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17.10.2026
08:00 Uhr
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Unsere Auswahl zeigt das ganze Spektrum der Fotografie: von Porträt und Pilzen bis zu Brücken und Berggipfeln – alles in Schwarz-Weiß.

Die Bilder aus der c't-Foto-Galerie haben in dieser Woche eine eindeutige Handschrift. Alle sieben sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Das ist kein Zufall, sondern bewusstes Konzept. Die Reduktion auf Licht, Schatten und Struktur zieht sich als roter Faden durch unsere Auswahl, die sowohl thematisch als auch motivisch unterschiedlicher kaum sein könnte: Natur, Architektur, Porträt und abstrakte Strukturen stehen nebeneinander und zeigen, wie vielseitig die klassische Bildsprache in Schwarz-Weiß noch immer ist.
Was die sieben Bilder verbindet, ist der Mut zur Reduktion. Denn ohne Farbe rücken Komposition, Licht und Textur stärker in den Vordergrund – seien es die filigranen Strukturen eines Naturmotivs, die strenge Geometrie von Mauern und Beton oder der intensive Blick einer Person. Die Fotografinnen und Fotografen dieser Woche beweisen, dass Schwarz-Weiß kein Verzicht ist, sondern eine eigenständige Form mit großer Ausdruckskraft.
Ein einziger Blick genügt, und man bleibt hängen. Zwischen schwungvollen Haarsträhnen blickt ein Auge direkt in die Kamera – intensiv, ruhig und selbstbewusst. Das Schwarz-Weiß reduziert alles auf das Wesentliche: Gegenlicht, Schatten, Ausdruck. Es gibt keinen Schnickschnack und keine Ablenkung – nur dieses eine Auge, das die ganze Geschichte erzählt. Porträtfotografie, die mit dem Minimum das Maximum herausholt.
Die starke Diagonale der Dachkante teilt das Bild in zwei kontrastierende Zonen: Unten ist die raue, moosbewachsene Textur der Ziegel zu sehen, während der Himmel oben weit und fast leer ist. Exakt auf dieser Trennlinie sitzen zwei Tauben und bilden den visuellen Ankerpunkt der Komposition. Die Froschperspektive verleiht den kleinen Vögeln eine überraschende Monumentalität, während der großzügige Negativraum im oberen Bildbereich für Spannung und Ruhe zugleich sorgt – ein minimalistischer Schnappschuss mit klarer grafischer Wirkung.
Drei Pilze stehen dicht nebeneinander auf einem Stück Totholz im herbstlichen Wald. Ihre glatten, gewölbten Hüte neigen sich leicht nach vorne, darunter zeichnen sich feine, gleichmäßige Lamellen ab. Gegenlicht fällt durch das Blätterdach und umreißt die zarten Stiele mit einem hellen Rand, während der Hintergrund in weichen, runden Unschärfekreisen verschwimmt. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme betont die filigranen Strukturen und erzeugt eine ruhige, fast zeitlose Herbststimmung.
Diese Schwarzweiß-Aufnahme zeigt den markanten Steg der Chiesa di Santa Maria degli Angeli auf dem Monte Tamaro im Tessin. Der aus rotem Porphyrgestein gemauerte Weg erstreckt sich geradlinig über den steilen Berghang in rund 1.600 Metern Höhe. Im Hintergrund staffeln sich die Gipfel der Tessiner Alpen unter einem wolkenverhangenen Himmel, durch den einzelne Sonnenstrahlen dringen. Das einsame Kreuz am Ende des Stegs unterstreicht die Weite der Landschaft.
Auf den ersten Blick könnte es eine Mikroskopaufnahme von Zellen sein – tatsächlich zeigt dieses Schwarz-Weiß-Foto aber eine reale Oberfläche mit Nieten und gewundenen Strukturen. Die runden Köpfe sitzen wie Augen in einem Geflecht aus Linien, das fast lebendig wirkt. Genau diese Verwechslung macht den Reiz aus. Technik wird zu Natur, Metall zu Organismus. Ein Bild, das zum zweiten oder gar dritten Hinschauen einlädt.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zerlegt die Unterseite einer Donaubrücke in ein strenges Spiel aus Geometrie und Spiegelung. Vertikale Lamellen der Brückenpfeiler bilden ein dichtes Linienmuster, das von diagonalen Schattenkanten durchschnitten wird. Die Wasserfläche verdoppelt diese Strukturen und löst sie zugleich in leichte Wellenverzerrungen auf – ein spannungsvoller Kontrast zwischen harter Architektur und fließender Oberfläche. Die Komposition teilt das Bild in zwei Hälften, die einander antworten, ohne sich exakt zu wiederholen.
Ein kreisrunder Betonring rahmt den Blick nach oben, ein klassisches Bild im Bild. Aus der Froschperspektive laufen die Fassadenlinien zur Bildmitte und erzeugen starke Tiefe. Im Vordergrund zeigt der Sichtbeton die Maserung seiner Holzschalung, dahinter staffeln sich glatte Platten und Fenster. Das Schwarzweiß reduziert die Szene auf Tonwerte und Strukturen. So treten raue Masse und leichte Wolken in einen spannungsvollen Dialog.
(vat)