Heise 30.07.2026
15:26 Uhr

Söder und Magyar fordern Lockerung beim Verbrennerverbot


CSU-Chef Söder und Ungarns Ministerpräsident Magyar fordern in Budapest eine Lockerung des EU-Verbrennerverbots und eine Korrektur des Green Deals.

Söder und Magyar fordern Lockerung beim Verbrennerverbot

Wie Deutschland fordert auch Ungarn von der EU weitere Lockerungen bei der Zulassung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Die Fehler aus dem Green Deal „müssten korrigiert werden“, sagte Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Budapest. Beide Politiker betonten, dass sie mit Blick auf die EU-Verordnungen ähnlich denken würden.

In Deutschland hatte sich die Bundesregierung nach einem langen Hin und Her auf eine gemeinsame Position zum EU-Verbrennerverbot geeinigt. Die EU-Kommission hatte im Dezember 2025 vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – das wäre eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Söder wirbt seit Langem für die weitere Zulassung von Verbrennermotoren.

Mit der Aufweichung ändert sich am Ziel nichts, die Flottenemissionen von Neuwagen ab 2035 in der EU um 100 Prozent zu senken. Neu ist lediglich, dass den Hersteller zusätzlich der Freiraum eingeräumt wird, dieses Ziel alternativ auch zu 90 Prozent über die Flotte und zu 10 Prozent über e-Fuels und regenerativ erzeugtem Stahl zu erreichen - wenn sie das wollen. Das bedeutet: Wer ab 2035 als Hersteller in der EU noch Neuwagen mit Verbrennungsmotor verkaufen möchte, muss das über einen der genannten Wege kompensieren, wobei dem mit insgesamt 10 Prozent sehr enge Grenzen gesetzt sind. Vermutlich wird die Kompensation durch die kleinen Stückzahlen so teuer, dass neue Verbrenner insgesamt kostspielig werden und damit nur in einer winzigen Nische zu erwarten sind.

Deutschland fordert etwa, dass Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen oder modernen Biokraftstoffen betrieben werden, im Rahmen der Flottenregulierung unverzüglich als Nullemissionsfahrzeuge angerechnet werden können. Auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverstärker sollen nach dem Willen Deutschlands weiter möglich sein. Das hat allerdings nur Aussicht auf Erfolg, wenn global nennenswerte Stückzahlen absehbar sind. Derzeit verläuft die Antriebswende in Richtung E-Mobilität langsamer als prognostiziert, doch wohin es mittelfristig bei der Fahrenergie insgesamt geht, ist absehbar.

Magyar betonte, Ungarn sei keine Konkurrenz für Deutschland als Wirtschaftsstandort. Es gehe darum, Kapazitäten in Europa zu halten. Ungarn und Bayern sollten sich auf Möglichkeiten der Kooperation konzentrieren, etwa im Bereich Forschung und Entwicklung. Seine Regierung sei ständig in Verhandlungen mit potenziellen Investoren aus Bayern und ganz Deutschland, sagte Magyar. In Ungarn produzieren seit langem zahlreiche deutsche Autohersteller wie Mercedes, Audi und BMW.

(mfz)