dürren und Stürmen. An der WWA beteiligt sind unter anderem das Imperial College London, das Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut, die ETH Zürich und das Laboratoire des sciences du climat et de l'environnement. An der aktuellen Studie hat auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitgewirkt.
(wpl)